LICHT FÜR DIE WELT begrüßt Aufstockung des Auslandskatastrophenfonds, aber wo ist der versprochene Stufenplan für die Auslandshilfe?

Roniger: „Wichtiges Signal der Regierung, aber Stufenplan fehlt"

Wien (OTS) - LICHT FÜR DIE WELT begrüßt die angekündigte Erhöhung des Auslandskatastrophenfonds von 5 auf 20 Millionen Euro als ein wichtiges Signal: "Wir freuen uns, dass die Zivilgesellschaft gehört wurde und ein kleiner Teil der Auslandshilfe 2016 erhöht wird", so Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT. "Trotz dieses positiven Signals zur Erhöhung des Auslandskatastrophenfonds ist es wichtig, dass ein konkreter Stufenplan für die gesamte Auslandshilfe vorgelegt und nicht bis zum nächsten Bundesfinanzrahmen gewartet wird", betont Rupert Roniger: "Es reicht nicht, nur Ziele für die ferne Zukunft zu stecken und deren Umsetzung aufzuschieben - auf Worte müssen konkrete Taten folgen."

Der Auslandskatastrophenfond ist nur ein kleiner Teil des Auslandshilfe-Budgets, der für akute Hilfsleistungen zur Verfügung steht. "Neben akuter humanitärer Hilfe, die mit dem Auslandskatastrophenfonds ermöglicht wird, brauchen wir eine Gesamtsteigerung des Auslandshilfebudgets, um nachhaltig Hilfe leisten zu können. Die Menschen in unseren Projektländern können nicht warten", so Roniger abschließend.

Die Bundesregierung verspricht seit den 1970er Jahren - zuletzt im Mai 2015 - eine stufenweise Erhöhung der Auslandshilfe* auf 0,7% des BNE. Die Erreichung dieses Prozentziels bis 2030 sei für die nächsten Budgetverhandlungen Ziel der Bundesregierung, hieß es bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Damit ist der - für diesen Sommer versprochene - Stufenplan erneut in die Zukunft vertagt. Aktuell wendet Österreich für die Entwicklungszusammenarbeit insgesamt nur 0,26% seines BNEs auf. Mit einer Erhöhung des Auslandskatastrophenfonds steigt das Gesamtbudget für die Auslandshilfe nur geringfügig.

Während österreichische NGOs gemeinsam mit ihrem Dachverband "Globale Verantwortung" am Dienstag vor Bekanntgabe der Auslandskatastrophenfonds-Erhöhung für die Vorlage eines konkreten Stufenplans zur Auslandshilfe protestiert haben, wird seit Montag bei der UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung in Addis Abeba die Zukunft einer weltweiten und gemeinsamen Finanzierung der Entwicklung für die kommenden 15 Jahre verhandelt. "In Addis hat Österreich die große Chance, sich gegen Ungleichheit und für eine globale Gerechtigkeit einzubringen", appelliert Rupert Roniger an Außenminister Sebastian Kurz, der Österreich in Addis Abeba vertritt:
"LICHT FÜR DIE WELT ruft alle Verhandlungspartner bei dem Finanzgipfel in Addis dazu auf, in der Umsetzung der neuen Agenda für Entwicklungsfinanzierung die UN-Behindertenrechtskonvention als Kompass zu verwenden und Menschen mit Behinderungen - von denen 80% in Entwicklungsländern leben - in der Agenda miteinzubeziehen."

* ODA-Quote = Anteil der öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit am Bruttonationaleinkommen

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