Turandot, Teheran und Amy Winehouse im „Kulturmontag“ am 20. Juli in ORF 2

Außerdem: Kulturdoku „Der Gaudí Code“ von Danielle Proskar

Wien (OTS) - Am 20. Juli 2015 gibt der "Kulturmontag" einen ersten großen Ausblick auf die Bregenzer Festspiele, die am 22. Juli eröffnet werden und die der ORF mit einem großen Programmschwerpunkt begleitet. Martin Traxl informiert ab 22.30 Uhr in ORF 2 über das Festival inklusive Neuinszenierung der "Turandot" und präsentiert ein Interview mit der frischgebackenen Intendantin Elisabeth Sobotka. Die neue Prinzipalin ist am selben Tag auch in "heute leben" um 17.30 Uhr in ORF 2 in der Rubrik "Barbara Rett trifft ..." zu sehen und spricht u. a. über die Herausforderungen ihrer ersten Intendanz am Bodensee. Die weiteren Highlights dieses "Kulturmontag": Ein Blick nach Teheran nach dem historischen Verhandlungsergebnis von Wien - auf Künstler zwischen Aufbruch und Zensur und ein Bericht über die Dokumentation "Amy" inklusive Interview mit dem Regisseur Asif Kapadia, der das kurze und exzessive Leben der Amy Winehouse zu einem differenzierten Bild verdichtet hat.

Um 23.15 Uhr folgt die Kulturdoku "Der Gaudí Code" von Danielle Proskar, die sich den Gegensätzen im Leben des Architekten Antoni Gaudí (1852-1926) widmet. Gegensätze, die - in Verbindung mit seinem Vermächtnis - der Wissenschaft Rätsel aufgeben. Was ist dran an den Spekulationen der Menschen, die das Phänomen Gaudí weltweit in seinen Bann zieht, über dessen Leben nur spärliche Informationen existieren? Warum bleiben so viele Fragen offen und so viele seiner Werke unvollendet? Der Film gibt Antworten auf die vielen Fragen und Widersprüche, die Person Gaudí betreffend.

Rätsel-Spiel: Turandot am Bodensee - Die Bregenzer Festspiele unter neuer Leitung

72 Meter lang, 27 Meter hoch ragt die chinesische Mauer über den Bodensee, davor ist eine Armee aus 200 Terrakottakriegern postiert. Große Oper und eine bildgewaltige Bühne - dafür stehen auch die 70. Bregenzer Festspiele, die am Mittwoch unter der neuen Intendanz von Elisabeth Sobotka eröffnet werden. Auf der Seebühne steht die Neuinszenierung von Puccinis dramatischem Rätselspiel um die mordende chinesische Prinzessin "Turandot" auf dem Programm. Der Schweizer Regisseur und Bühnenbildner Marco Arturo Marelli widmet sich dieser scheinbar eiskalten Frauenfigur, die innerlich glüht und Angst vor der Liebe hat, in seiner ersten Arbeit für das Festival am Bodensee. Er will die Frau dahinter sichtbar machen - und das für ein Massenpublikum von allabendlich 7.000 Zuschauern. Im Festspielhaus erarbeitet der norwegische Regisseur Stefan Herheim Jacques Offenbachs fünfaktige Oper "Hoffmanns Erzählungen" - eine vielschichtige Parabel auf die Kunst, die Liebe und das Leben. Der "Kulturmontag" liefert erste Einblicke in diese beiden Festivalhighlights, zeigt weitere Projekte dieses Sommers - und spricht mit der neuen Intendantin über ihre Pläne zur "Bregenzer Dramaturgie" in den nächsten Jahren.

