StR Ludwig: Kostengünstig, ökologisch, Innovativ – neues Wohnprojekt in aspern

213 geförderte Wohnungen in Holzbauweise im Niedrigstenergiestandard fertiggestellt und ihren BewohnerInnen übergeben

Wien (OTS) - Innovativ, ökologisch, kostengünstig - mit diesen Schlagworten lässt sich das Siegerprojekt des vom wohnfonds_wien und der Gelup ausgelobten Bauträgerwettbewerbs zu aspern Seestadt beschreiben. 213 geförderte Wohnungen wurden von der EBG (Gemeinnützige Ein- und Mehrfamilienhäuser
Baugenossenschaft reg. Gen.m.b.H.) realisiert.
Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, Bezirksrat Hans Becher und Manfred Pagler, Obmann der EBG, übergaben heute, Donnerstag, den BewohnerInnen ihre neuen Wohnungen.

"Dieses Wohnprojekt beweist, dass hohe Wohnqualität, innovative Architektur und ökologische Bauweise mit leistbaren Konditionen für die Bewohnerinnen und Bewohner vereinbar sind. Und das in einem der momentan angesagtesten Bezirksteilen Wiens - in der Seestadt aspern, einem SMART-City-Vorzeigeprojekt. Das SMART-City-Konzept bedeutet die beste Lebensqualität für alle Wienerinnen und Wiener zu garantieren und dabei Ressourcen durch umfassende Innovationen zu schonen. Hier wurden so viele CO2- Äquivalente eingespart, wie 150 Autos bei einer jährlichen Fahrleistung von je 20.000 km ausstoßen", hielt Wohnbaustadtrat Ludwig fest.
Bei Gesamtbaukosten von 23,2 Mio. Euro hat die Stadt Wien die Errichtung dieser Wohnhausanlage mit 7,9 Mio. Euro an Wohnbaufördermitteln unterstützt. Die Miete beträgt 7,21 Euro/m2, der Eigenmittelanteil 90.- Euro/m2. In den verbauten Holzteilen sind rund 290 Tonnen CO2 gespeichert.

"Im Juli ist die erste Phase der Wohnbebauung von aspern Seestadt abgeschlossen. Rund 6.000 Seestädterinnen und Seestädter leben bereits in Europas größtem Stadtentwicklungsgebiet. Ich heiße im Namen des Bezirks Donaustadt alle herzlich in der Seestadt willkommen", so Bezirksrat Hans Becher.

"Dieses Wohnprojekt zeigt, dass sich der Baustoff Holz ideal auch im großvolumigen Wohnbau einsetzen lässt. Wir wollen hier gemeinsam mit den Mieterinnen und Mietern neue Wege des Energiesparens beschreiten - im Sinne der Umwelt und einer geringeren Belastung der Haushaltsbudgets", erklärte Baumeister Manfred Pagler, Obmann der EBG.

Innovative Architektur

Im südöstlichen Teil der Seestadt aspern wurde von Berger + Parkkinen Architekten ZT GmbH und querkraft architekten zt eine Wohnhausanlage mit insgesamt 213 Wohnungen und 8 Geschäften in Holzbauweise geplant. Die Decken und Stiegenhäuser sind aus Stahlbeton, die Außenwände wurden in Holzriegelbauweise mit einer Holzsichtverkleidung ausgeführt. Die drei Gebäudeteile werden durch Nord-Süd laufende verglaste Laubengänge in drei Reihen miteinander verbunden. Die serielle, lineare Grundstruktur bietet eine große Flexibilität in der Anordnung verschiedenster Wohnungstypen und ermöglicht so eine gute Durchmischung der Bewohnerstruktur. Das Gebäude gliedert sich in Tiefgarage, Sockelbereich und in 7 Bauteile mit 4 bis 7 oberirdischen Geschoßen. Im unterirdischen Bereich befindet sich eine zweigeschossige Tiefgarage mit 408 Stellplätzen (Kosten rd. 87.- Euro/Stellplatz).
Der Innenhof als halböffentliche Zone ist das gemeinsame Herz der Anlage, welches an die Fußgängerzone angebunden ist und von den Gemeinschaftsräumen im Erdgeschoss eingeschlossen wird. Private Freiräume stehen den Mietern in Form von Loggien, Terrassen und Balkonen zur Verfügung. Eine Besonderheit ist die Gestaltung der Gemeinschaftseinrichtungen, die zukünftigen Bewohner sind in die Gestaltung der Außenanlagen miteingebunden. Im begrünten Hof ist ein "Canyon"-Freiraum mit Kommunikationszone als Jugendspielplatz installiert. Zusätzlich stehen den Bewohner ein Fitnessraum mit Sauna und ein Clubraum zur Verfügung.

