Kinderbetreuung: Ferien-Horror für berufstätige Eltern AK kritisiert überlange Schließzeiten

Linz (OTS) - Die großen Ferien stehen vor der Tür. Grund zum Jubeln für die Kinder, Horror für viele berufstätige Eltern. Denn die Kinderbetreuungseinrichtungen in Oberösterreich bleiben im Jahr 32,6 Tage geschlossen, die meisten Eltern haben aber nur Anspruch auf fünf Wochen Urlaub. Für Vollzeit beschäftigte Eltern von Kindern im Vorschulalter ist die Situation sogar schlechter geworden, kritisiert die Arbeiterkammer.

Zwischen den Schließzeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen und dem Urlaubsanspruch der Eltern klafft eine Betreuungslücke, die viele Mütter und Väter Jahr für Jahr vor eine Zerreißprobe stellt. Fasst man alle Kindertagesheimstätten (Krabbelstuben, Kindergärten und Horte) zusammen, liegt Oberösterreich mit 32,6 Schließtagen weit über dem Österreich-Durchschnitt von 24,4 Tagen. Hier ergibt sich eine Betreuungslücke von fast zwei Wochen. In den Sommermonaten fallweise angebotene "Saisonkindertagesheime" sind laut Statistik Austria dabei nicht berücksichtigt.

Gute Nerven und viel Organisationstalent brauchen vor allem Eltern von Kindergartenkindern. Oberösterreichische Kindergärten sind im Schnitt 34,1 Tage (Österreich: 29,4) im Jahr geschlossen. Die Krabbelstuben sind in Oberösterreich 26,4 Tage (Österreich: 15,1) Tage geschlossen, die Horte 33,8 Tage (Österreich: 26,2).

Der Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf (VIF) zeigt, ob das Kinderbetreuungsangebot den Eltern eine Vollzeit-Beschäftigung ermöglicht. Die VIF-Kriterien sind:
• wöchentliche Öffnungszeiten von mindestens 45 Stunden (Montag bis Freitag)
• an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet
• Angebot Mittagessen
• maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen

"Es ist erschreckend, dass bei den vollzeitkompatiblen Kinderbetreuungsplätzen in Oberösterreich nicht nur nichts weitergeht, die Situation ist im Vorjahresvergleich sogar schlechter geworden", stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fest. Hatten 2012/13 noch 3,3 Prozent der Unter-Dreijährigen in Oberösterreich einen VIF-konformen Betreuungsplatz, waren es 2013/14 nur noch 3,2 Prozent. Im Bundesländervergleich rangiert Oberösterreich damit schon seit Jahren auf dem letzten Platz. Vom Barcelona-Ziel der Europäischen Union (Betreuungsplätze für 33 Prozent der Unter-Dreijährigen) ist Oberösterreich - auch ohne VIF-Kriterien -noch Lichtjahre entfernt.

Noch schlechter ist die Entwicklung bei den Drei- bis Sechsjährigen. Standen 2012/13 noch VIF-konforme Kindergartenplätze für 15,8 Prozent dieser Altersgruppe zur Verfügung, waren es 2013/14 nur noch 14,5 Prozent.

"Es stimmt schon, dass der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen in Oberösterreich fortschreitet, wie Landesrätin Hummer nicht müde wird zu betonen. Das zeigt auch unser alljährlicher Kinderbetreuungsatlas. Der Ausbau muss aber noch viel mehr forciert werden", fordert AK-Präsident Kalliauer. Investitionen seien nicht nur in den Ausbau, sondern auch in eine Ausweitung der Öffnungszeiten bestehender Einrichtungen und in die Qualität der Einrichtungen notwendig, etwa durch bessere Betreuungsschlüssel und eine Aufwertung der Pädagogen/-innen.

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