Kaske: Senioritätsprinzip ist Ausrede der Arbeitgeber für Nichtstun

Arbeitgeber müssen endlich ihre Pflichten erfüllen

Wien (OTS) - Die heute vom Sozialministerium vorgestellte IHS Studie belegt, dass die Ansicht, Ältere seien zu teuer und werden deshalb nicht beschäftigt, falsch ist. Die Ergebnisse zeigen, dass nur ein geringer Teil der älteren ArbeitnehmerInnen überhaupt unter ein Senioritätsprinzip fällt, aber ein Großteil, zum Beispiel ArbeiterInnen, kaum altersbedingte Lohnsteigerungen hat. Zudem ist gerade in jenen Sparten die Älterenarbeitslosigkeit besonders hoch, die gar kein Senioritätsprinzip kennen (etwa Gastgewerbe, Berherbergungswesen oder Baubereich). Als viel wesentlicher werden die Arbeitsbedingungen eingeschätzt. Ein Umstellen der Betriebe auf alternsgerechte Arbeitsbedingungen würde die Älterenbeschäftigung weit mehr voranbringen. "Die Studie zeigt einmal mehr, dass die Arbeitgeberseite endlich handeln muss und sich nicht immer nur auf Ausreden versteifen darf", sagt AK-Präsident Kaske.

Rund 20 Prozent aller Betriebe mit mehr als 25 ArbeitnehmerInnen beschäftigen gar keine ArbeitnehmerInnen über 55. Gleichzeitig machen die Arbeitsbedingungen oft krank, ohne dass sich die Arbeitgeber an der Wiederherstellung oder an den Kosten der Gesundheits-Prävention beteiligen, beschreibt der AK Präsident die Realität. In anderen Ländern geschieht hier schon viel mehr. In den Niederlanden etwa werden 40 Prozent der Invalidisierungs-Kosten von den Unternehmen getragen und in Finnland werden die Unternehmen an den Kosten der Arbeitslosigkeit Älterer beteiligt. Beide Modelle sind erfolgreich.

"Wir fordern daher, dass die Regierung das vereinbarte Bonus-Malus-Modell endlich umsetzt. ÖVP und Arbeitgeberseite müssen ihre unsoziale Blockadepolitik endlich aufgeben", fordert Kaske als Konsequenz aus der Studie. "Außerdem sollten wir das erfolgreiche Modell der Niederländer auch nach Österreich übertragen, wonach sich Arbeitgeber an den Rehabilitations-Kosten bei Invalidität beteiligen müssen". Nur so, ist Kaske überzeugt, sind die Arbeitgeber bereit, auch tatsächlich zu einer angemessenen Beschäftigung Älterer und zu alternsgerechtem Arbeiten beizutragen.

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