Heinisch-Hosek/Brunner: Sexuelle Integrität und gesundes Körperbewusstsein stärken

SPÖ Frauen starten Fragebogenaktion „Mein Körper.Selbst.Bestimmt!“ – Modelagenturen in die Pflicht nehmen, für Kennzeichnungspflicht bei Werbe-Plakaten

Wien (OTS/SK) - Frauenministerin, SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek und SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner haben heute, Mittwoch, die Schwerpunkte der Fragebogenaktion vorgestellt, die diesen Sommer in ganz Österreich durchgeführt wird. "Uns geht es um sexuelle Integrität und ein gesundes Körperbewusstsein", betonte die Frauenministerin. Mit dem gestrigen Beschluss im Nationalrat zur Ausweitung der sexuellen Belästigung im Strafgesetzbuch sei ein wichtiger frauenpolitischer Erfolg erzielt worden. "Seit Jahren kämpfen wir dafür, dass sexuelle Belästigung nicht als Kavaliersdelikt behandelt wird und nicht mehr nur die unerwünschte Berührung primärer und sekundärer Geschlechtsorgane geahndet werden kann. Dem Ausüben von Macht auf Kosten der Frauen wird nun strafrechtlich ein Riegel vorgeschoben", so Heinisch-Hosek. Mit der Sommer-Aktion soll u.a. über die Neuregelungen im StGB informiert und das Bewusstsein für falsche Schönheitsideale in der Werbung geschärft werden. Modelagenturen und Werbeindustrie müssen mehr in die Pflicht genommen werden, fordern Heinisch-Hosek und Brunner. ****

Jede zweite Frau in Europa und jede dritte Frau in Österreich haben seit ihrem 15. Lebensjahr irgendeine Form der sexuellen Belästigung erfahren. "Es wird Frauen Sicherheit geben, wenn sie die Möglichkeit haben, nach unerwünschten, intensiven, sexuell konnotierten Berührungen auch strafrechtliche Maßnahmen zu ergreifen", ist die Ministerin überzeugt. "Ebenso der neue Paragraf, der festhält, ein ‚Nein‘ müsse genügen. Vergewaltigung unter diesen Umständen wird geahndet" und auch wenn es aufgrund etwa des sogenannten "Freezing" zu keiner Gegenwehr gekommen ist, erklärte Heinisch-Hosek. Sie ist überzeugt, dass die neuen Paragrafen Wirkung zeigen werden. Auch bei der Anti-Stalking-Bestimmung habe es zunächst Bedenken gegeben "und sie greift", so die Ministerin.

Das zweite große Thema der Sommeraktion betrifft Maßnahmen für ein gesundes Köperbewusstsein. Bereits jedes zweite Mädchen und jede zweite Frau fühlen sich zu dick, Essstörungen nehmen zu. Das zeigen die Ergebnisse des Frauengesundheitsberichtes 2010/2011. "Es liegen bereits Vorschläge auf dem Tisch, die wir sozialdemokratischen Frauen seit vielen Jahren aufgreifen und fordern." So müssten Modelagenturen mehr in die Pflicht genommen werden. "Es sollte in der Gewerbeordnung festgehalten werden, dass jemand, der jemanden unter Vertrag nimmt, das nur unter bestimmten Bedingungen tun darf", etwa nur, wenn ein gewisser Body-Mass-Index bzw. ein bestimmtes Köpergewicht nicht unterschritten wird.

Die Ministerin fordert außerdem eine Kennzeichnungspflicht für Werbeplakate, etwa in Form eines Ampel-Systems. "Wir wollen, dass Frauen und Mädchen noch mehr bewusst wird, dass Bilder in der Werbung sehr stark bearbeitet sind. Es muss erkennbar sein, dass diese Bilder keine Wirklichkeit abbilden und es sich deshalb auch nicht lohnt, diesem falschen Ideal nachzueifern", so Heinisch-Hosek.

SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Brunner erläuterte die Details der Sommer-Aktion: "Nach der letzten sehr erfolgreichen Fragebogen-Aktion haben wir uns entschlossen, auch diesen Sommer wieder zu nützen, um in den Städten und am Land mit Frauen ins Gespräch zu kommen und zu schauen, wo der Schuh drückt." SPÖ-Frauen und Jugendorganisationen werden in ganz Österreich unterwegs sein, "dort, wo sich viele Frauen im Sommer aufhalten: In Parks, auf Spielplätzen, in Bädern, auf Märkten, bei Sport-Events." Darüber hinaus gibt es Hausbesuche, Gesundheitspicknicks, Sommercocktails und Sommerkino-Abende. "Da das Thema Schönheit besonders für junge Frauen eine große Rolle spielt, freuen wir uns, dass auch die Sozialistische Jugend mit uns gemeinsam in ganz Österreich Veranstaltungen und Straßenaktionen durchführt." Die Ergebnisse der Fragebogenaktion werden der Frauenministerin und Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser als Anregung für den Nationalen Aktionsplan Frauengesundheit übergeben. (Schluss) sc/ve

Fotos der heutigen Pressekonferenz finden Sie hier:
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