Meinl-Reisinger: Mariahilfer Straße wird durch Bau der U5 zum Millionengrab

Neugestaltete Fußgängerzone ab 2018 wieder Baustellenzone

Wien (OTS) - Ein effizienter Umgang mit Steuergeld sieht anders aus:
Die heute von Finanzstadträtin Renate Brauner und den Wiener Linien vorgestellte U5 wird nicht nur in die Finanzen von Bund und Stadt Wien ein gehöriges Loch reißen. Auch die neu gestaltete Mariahilfer Straße wird zu einem Millionengrab: "Pünktlich vor der Wiener Wahl wird mit viel Pomp und Trara eine Fußgängerzone gefeiert, obwohl bereits klar ist, dass sie in Kürze wieder Baustellenzone wird", ärgert sich Beate Meinl-Reisinger, "Die Neubaugasse wird durch den Neubau der U5 und die Teilung der U2 ab 2018 wieder zu einer riesigen Baustelle." Das wird aus den Plänen für die Streckenführung ersichtlich, die NEOS vorliegen. Es ist bis zu einem Jahr lang mit umfangreichen Behinderungen und Umleitungen auf der Mariahilfer Straße zu rechnen.

Ganze 25 Millionen Euro hat die Neugestaltung der Mariahilfer Straße gekostet, nach fast einem Jahr Bauzeit wird sie im Sommer offiziell eröffnet. "Ich nehme an, dass Frau Brauner bei ihrer heutigen Präsentation der farblichen Gestaltung der U5 nicht darauf eingehen wird, dass das Vorzeige-Projekt der Grünen für Wahlkampfzwecke missbraucht wird. Es stellt eine üble Verschwendung von Steuergeldern dar, da völlig klar ist, dass sich die Flaniermeile in Kürze wieder in eine staubige Ganzjahres-Baustelle verwandeln wird", bringt es Meinl-Reisinger auf den Punkt. Das zeige auch der Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern: "Sie werden in Planungen nicht mit einbezogen und nicht ausreichend informiert. Bürgerbeteiligung, wie sie die SPÖ meint, beinhaltet lediglich die Abstimmung der Farbe der neuen Ubahn. Die wichtigen Fragen dieser Stadt werden in alter Tradition hinter geschlossenen Türen diskutiert."

Weiters zeige der Bau der U5 das völlige Fehlen einer langfristigen Perspektive in der Mobilitäts- und Stadtplanung auf. Die Stummellinie zwischen Karlsplatz und Frankhplatz wird eine sehr schwache Auslastung haben, nennenswerte Vorteile werden sich erst mit der Verlängerung bis zum Elterleinplatz ergeben, die aber auf Grund des angespannten öffentlichen Budgets noch in den Sternen steht. "Die U5, so wie sie jetzt realisiert wird, hat für die Fahrgäste keinen zusätzlichen Nutzen. Wichtige Investitionen fließen außerdem in den innerstädtischen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, obwohl die Herausforderungen in den Außenbezirken und im Stadt-Umlandverkehr liegen", so Meinl-Reisinger. Die Wiener Außenbezirke sollten erst vollständig erschlossen werden: "Die tatsächlichen Probleme werden hier völlig ignoriert. Dem starken Pendlerzustrom aus dem nahen Umland wird nicht entgegengewirkt, es bräuchte weiters dringend Investitionen in die S-Bahnen in das Umland und Intervallverdichtungen. Wien leistet sich eine sündhaft teure Mobilitätsagentur, die hier aufschreien müsste."

Eine nachhaltige Mobilitätsstrategie benötigt eine Zusammenarbeit zwischen Wien, Niederösterreich und dem Burgenland: "Von einer überregionalen Verkehrsplanung sind wir leider weit entfernt, da immer noch mit der alten Logik der Landeskaiser geplant wird. Hier braucht es neue strategische Ansätze, die von den derzeit Handlenden aber nicht zu erwarten sind", so Meinl-Reisinger.

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