Vana: „Null Toleranz bei Verstößen gegen EU-Grundrechte“

EU-Grundrechtsagentur FRA präsentiert im Beschäftigungsausschuss Studie zu schweren Formen der Arbeitsausbeutung

Brüssel/Wien (OTS) - "Es ist beschämend und erschreckend, dass im Jahr 2015 selbst schwere Ausbeutung von ArbeitnehmerInnen immer noch keine Seltenheit ist - und das inmitten der EU. Die Studie der FRA zeigt dringenden Handlungsbedarf, auch für Österreich", so Monika Vana, Grüne Europaparlamentarierin anlässlich der Präsentation der Studie "Schwere Ausbeutung von ArbeitnehmerInnen in der EU" der EU-Grundrechteagentur FRA im Beschäftigungsausschuss des Europaparlaments.

Der Bericht der FRA untersucht als erster seiner Art umfassend alle kriminellen Formen der Ausbeutung von Arbeitskräften in der EU. Es geht hier um Menschen, die innerhalb der EU umziehen oder in die EU einwandern. Die Studie zeigt unter anderem, dass ArbeitnehmerInnen oftmals für nur 1,00 EUR (oder sogar weniger) verdienen und dabei 12 Stunden bei 6-7 Tage/Woche arbeiten.

"Es ist dringend notwendig für hinreichende Arbeitsplatzkontrollen zu sorgen und die ArbeitnehmerInnen vor und nach ihrer Ankunft in einem EU-Land auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. Doch auch bei Behörden, Unternehmen und letztendlich den VerbraucherInnen muss ein Bewusstsein für die Ausbeutung von ArbeitnehmerInnen geschaffen werden. Eine Sensibilisierung bezüglich Produktions-und Arbeitsbedingungen ist ein wichtiger Schritt, der dringend gesetzt werden muss. Auch Österreich hinkt hier nach, beispielsweise im Bereich der Arbeitsinspektorate", so Vana.

"Ohne beispielsweise ErntehelferInnen, private Pflegekräfte, HaushälterInnen oder Bauarbeiter würde unsere Gesellschaft vor dem Kollaps stehen - gedankt wird es ihnen oftmals nur mit einem Hungerlohn. Die ArbeitnehmerInnen mit ihren existentiellen Ängsten zu erpressen und sie in ihrer großen Bescheidenheit bezüglich kaum vorhandener Arbeitsrechte zu bestärken ist einem solidarischen und sozialen Europa unwürdig. Bei Verstößen gegen EU-Grundrechte darf es keine Toleranz geben. Die Sphäre der Straflosigkeit muss beendet werden", betont Vana.

"Wir Grüne treten bedingungslos für die Verteidigung der Grundrechte der EU-BürgerInnen und für eine europäische Sozialunion mit europaweiten verbindlichen Mindeststandards ein, die Menschen schützt und nicht ausbeutet. Gesetzliche Mindestlöhne und die Einhaltung von gesetzlichen Maximal-Arbeitszeiten müssen selbstverständlich sein, nur so kann der Ausbeutung von ArbeitnehmerInnen ein Riegel vorgeschoben werden", sagt Vana abschließend.

Link zur Studie:
http://fra.europa.eu/de/press-release/2015/schwere-formen-der-arbeits
ausbeutung-fra-studie-fordert-null-toleranz

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