Mehrere hundert Menschen bei Pro Choice-Demo in Salzburg

Am Samstag demonstrierten über 300 AktivistInnen für die Selbstbestimmung und Wahlfreiheit von Frauen. Anlass war ein Gebetsmarsch erzkonservativer AbtreibungsgegnerInnen.

Salzburg (OTS) - Am Samstag demonstrierten in Salzburg über 300 Menschen für Frauenrechte und Selbstbestimmung bei Schwangerschaften. Die Demonstration begann zu Mittag am Hauptbahnhof und endete mit einer Abschlusskundgebung am Alten Markt. Zum Protest hat ein breites Bündnis von zivilgesellschaftlichen Organisationen aufgerufen, darunter die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH).

Anlass war der jährliche "1000 Kreuze Marsch", mit dem erzkonservative Christen gegen das Recht auf Abtreibung mobil machen. Federführend beteiligt war der Salzburger Weihbischof Andreas Laun, der im Januar wegen Aussagen, in denen er Homosexuelle mit Nazis verglich, heftig kritisiert wurde. Wie in den letzten Jahren fanden sich aber nur rund 80 AbtreibungsgegnerInnen in Salzburg ein. Bei strömendem Regen zogen sie mit einem Marienbild, einigen Holzkreuzen und Gebeten durch die Innenstadt.

Während des Nachmittags gab es dezentrale Protestaktionen in der Innenstadt. An mehreren Stellen stellten sich die Pro Choice-AktivistInnen dem Gebetsmarsch in den Weg. Vor dem Landeskrankenhaus standen sich beide Gruppen gegenüber. Mit lauten Parolen übertönten die GegendemonstrantInnen die deutlich kleinere Gruppe von AbtreibungsgegnerInnen, die von der Polizei abgeschirmt wurde. Aufgrund mehrerer Kundgebungen bei Brücken mussten die AbtreibungsgegnerInnen von ihrer traditionellen Route abweichen.

Mitorganisatorin Elisabeth Feldbacher vom Frauenreferat der ÖH Salzburg sieht die Pro Choice-Proteste als Erfolg: "Wir treten dafür an, dass jede Frau selbst bestimmen kann, ob und wann sie Kinder bekommt. Auf dem Papier sind Schwangerschaftsabbrüche zwar möglich, aber für viele Frauen sind Abtreibungen kaum zugänglich. Im gesamten Bundesland Salzburg sind Abtreibungen nur im Landeskrankenhaus möglich, in Tirol und Vorarlberg gar nicht. Zudem ist eine Abtreibung in Österreich mit 400 bis 1000 Euro eine der teuersten in ganz Europa und für viele nicht finanzierbar."

"Es braucht dringend ein flächendeckendes Angebot in Spitälern, sowie eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen", fordert Katharina Obenholzner, Vorsitzende der ÖH Salzburg. "In ganz Europa versuchen religiöse FundamentalistInnen den Frauen ihre hart erkämpften Rechte streitig zu machen. Politisches Engagement ist wichtig für die Sicherstellung und Förderung von Frauenrechten. Wir freuen uns, dass es gelungen ist, in Salzburg ein starkes Zeichen für die Selbstbestimmung und Wahlfreiheit von Frauen zu setzen."

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