ÖGB-Anderl: Wirtschaft verspricht das Blaue vom Himmel

Bonus-Malus-System umsetzen, um ältere Menschen in Beschäftigung zu halten

Wien (OTS) - Das Pensionsantrittsalter bei Frauen ist in Österreich ein Dauerthema. Mit einer Anhebung verspricht die Wirtschaft Frauen das Blaue vom Himmel. "Dass Frauen bei einer vorzeitigen Angleichung des Pensionsantrittsalters Karriere machen können und mehr Pension bekommen, ist reine Augenauswischerei. Fast 30 Prozent der Frauen gehen aus der Arbeitslosigkeit in Pension oder aus Gründen der Invalidität, die wenigsten können eine durchgängige Beschäftigung nachweisen. 70,6 Prozent der Frauen arbeitet in Teilzeit. Einzig und allein mit einer Anhebung des gesetzlichen Antrittsalters wird sich die Situation der Frauen am Arbeitsmarkt nicht verbessern. Damit werden sie nur noch mehr in die Arbeitslosigkeit und somit auch in die Altersarmut gedrängt", sagt ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende Renate Anderl.

"Eine vorzeitige Anhebung unter den derzeitigen Umständen hilft niemandem und kann nur nach hinten losgehen", betont Anderl und fügt hinzu: "Bevor wir uns über das Frauenpensionsalter den Mund fusselig reden, müssen in erster Linie nachhaltige Maßnahmen geschaffen werden, um die Hürden für Frauen am Arbeitsmarkt wie auch die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern zu beseitigen und mehr ältere Personen in Beschäftigung zu halten."

Die Arbeitslosigkeit älterer Menschen in Österreich ist überdurchschnittlich hoch. "Das Bonus-Malus-System, wie schon lange vom ÖGB gefordert und im Regierungsprogramm vorgesehen, wird seitens der Wirtschaft vehement blockiert. Dessen Umsetzung wäre der beste Weg, um die Beschäftigungsquote älterer Menschen zu erhöhen und das Pensionssystem zu entlasten. Solange die Wirtschaft nicht ihre Hausaufgaben macht, werden wir einer vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters niemals zustimmen", so die ÖGB-Vizepräsidentin.

Abschließend bemerkt Anderl zu Aussagen wie "Frauen verzichten heute vielfach auf Kinder zugunsten der Karriere": "Erstens muss gesagt werden, dass Frauen noch immer keine Wahlfreiheit haben, da wir in Österreich sehr säumig mit Kinderbildungsplätzen sind, und zweitens trifft diese Frauen von heute ohnehin bereits die volle Angleichung an das Pensionsantrittsalter von Männern." Ob bis dahin dann die Gleichberechtigung auch in allen anderen Lebenslagen umgesetzt sein wird, bezweifelt die ÖGB-Vizepräsidentin vehement.

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