Neues Volksblatt: "Historische Chance" (von Manfred Maurer)

Ausgabe vom 15. Juli 2015

Linz (OTS) - Das Prädikat "historisch" ist in diesem Fall angemessen:
Die Beilegung des Atomstreits mit dem Iran ebnet nicht nur Obamas Weg in die Geschichtsbücher, sondern hat das Potenzial für einen historischen Wandel weit über Persien hinaus.
Zuerst einmal hat der Iran nach 35 Jahren der Isolation die Chance, sich als konstruktives Mitglied der Staatengemeinschaft zu etablieren. Der ehrliche Wille dazu ist erst nachzuweisen - zunächst durch die Einhaltung des Atomabkommens, darüber hinaus durch ein verantwortungsbewusstes Agieren als regionale Führungsmacht. Der Iran muss mit Israel, das nicht ganz ohne Grund beunruhigt ist, ins Reine kommen und dazu noch einen innerislamischen Spagat schaffen: mäßigend auf schiitische Bürgerkrieger im Libanon, Syrien oder Jemen einwirken und gleichzeitig Bollwerk gegen den sunnitischen Extremismus sein. Vom guten Willen und vom Erfolg Teherans beim Nutzen dieser Chancen hängt dann ab, ob auch die Karten der geopolitisch nicht unbedeutenden Öl- und Gaswirtschaft neu gemischt werden können. Europa könnte sich die Chance eröffnen, im Sinne der angestrebten Lieferantendiversifizierung weniger abhängig von Russland zu machen. Das ad acta gelegte Nabucco-Pipelineprojekt könnte/sollte wieder ein Thema werden, Österreich dabei eine führende Rolle spielen.
In Wien wurde das Fundament für historischen Änderungen gelegt. Die eigentliche Arbeit beginnt aber erst.

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