Milchbauern brauchen positive Signale von EU, Handel, Molkereien und Konsumenten

LK-Präsident Hermann Schultes: Österreichische Qualität hat ihren Wert und Preis

Wien (OTS) - "Die angespannte Situation am Milchmarkt erfordert gemeinsame Anstrengungen von der EU-Agrarpolitik genauso wie von allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette", bekräftigt Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich.

Agrarkommissar Phil Hogan stellte anlässlich des Agrarministerrats am Montag eine Verlängerung des öffentlichen Interventionszeitraums und der Privaten Lagerhaltung über den 30. September hinaus in Aussicht. Dazu Schultes: "Ich vernehme zwar auf EU-Ebene mehr Einsicht, was die Ernsthaftigkeit der Lage am Milchmarkt angeht, aber die angekündigten Maßnahmen sind maximal ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der Interventionspreis ist nach wie vor viel zu niedrig, da er in keiner Weise die hohen Produktionskosten berücksichtigt. Das Sicherheitsnetz muss deutlich höher gespannt werden, damit es ein wirksames Signal am Binnenmarkt und auf den Exportmärkten sendet." Bereits im Herbst hat Schultes eine Erhöhung des Interventionspreises gefordert. Mittlerweile ist diese Forderung auch Position des Deutschen Bauernverbandes.

Heimische Solidarität mit Milchbauern zeigen und Exportchancen besser nutzen

"Gleichzeitig gilt es in Österreich selbst alle Möglichkeiten zur Entspannung der Lage auszuschöpfen", adressiert Schultes Milchverarbeitung wie Handel. Er unterstützt damit Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechters Aufforderung an die Molkereien, sich stärker der Erschließung kaufkräftiger Exportmärkte zu widmen. "In Österreichs Handelslandschaft mangelt es nicht an schönen Werbebotschaften für die heimischen Milchbauern. Was die Betriebe aber wirklich brauchen, ist ein gemeinsames Bekenntnis zu den heimischen Milchproduzenten. Dieses Bekenntnis muss sich im Preis widerspiegeln. Österreichische Qualität hat ihren Wert und muss auch ihren Preis haben - im inländischen Regal genauso wie auf den Exportmärkten. Die Milchmenge ist im Inland trotz Quotenende nicht gestiegen, dennoch fallen die Preise", gibt der LK-Präsident zu bedenken.

"Wir müssen der schwierigen globalen Milchmarktsituation mit heimischen Offensivmaßnahmen begegnen. Hier rufe ich die Molkereien vehement dazu auf, unsere hochwertigen Qualitätsprodukte auf kaufkräftigen Märkten in der EU und in Drittländern wesentlich aktiver anzubieten. Ich erwarte mir einen echten Schulterschluss mit unseren Bauern, um die Chancen und Risiken der Märkte gemeinsam ergreifen und bewältigen zu können." An die Konsumenten appelliert Schultes einmal mehr: "Schau drauf wo´s herkommt."
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