VKI: Laufschuh-Test – Unterschiede im praktischen Einsatz

Orthopädisch mehrheitlich gut, klare Defizite im Ethik-Check

Wien (OTS/VKI) - Bei dem großen Angebot an Laufschuhen das individuell richtige Modell zu finden, ist nicht einfach. Denn: Den idealen Laufschuh für alle gibt es nicht. Je nach Anatomie, Trainingszustand und Laufpensum kommen eher Schuhe mit Stoßdämpfung oder solche mit ausgeprägter Stützfunktion in Frage. In einem aktuellen Produkttest in der Augustausgabe der Zeitschrift KONSUMENT wurden 17 Paar Herrenlaufschuhe auf den Prüfstand gestellt, darunter 10 Neutral-Laufschuhe, sechs Stabilitäts-Laufschuhe sowie ein "Barfuß-Laufschuh". Während es orthopädisch wenig zu beanstanden gab, zeigten sich im praktischen Einsatz größere Unterschiede. Auch in puncto Haltbarkeit schnitten einzelne Modelle im Vergleich weniger gut ab. Die Ergebnisse im Detail gibt es ab sofort in der Verbraucherzeitschrift KONSUMENT (www.konsument.at).

Jeder Schuh wurde in mehreren Einzelkategorien bewertet: im Labor, durch orthopädische Expertinnen und Experten sowie von 24 erfahrenen Läufern in der Praxis. Die besten Praxisbewertungen im Bereich Neutral-Schuhe erhielten dabei der Asics Gel-Cumulus 16 sowie das Modell New Balance 880 V4. Bei beiden Laufschuhen handelt es sich um Modelle mit mittlerer Stützfunktion und ausgeprägter Stoßdämpfung. Im Bereich der Stabilitäts-Laufschuhe lag am Ende der Asics GT-1000 3 vorne. Er verfügt sowohl über eine ausgeprägte Stützfunktion als auch über eine starke Stoßdämpfung.

Weniger gut bewerteten die Läufer dagegen den Nike Air Zoom Elite 7 sowie wegen seiner relativ steifen Sohle den Lunge Vivo. Auch mit dem Stabilitäts-Schuh Nike Air Zoom Structure 18 kamen die Tester weniger gut zurecht. Beim Barfuß-Laufschuh Nike Free 5.0 wiederum störte die geringe Stoßdämpfung. Zumindest für längere Strecken - so das mehrheitliche Urteil - sei der Schuh nicht geeignet.

Ethik-Check: Selbstkontrolle greift zu kurz

Läuferinnen und Läufer, die beim Kauf nicht nur auf die richtige Passform sondern auch auf ökologische und soziale Verträglichkeit achten möchten, werden vor eine schwierige Wahl gestellt. Bis auf die Firma Lunge, die in Deutschland produziert, lassen alle Hersteller im Test ihre Produkte in Niedriglohnländern des Fernen Ostens fertigen. Auch wenn ein Großteil der Unternehmen inzwischen über eine explizite CSR-Strategie verfügt, greift die derzeitige Selbstkontrolle meist zu kurz. Preisdruck und mangelnde Überprüfung führen dazu, dass vor allem in den Zulieferbetrieben nach wie vor unter menschenunwürdigen Bedingungen gearbeitet wird. Auch die Informationspolitik mancher Hersteller ist verbesserungswürdig wie ein ergänzender Ethik-Check ergab. Vier Unternehmen - darunter auch der Weltmarktführer Nike -verweigerten jede Kooperation.

SERVICE:

- Orientierungshilfe für den nachhaltigen Schuhkauf bietet ab sofort auch eine neu entwickelte Richtlinie des Österreichischen Umweltzeichens. Die erste Lizenz wurde kürzlich an einen Produzenten aus Oberösterreich vergeben. Seit 1990 werden mit dem Gütesiegel Waren und Dienstleistungen ausgezeichnet, die nicht nur nachhaltig sondern auch qualitativ hochwertig sind. Der VKI ist für die fachliche und administrative Betreuung des Österreichischen Umweltzeichens zuständig.

- Den ausführlichen Testbericht zu Laufschuhen sowie den ergänzenden CSR-Test gibt es ab sofort in der Augustausgabe des KONSUMENT und online unter www.konsument.at.

- Mit der Aufforderung "Schauen Sie runter. Wissen Sie wie Ihre Schuhe produziert werden?" startet die österreichische Clean Clothes Kampagne heute eine Initiative für mehr Informationen zu den Produktionsbedingungen in Österreich verkaufter Schuhe:
http://www.cleanclothes.at/schuhe/

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation
Mag. Andrea Morawetz
Öffentlichkeitsarbeit
01/588 77 - 256
amorawetz@vki.at
www.konsument.at

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