ÖGB-Foglar zu BMASK-Studie: Steigende KV-Entlohnung im Alter nicht Schuld an Arbeitslosigkeit

Wien (OTS) - Studie bestätigt: "Gründe für die hohe Altersarbeitslosigkeit sind das Lebensalter, aber auch die mangelnde Bereitschaft der Arbeitgeber, Ältere einzustellen. Das Senioritätsprinzip, also die mit den Jahren der Betriebszugehörigkeit oder dem Alter steigenden kollektivvertraglichen Löhne und Gehälter, sind hingegen nicht ausschlaggebend", kommentiert ÖGB-Präsident Erich Foglar die heute von Sozialminister Rudolf Hundstorfer präsentierten Ergebnisse des Instituts für höhere Studien (IHS).++++

Erst kürzlich wurde von der so genannten Denkfabrik Agenda Austria behauptet, dass das Senioritätsprinzip die Ursache für die hohe Arbeitslosenrate der Über-50-Jährigen wäre. "Dieses Argument kann leicht entkräftet werden. Besonders ausgeprägt ist die Altersarbeitslosigkeit nämlich bei den ArbeiterInnen - und genau in dieser Berufsgruppe ist das Senioritätsprinzip die absolute Ausnahme", so Foglar. Je geringer die Realeinkommenssteigerungen im Berufsleben, desto eher sind die Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Und je stärker die Entlohnung in einer Branche mit dem Alter wächst, desto höher ist dort der Anteil älterer Beschäftigter.

Außerdem sei laut IHS-Studie das Senioritätsprinzip irrelevant für die Arbeitsmarktlage, solange die Entlohnung nicht stärker steige als die Produktivität der Beschäftigten, und die ist "seit 1970 um mehr als 220 Prozent gestiegen", erklärt der ÖGB-Präsident.

Bonus-Malus endlich umsetzen!

"Die Ergebnisse des IHS zeigen deutlich: Um mehr Ältere in Beschäftigung zu bringen, muss nicht an den Kollektivverträgen herumgeschraubt werden. Hier sind die Unternehmer gefragt, alternsgerechte Arbeitsplätze für Menschen über 50 zu schaffen. Außerdem sollte nicht nur der Kostenfaktor berücksichtigt werden, sondern auch die Notwendigkeit, Erfahrung und Know-How im Betrieb zu halten", betont Foglar und führt weiter aus: "Unternehmen, die mehr Ältere beschäftigen als der Branchendurchschnitt, sollen aus diesen Mitteln einen Bonus erhalten. Das ist seit Jahr und Tag im Regierungsabkommen vereinbart. Es wäre hoch an der Zeit, dieser Vereinbarung endlich Taten folgen zu lassen - wenn es sein muss, auch gegen den Widerstand der Wirtschaftsvertreter". (aj/fk)

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