Kurz vor Vertragsunterzeichnung: Kroatische Bevölkerung gegen OMV-Ölbohrpläne

Greenpeace fordert Mineralölkonzern auf, Adria-Projekt fallen zu lassen

Zagreb/Wien (OTS) - Diese Woche wurde bekannt, dass die Verträge für Ölbohrungen in der Adria zwischen den Ölkonzernen, darunter auch das österreichische Unternehmen OMV, und der kroatischen Regierung bereits Ende Juli unterzeichnet werden. Und das trotz Widerstand:
Laut einer aktuellen Umfrage sprechen sich mehr als 50 Prozent der kroatischen Bevölkerung gegen die Ölbohrpläne aus. "Die OMV darf die Menschen vor Ort nicht ignorieren! Mit einer Vertragsunterzeichnung handelt das Unternehmen gegen den Willen der Kroatinnen und Kroaten", sagt Greenpeace-Sprecher Lukas Meus.

Anfang dieses Jahres hat sich die OMV sieben der insgesamt zehn vergebenen Lizenzen für Ölfördergebiete in der Adria gesichert, einige davon in unmittelbarer Nähe von Nationalparks und vor der historischen Stadt Dubrovnik. Trotz der Lizenzvergabe wurden die Verträge bislang noch nicht unterschrieben. Erst danach darf die OMV seismische Untersuchungen durchführen und mit der Ölförderung beginnen. Geplant war die Vertragsunterzeichnung bereits für Anfang April. Das Datum wurde jedoch verschoben, da benachbarte Staaten wie Italien und Slowenien Bedenken gegen mögliche grenzüberschreitende Umweltauswirkungen äußerten. Und das zurecht, betont Meus:
"Ölbohrungen sind niemals sicher. Selbst die OMV kann Sicherheit nicht garantieren und gefährdet mit dem Projekt sowohl den Tourismus vor Ort als auch ein sensibles Ökosystem."

Auch innerhalb der kroatischen Bevölkerung wächst die Kritik an den Ölbohrplänen: Haben sich zuletzt fast 75 Prozent der lokalen Bevölkerung für eine Volksabstimmung ausgesprochen, wollen mittlerweile bereits rund 53 Prozent der KroatInnen keine Ölbohrungen in der Adria, die nur zehn Kilometer vor den Küsten und nur sechs Kilometer vor Inseln stattfinden dürfen. Die aktuelle Umfrage wurde vom kroatischen Institut für Sozialwissenschaften zwischen März und Mai 2015 durchgeführt.

In Österreich sprechen sich ebenso immer mehr Menschen für den Schutz einer ihrer beliebtesten Urlaubsregionen aus. Bereits über 21.000 ÖsterreicherInnen fordern mit einer Greenpeace-Petition (www.greenpeace.at/adria) den neuen Generaldirektor der OMV - Rainer Seele - dazu auf, die Verträge mit der kroatischen Regierung nicht zu unterschreiben und somit die Ölbohrpläne fallen zu lassen. "Herr Seele, zerstören Sie nicht dieses Urlaubsparadies! Beweisen Sie, dass Ihnen die Meinung der kroatischen und österreichischen Menschen ein Anliegen ist und verzichten Sie auf die gefährlichen Ölbohrungen in der Adria", fordert der Greenpeace-Sprecher Lukas Meus abschließend.

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