Griechenland - Stronach/Lugar: Den Griechen fehlt die Motivation!

EU-Regierungen wollen Illusion aufrechterhalten, dass Hilfsgelder nicht umsonst sind

Wien (OTS) - "Die Griechen brauchen gar kein Hilfspaket, vor fünf Jahren nicht und auch nicht heute. Was sie brauchen ist Motivation. Varoufakis und Tsipras haben Monate lang versucht den EU-Politikern zu sagen, sie unser Geld nicht brauchen, dass wir sie in Ruhe lassen sollen, dann schaffen sie es auch, Reformen in ihrem Land umzusetzen. Doch wie sollen sie der griechischen Bevölkerung einen Motivationsschub geben, wenn wir ihnen das Geld weiter nachwerfen?", fragte Team Stronach Finanzsprecher Robert Lugar in der heutigen Sondersitzung zum Beschluss des Griechenland-Hilfspakets. In Wahrheit wollen die Regierenden der europäischen Länder mit dieser Großzügigkeit nur eine Illusion aufrechterhalten, "dass die bisherigen Hilfsgelder für Griechenland nicht verloren sind." Denn ansonsten müssten die Regierungspolitiker gegenüber den eigenen Steuerzahlern zugeben, "einen großen Fehler gemacht zu haben- den Fehler, die Griechen in den Euro zu lassen und ihnen über Jahrzehnte Geld zu geben, obwohl man wusste, dass es nie zurückkommt", erklärte Lugar.

Lugar verglich die Situation der Griechen mit einem Fischer, dessen Netze kaputt seien, und der deshalb keine Fische mehr fängt - "doch es legt ihm jeden Morgen jemand eine Ladung frischen Fisch vor die Tür. Wie soll er dann noch die Motivation haben, die Netze zu reparieren und selbst aufs Meer hinauszufahren?", fragte Lugar in Richtung Regierungsparteien. Den Griechen fehle es nicht an Geld sondern an Motivation, "das zu tun, was für uns selbstverständlich ist", erklärte Lugar. So hätten sie 70 Milliarden Schulden bei ihrem Finanzminister, weil sie ihre Steuern nicht zahlten. Doch dazu fehle ihnen die Motivation, weil man ihnen sage, "ihr braucht eure Steuern nicht zu zahlen, wir haben in Österreich eh genug brave Steuerzahler, wir pressen denen das Geld raus und geben es euch?"

"Das Hilfsprogramm ist ein Verschleierungsprogramm!", mahnte Lugar. Bereits beim Eintritt der Griechen in den Euro gab es Verluste, 2004 habe man bereits von den Verlusten gewusst, und 2008 und in den Folgejahren seien diese dann explodiert", machte Lugar aufmerksam. Um diese Wahrheit zu vertuschen, "schicken wir weiter Geld nach Griechenland, nur damit die heimische Bevölkerung mit der Illusion leben kann, das Geld für Griechenland war nicht umsonst, es kommt irgendwann einmal zurück", erklärte Lugar und fügte hinzu: "Das Problem ist die Richtschnur, der die Politik in Europa aber auch in Österreich folgt: Besser das doppelte, drei- bis fünffache Problem in ein paar Jahren, als dem Problem jetzt ernsthaft ins Auge zu sehen", kritisierte Lugar.

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