ÖGB: IHS zerlegt Agenda-Austria-Studie

Achitz: Wenn Senioritätsprinzip Schuld an Altersarbeitslosigkeit wäre, gäbe es kaum arbeitslose ArbeiterInnen

Wien (OTS) - "Im Juni fordert die Industriellenvereinigung die Einführung von Hartz IV in Österreich - und einen Monat später legt der von ihr finanzierte Think Tank ‚Agenda Austria‘ eine Studie auf den Tisch, die ebenfalls zum Schluss kommt, Hartz-Reformen nach deutschem Vorbild würden dem österreichischen Arbeitsmarkt dienlich sein", so Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB. "Das lässt wieder einmal den Verdacht keimen, dass die Industrie sich hier ein abhängiges Institut hält, weil sämtliche Studien seriöser Institute, von WIFO über IHS bis zur OeNB, nicht in ihr Sozialabbau-Weltbild passen."++++

Billigere Ältere, die länger arbeiten - das ist laut Agenda Austria notwendig, um die Altersarbeitslosigkeit zu senken. Deren Studie beschäftigt sich im Bereich "Seniorität und Kollektivverträge" mit genau zwei Branchen: Handel und öffentliche Verwaltung. "Vielleicht doch etwas zu wenig, um zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen. Im Gegensatz dazu hat das IHS 30 Kollektivverträge analysiert - das Ergebnis: das Alter ist das wesentliche Merkmal der Altersarbeitslosen, und nicht, dass sie vorher in Branchen mit Senioritätsprinzip tätig waren", so Achitz. Darauf, dass Arbeitslosigkeit nicht durch Abschaffung des Senioritätsprinzips bekämpfbar ist, weist aber auch schon die simple Tatsache hin, dass ArbeiterInnenkollektivverträge kaum altersbedingte Lohnerhöhungen enthalten - und trotzdem ist dort die Arbeitslosigkeit höher als bei den Angestellten mit ausgeprägtem Senioritätsprinzip.

Nicht ablenken lassen - Bonus-Malus umsetzen!

"Auch wenn sich die Industrie Gefälligkeitsstudien erstellen lässt, wird sie auf Dauer um eines nicht herumkommen: Die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass die Menschen auch in der Lage sind, länger zu arbeiten und gesund zu bleiben", sagt Achitz, und fordert, dass das im Regierungsprogramm längst fixierte Bonus-Malus-System endlich umgesetzt wird - "auch wenn die Industrie mit teuren Studien von den wirklichen Erfordernissen am Arbeitsmarkt abzulenken versucht."

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