Als traditioneller Medienpartner begleitet der ORF die Höhepunkte des Festspielspektakels am Bodensee, das heuer bis zum 23. August dauert, in all seinen Medien. Neben der Live-TV-Übertragung der vom ORF-Landesstudio Vorarlberg produzierten Eröffnung am Mittwoch, dem 22. Juli (10.20 Uhr in ORF 2 und 3sat; Aufzeichnung um 16.25 Uhr in ORF III) präsentiert der ORF heuer auch beide Opern-Neuproduktionen live: Giacomo Puccinis "Turandot" in zwei unterschiedlichen TV-Fassungen von der Seebühne am 24. Juli (21.15 Uhr, ORF 2 und 3sat; Aufzeichnung am 26. Juli, 20.15 Uhr, ORF III) sowie "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach als Aufzeichnung aus dem Festspielhaus am 26. Juli (22.45 Uhr, ORF III; außerdem in Ö1 die Premiere am 23. Juli live um 19.30 Uhr). Ein reichhaltiges Potpourri aus Konzerten, Gesprächen, Produktionsberichten und vielem mehr rundet das ORF-Programm zu den Bregenzer Festspielen 2015 in TV, Radio und online ab. Ein Überblick über die Programme ist ab morgen, Samstag, unter presse.ORF.at abrufbar.

Stimmungs-Bilder: Cityreport Teheran - Künstler zwischen Aufbruch und Zensur

Die Einigung vom vergangenen Dienstag im Atomstreit mit dem Iran wird vom Großteil der Welt als Durchbruch gefeiert, von Israel und den sunnitischen Golfstaaten als Bedrohung empfunden. Der Iran wird davon wirtschaftlich enorm profitieren, viele im Land erhoffen nun auch eine schrittweise Öffnung und Liberalisierung der Gesellschaft. Doch der Iran ist nach wie vor ein rigider Gottesstaat, Zensur und Sittenwächter sind allgegenwärtig, Regelverstöße werden von dem Regime geahndet. Wie kann in so einem Land Kunst gedeihen? Wie gehen Künstler/innen mit Zensur und Kontrolle um? Anlässlich einer Gastausstellung der Wiener Galerie Hinterland hat sich der "Kulturmontag" - kurz vor der Einigung im Atomabkommen - in Teheran umgesehen: Eine zutiefst gespaltene Stadt, in der erzkonservative religiöse Kräfte und progressive Eliten aufeinanderprallen. Paradoxerweise bedeutet die gestrenge Zensur für manche Künstler sogar einen kreativen Anreiz, es gilt, die Grenzen zwischen Verbotenem und sittlich Gestattetem auszureizen. Dem "Kulturmontag" gelangen Einblicke in Hinterhöfe, in denen künstlerische Experimente möglich sind, und in verborgene Probenräume, wo sich Performancekünstler ausleben können.

Nah-Aufnahme: Amy Winehouse - Doku über den früh verglühten Star

"They tried to make me go to rehab. I said ,no,no, no‘ - Sie wollten mich auf Entzug schicken. Ich sagte ,nein, nein, nein‘." In ihrem größten Hit ließ Amy Winehouse keinen Zweifel daran, wie es um sie bestellt war - ein Star mit Verfallsdatum. Die Boulevardmedien lieferten stets prompt die Bildbeweise: Amy mit Schlagseite durch London torkelnd. Amy im Drogenrausch mit entblößtem, aufgeblähtem Bauch. Amy - wieder erholt - auf Karibik-Trip. Mit 27 erlag sie einer Alkoholvergiftung. Ihr kurzes Leben im grellen Rampenlicht war die Chronik eines angekündigten Todes. Regisseur Asif Kapadia hat dieses kurze, exzessive und exzessiv abgelichtete Leben aus 1.500 Stunden Film- und Tonmaterial zu einem differenzierten Bild verdichtet. Zu sehen ist ein Teenager, der es versteht, sich in Szene zu setzen, wenn er Marilyn-gleich "Happy Birthday" haucht. Eine junge, über die Maßen talentierte Frau, die Jazzstandards interpretiert, weil sie mit zeitgenössischem Pop nichts anfangen kann. Ein aufstrebender Star, der jede seiner Posen genau kontrolliert - bis ihm die Kontrolle entgleitet. Der "Kulturmontag" stellt die Dokumentation "Amy" vor und bittet ihren Regisseur zum Interview.

Der "Kulturmontag" wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

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