Beruflicher Aufstieg immer schwieriger – Zahl der Führungskräfte erneut gesunken

Linz (OTS) - Die aktuelle Auswertung des Österreichischen Führungskräfte Monitors zeigt, dass der berufliche Aufstieg immer schwieriger wird. Die Zahl der Führungskräfte ist in den letzten fünf Jahren um mehr als 100.000 gesunken. 2010 waren noch 14 Prozent aller unselbständig Beschäftigten in einer leitenden Position, aktuell sind es nur noch 10 Prozent. Der höchste Anteil an Führungskräften findet sich nach wie vor im Verwaltungssektor: Rund jede/r Vierte (23 Prozent) gibt an , in einer leitenden Position zu sein. Im Unterrichtsbereich sagen das nur drei Prozent, im Tourismus fünf.

Laut Österreichischem Führungskräfte Monitor, einer Studie von SORA im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich, schätzen die Beschäftigten ihre Aufstiegschancen immer schlechter ein. 2010 waren zumindest 53 Prozent aller Beschäftigten ohne Leitungsfunktion mit ihren Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten zufrieden, aktuell sind es nur mehr 49 Prozent. Nur 17 Prozent sind "sehr" damit zufrieden, mehr als jede/r Fünfte ist umgekehrt wenig bis gar nicht zufrieden (21 Prozent). Führungskräfte bewerten demgegenüber ihre Karrieremöglichkeiten naturgemäß positiver: Mehr als drei Viertel (77 Prozent) sind damit zufrieden.

Ungleiche Aufstiegschancen
Die Aufstiegschancen in eine Führungsposition werden in Österreich nicht nur immer geringer, sie sind auch ungleich verteilt. Entscheidend bzw. Voraussetzung für eine Führungsrolle sind immer noch Faktoren wie Bildung, Geschlecht, Herkunft und Alter: Je höher das formale Bildungsniveau, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass eine Beschäftigte/ein Beschäftigter eine leitende Funktion innehat.

Führungskräfte sind großteils älter und männlich
Frauen haben eine signifikant geringere Chance auf eine Führungsposition in Österreich, genauso wie Beschäftigte mit Migrationshintergrund und Teilzeitbeschäftigte. Entsprechend homogen gestaltet sich die Struktur heimischer Führungskräfte: zwei Drittel sind Männer, fast die Hälfte ist älter als 45 Jahre. 91 Prozent haben keinen Migrationshintergrund und 92 Prozent sind vollzeitbeschäftigt. Oder anders ausgedrückt: Nur ein Prozent der Führungskräfte sind Frauen mit Migrationshintergrund in Teilzeitbeschäftigung. Der Weg zu mehr Diversität in den Führungsebenen heimischer Betriebe ist also noch lang.

Oft starke Belastungen
Allerdings zeigen sich auch höhere Belastungen unter Führungskräften, etwa in Bezug auf psychischen und Innovations-Stress: 27 Prozent klagen über Zeitdruck, 16 Prozent leiden unter dem ständigen Wechsel von Arbeitsabläufen, 22 Prozent geben dauerhaften Arbeitsdruck ohne Zeit zum Verschnaufen an und 14 Prozent fühlen sich durch Unterbrechungen ihrer Freizeit aufgrund beruflicher Verpflichtungen belastet.

Allein die Arbeitszeit stellt für viele Führungskräfte eine Herausforderung dar: diese liegt mit 43 Stunden pro Woche deutlich über dem Durchschnitt sonstiger Beschäftigter. 36 Prozent der Führungskräfte machen häufig Überstunden, 44 Prozent gelegentlich -nur ein Fünftel macht selten oder nie Überstunden, d.h. kommt mit der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit aus.

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