Ökologie im Fokus

Nachhaltige Niedrigenergiebauten mit intelligenter, energieeffizienter Haustechnik schaffen höchste Behaglichkeit und schützen die Umwelt Das Gebäude ist thermisch im Sinne eines Niedrigst-Energiehauses konzipiert. Holz ist der Baustoff für die dämmenden Außenwände. Die Wände wurden unter Verwendung von heimischem Holz und Holzwerkstoffen und effizientem Dämmmaterial qualitätsgesichert im Werk vorgefertigt. An den Fassaden wird das Material Holz als Lärchenschalung mit offener Fuge auch sichtbar. Durch diesen hohen Vorfertigungsgrad wird die Belastung der Umwelt auch durch Verringerung von Lärm und Staub sowie Abgasen minimiert werden.
In den Außenwänden sind Einzellüfter mit Wärmerückgewinnung eingebaut die eine kontrollierte Wohnraumlüftung für jede Wohnung gewährlisten. Zusätzlich wurden Solarthermie-, Photovoltaik- und Hybridanlagen am Dach für die Energiegewinnung aufgestellt. Es wurde ein Erdspeicher unter der Tiefgarage errichtet dieser sorgt für die Aufbereitung von Warmwasser für die Fußbodenheizung sowie auch als Kühlung der in der Hybridanlage verbauten Fotovoltaik-Modulen.

Die Wohnhausanlage ist am Forschungsprojekt der Aspern Smart City Research (ASCR) beteiligt.

Ziel der ASCR ist es, die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen und gleichzeitig Wirtschaftlichkeit und innovative Technik zu verbinden, wobei die Technologie einen äußerst energieeffizienten und schadstoffarmen Umgang mit Energie gewährleisten soll.
Beteiligung der Mieter: Die ASCR erforscht die Flexibilität und Bereitschaft der MieterInnen, ihr Verbrauchsverhalten in Energiefragen anzupassen. Zusätzlich wird das Interesse und die Akzeptanz von unterschiedlichen Strom-Tarifmodellen analysiert. Dabei ist das Forschungsprogramm auf die Bereitschaft der Beteiligung der MieterInnen angewiesen - das heißt auf konkrete Energieverbrauchsdaten. Dazu werden beispielsweise alle Wohnungen mit sogenannten Smart Metern, das sind elektronische Zähler, welche Energieverbrauchsdaten aufzeichnen und weiterleiten können, ausgestattet. Die BewohnerInnen haben also die einzigartige Möglichkeit, unmittelbar an diesem Programm mitzuwirken, davon zu profitieren und zusätzlich auch noch einen wertvollen Beitrag für eine saubere Umwelt zu leisten.

Die MieterInnen der am Programm beteiligten Gebäude nehmen nicht automatisch am Forschungsprogramm teil. Sie wurden im Vorfeld informiert und erst mit der Unterzeichnung der Zustimmungserklärung nehmen sie daran teil. Jede Wohnung erhält zuerst eine Standard-Ausstattung zur Wärme- und Lüftungsregelung.
Mehrwert der TeilnehmerInnen: Sofern die Zustimmung zur Datennutzung unter strengen Datenschutzauflagen erteilt wird, erhalten die TeilnehmerInnen eine hochmoderne Heizungs- und Lüftungsregelung, die beispielsweise bei Betätigen eines bei der Wohnungseingangstür angebrachten Schalters die Heizung und Lüftung in einen vordefinierten Zustand versetzt, um letztendlich Geld zu sparen. Zusätzlich werden Verbrauchsdaten von Strom und Wärme in visueller Form zur Verfügung gestellt.

Rückfragen & Kontakt:

Christian Kaufmann
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
01/4000-81277
christian.kaufmann@wien.gv.at

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