3. Sozialpolitische Almgespräche: „Veränderte Arbeitswelten“

Key-Note-Speakers 2015: Technologieminister Alois Stöger, PRO-GE-Landesvorsitzender Günther Goach und ÖGB-Präsident Erich Foglar

Klagenfurt (OTS) - Die vierte industrielle Revolution als eine Chance nutzen - dafür sprach sich Technologieminister Alois Stöger am dritten sozialpolitischen Almgespräch der PRO-GE Kärnten und des IGES aus. PRO-GE Landesvorsitzender Günther Goach fordert intelligente und moderne Formen der Arbeitszeitverkürzung, um die Arbeitsplätze im bevorstehenden Strukturwandel zu sichern. "Die Zukunftschancen liegen in qualitativ hochwertiger Produktion und Innovationsförderung, und nicht in Lohn- und Sozialdumping auf Kosten der Beschäftigten", meinte ÖGB-Präsident Erich Foglar bei den Almgesprächen.

Unter dem Titel "Veränderte Arbeitswelten...?" fanden die diesjährigen sozialpolitischen Almgespräche auf der Egger Alm statt. Bereits zum dritten Mal lud die Produktionsgewerkschaft PRO-GE Kärnten gemeinsam mit dem Institut für Gesellschaftspolitik (IGES) VertreterInnen aus Politik und öffentlichem Leben zum Fuße des knapp 2.000 Meter hohen Poludnig. "Alle Verantwortlichen in Kärnten sind bemüht, unser Bundesland aus der schwierigen Lage zu manövrieren, in die es ohne das Verschulden der Kärntner Bevölkerung geraten ist. Im Rahmen der sozialpolitischen Almgespräche bringen wir viele Verantwortungsträger der Bundes- und Landespolitik an einen Tisch, um an Zukunftsperspektiven für die Arbeitnehmer zu arbeiten", erklärt AK-Präsident und PRO-GE-Landesvorsitzender Günther Goach das Ziel der jährlich stattfindenden Almgespräche. "Wir müssen die Lebensbedingungen der Menschen so gestalten, dass sie an die Zukunft glauben können", so Goach.

Stöger: Industrielle Revolution als eine Chance nutzen

Als einen der Key-Note-Speakers begrüßte die PRO-GE in diesem Jahr Alois Stöger, Bundesminister für Technologie, Innovation und Verkehr am Netzwerktreffen. In seiner Rede betonte er die Wichtigkeit der Verschränkung aller gesellschaftlichen Institutionen, um den Herausforderungen der Zukunft erfolgreich begegnen zu können. "Industrie 4.0 ist Realität und verändert grundlegend die Art, wie wir produzieren und arbeiten. Österreich hat eine starke Industrie mit mehr als 650.000 ArbeitnehmerInnen. Wir sind ein Industrieland, und durch die enge Zusammenarbeit von Politik, Gewerkschaften und Wirtschaft werden wir die vierte industrielle Revolution als eine Chance nutzen - für die Beschäftigten und den Standort", so Stöger.

Das BMVIT hat in seiner Forschungs- und Technologieförderung schon lange einen Schwerpunkt auf Produktionstechnologien und Industrie 4.0. Um diese Entwicklungen auf eine breite Basis zu stellen, hat das Technologieministerium gemeinsam mit der Arbeiterkammer, der Produktionsgewerkschaft PRO-GE, der Industriellenvereinigung, dem Fachverband der Maschinen- und Metallwaren-Industrie und dem Fachverband der Elektro- und Elektronik-Industrie (FEEI) den Verein "Industrie 4.0 Österreich - die Plattform für intelligente Produktion" gegründet.

PRO-GE-Goach: Zusammenhang zwischen technologischem Fortschritt und Reduktion der Arbeitszeit

"Wir befinden uns am Anfang eines tief greifenden Strukturwandels in der Produktion, am Beginn der vierten industriellen Revolution. Immer weniger Menschen können immer mehr produzieren. Die Produktivität wird weiter steigen, daher müssen wir die vorhandene Arbeit auf mehr Menschen aufteilen", betont Günther Goach, Landesvorsitzender der PRO-GE, der das Netzwerktreffen nutzt, um einmal mehr auf die dringende Forderung der Gewerkschaft nach intelligenten und modernen Formen der Arbeitszeitverkürzung hinzuweisen. "Hier gibt es eine Vielzahl an Vorschlägen der Gewerkschaft, wie zum Beispiel die verbesserte Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche oder moderne Arbeitszeitmodelle, die unter anderem Zeitzuschläge bei sehr belastenden Tätigkeiten vorsehen". Alle bisherigen industriellen Revolutionen hätten den unmittelbaren Zusammenhang zwischen technologischem Fortschritt und der Reduktion der Arbeitszeit gezeigt. "Letztendlich geht es um die Absicherung unseres Industriestandorts und den damit verbundenen Arbeitsplätzen", so Goach.

Foglar: "Österreichs Chancen liegen im hochqualitativen Bereich"

Angesichts der schwierigen Lage am Arbeitsmarkt und der Herausforderungen, die durch Industrie 4.0. entstehen, brauche es laut ÖGB-Präsident Erich Foglar eine ganzheitliche, abgestimmte Strategie für den Industriestandort Österreich: "Notwendig sind etwa Investitionen in öffentliche Infrastruktur, Forschung und Bildung sowie eine Stärkung strategischen österreichischen Eigentums. Nur so kann der Standort für künftige Generationen gesichert werden". Österreichs industrielle Chancen liegen laut Foglar im hochqualitativen Bereich und keinesfalls in einem Kostenwettbewerb. "Gut qualifizierte Arbeitskräfte sind der Schlüssel zu langfristiger Wettbewerbsfähigkeit. In Lohn- und Sozialdumping auf Kosten der Beschäftigten liegen mit Sicherheit nicht die Zukunftschancen der heimischen Industrie", betonte indes Foglar in seiner Rede.

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