ÖAMTC-Tunneltest 2015: So werden Tunnel noch sicherer – Teil 2 (+Fotos, +Grafik)

Testergebnisse zwar gut – Verbesserungsmöglichkeiten bestehen nach wie vor

Wien (OTS) - Insgesamt ist das Ergebnis beim ÖAMTC-Tunneltest 2015 mit 14 "sehr gut" und sechs "gut" sehr positiv. Das zeigt, dass die Tunnelbetreiber um eine Erhöhung des Sicherheitsniveaus ihrer Anlagen bemüht sind. "Wichtig ist dennoch, sich jetzt nicht auszuruhen. Der hohe Qualitätsstandard muss gehalten und weitere Verbesserungen müssen implementiert werden", fordert ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperte David Nosé. "Ziel bleibt weiterhin, dass alle Tunnelanlagen bis spätestens 2019 die Note 'sehr gut' erhalten." Der ÖAMTC hat einige Punkte zusammengefasst, die für noch mehr Tunnelsicherheit sorgen:

* Alle Portalbereiche sind so zu gestalten, dass keine Anprallmöglichkeit mehr besteht.

* Jeder Tunnel sollte über durchgehende Pannenstreifen oder zumindest Pannenbuchten in möglichst geringen Abständen verfügen.

* Bei Sperrung von Tunnelanlagen sollten die Verkehrsteilnehmer über den Grund der Sperrung informiert werden, bspw. über variable Infotafeln.

* Zur besseren Orientierung sollten alle Tunnel mit hellen Wänden sowie ausreichender Beleuchtung versehen sein. Speziell die Einfahrtsbereiche müssen hell beleuchtet sein, denn das menschliche Auge benötigt eine gewisse Zeit, um sich an eine dunklere Umgebung anzupassen.

* Alarm- und Einsatzpläne müssen erstellt und laufend aktualisiert werden.

* Feuerwehren müssen mit ausreichender Atemschutztechnik ausgestattet werden.

* Stehender Verkehr muss mittels entsprechender Verkehrssteuerung so weit wie möglich vermieden werden.

Der Faktor Mensch - so verhält man sich im Tunnel richtig

Einer der wichtigsten Faktoren bleibt der Mensch. "Fahrzeuglenker können ihren Beitrag zur höheren Tunnelsicherheit leisten", hält der ÖAMTC-Experte fest. Das betrifft etwa die Verwendung von Navis. Viele Geräte verlieren im Tunnel den Kontakt zum Satelliten. "Daher sind sämtliche Befehle, die das Navi im Tunnel gibt, strikt zu ignorieren. Für manche Fahrzeuglenker ist das leider keine Selbstverständlichkeit, wie sich vor eineinhalb Wochen wieder bei einer Geisterfahrt im Plabutschtunnel gezeigt hat", so Nosé.

Vor der Einfahrt in den Tunnel sollte man die Tankfüllung überprüfen, die Sonnenbrille abnehmen und das Abblendlicht einschalten (das Tagfahrlicht allein reicht wegen fehlender Heckbeleuchtung nicht aus). "Auf Ampeln und Verkehrszeichen ist ohnehin immer zu achten - in Tunnelnähe sollte man besonders aufmerksam sein", stellt der ÖAMTC-Experte klar. "Das Radio sollte eingeschaltet und auf einen Sender mit Verkehrsfunk eingestellt sein."

Im Tunnel gilt es, einen großen Sicherheitsabstand zum Vordermann zu wahren. "Die Höchstgeschwindigkeit ist unbedingt einzuhalten. Außerdem sollte man sich am rechten Fahrbahnrand orientieren und bei Tunneln mit Gegenverkehr niemals über die Mittellinie fahren", warnt Nosé. Keinesfalls darf gewendet oder rückwärts gefahren werden, und auch Anhalten sollte man nur im Notfall. Generell sollte man bei den beengten Verhältnissen in Tunneln konzentriert fahren und auf die Sicherheitseinrichtungen (bspw. Pannenbuchten, Notrufeinrichtungen, Verkehrsfunk, Feuerlöscher, Fluchtausgänge u.a.) achten.

Was tun bei Panne, Unfall, Stau oder Brand?

Muss man wegen eines Vorfalls im Tunnel anhalten, heißt es: Nerven bewahren. Die Warnblinker einschalten und das Fahrzeug in eine Pannenbucht, auf den Pannenstreifen oder so nah wie möglich an die rechte Tunnelwand lenken und den Motor abstellen. "Bei einer Panne oder einem Unfall darf das Auto nur sehr vorsichtig und nicht ohne Warnweste verlassen werden", erklärt ÖAMTC-Experte Nosé. "Einsatzkräfte nie per Handy alarmieren - damit hat die Tunnel-Überwachungszentrale keine Chance, sofortige und präzise Rettungsmaßnahmen einzuleiten." Stattdessen sind die Notfalltelefone zu verwenden, die sich etwa alle 200 Meter an der rechten Tunnelwand befinden.

Bricht im Tunnel Feuer aus, sollte man möglichst noch aus dem Tunnel fahren. "Keinesfalls darf man aber wenden oder rückwärts fahren", mahnt der ÖAMTC-Experte. Ist eine Ausfahrt nicht mehr möglich, stellt man das Fahrzeug in einer Pannenbucht, auf dem Pannenstreifen oder am rechten Fahrbahnrand ab. Auch hier gilt:
Warnblinker einschalten, Motor abstellen und Zündschlüssel stecken lassen. Danach die Rettungskräfte informieren. Das Feuer bekämpfen sollte man nur im Anfangsstadium selbst, ansonsten gilt es, den Tunnel so schnell wie möglich über die Notausgänge zu verlassen.

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Weitere Infos zum aktuellen und allen vorangegangenen ÖAMTC-Tunneltests findet man unter http://www.oeamtc.at/tunneltests. Fotos und die Übersichtstabelle findet man auch unter http://www.oeamtc.at/presse.

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