Neues Volksblatt: "Polit-Abstauber" von Markus EBERT

Ausgabe vom 22. Juli 2015

Linz (OTS) - Im Fußball gab es dereinst die Ära der Abstauber. Da stand ein Kicker 88 Minuten irgendwo unbeteiligt am Spielfeld herum, doch in der 89. Minute drückte er den Ball ins gegnerische Tor. Den erfolgreichen Torschuss in vorletzter oder letzter Minute gibt es im heutigen Fußball natürlich auch noch, aber die athletisch-kreative Ausrichtung des Ballsports lässt es gar nicht mehr zu, dass einer nur abstaubt. Selbst der Tormann hat schon läuferische Aufgaben zu übernehmen.
In der Politik gibt es hingegen die Abstauber noch. Das Team Stronach ist durch eine (un)glückliche Fügung des Schicksals ins Parlament gekommen und dümpelt dort jetzt unbemerkt vor sich hin. Die FPÖ erntet ebenfalls, obwohl sie kaum - und wenn, dann vornehmlich Ressentiments - gesät hat. Und auch die Neos-Partei hat, um im Fußball-Vergleich zu bleiben, noch nicht überrissen, dass eigene Kreativität gefragt ist, um so etwas wie Zug zum Tor zu demonstrieren. Der pinke Wahlkampf in OÖ beweist nur, dass die Spitzenkandidatin (oder ihre Mitarbeiter) die Zeitung lesen. Denn tatsächlich wird via Aussendung ständig bloß auf irgendetwas reagiert, Offensivkraft hingegen ist Mangelware. Recht viel mehr als die anderen Parteien als "Altparteien" oder "Gewohnheitsparteien" zu bezeichnen, ist noch nicht gekommen. Auf Polit-Abstauber dieser Art dürften der Landtag und OÖ auch in den nächsten sechs Jahren verzichten können.

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