Crowdfunding - Stronach/Nachbaur: Wagniskapital als Form der Geldanlage etablieren

Basel III ist KMU Killer und soll temporär ausgesetzt werden

Wien (OTS) - "Es ist grundsätzlich gut, dass Sie hier etwas getan haben", begrüßte Team Stronach Wirtschaftssprecherin Kathrin Nachbaur in der gestrigen Nationalratssitzung den Regierungsvorschlag, die Bedingungen für Crowdfunding zu verbessern. Doch gleichzeitig stellte sie in ihrem Debattenbeitrag die Frage, "warum die Regierung denn Aktien und Anleihen schlechter als Genossenschaftsanteile oder sonstige Beteiligungsformen stellt? Aktien sind das am allermeisten reglementierte aber auch das wichtigste Instrument am Kapitalmarkt. Gerade die anfängliche Kapitalbeschaffung ist derzeit für Jungunternehmer das größte Problem", so Nachbaur. Deshalb müsse Wagniskapital in Zukunft verstärkt als Form der Geldanlage etabliert werden, so ihr Appell.

"Oft dürfen die Banken an Jungunternehmer gar keine Kredite vergeben. Ein Hauptgrund dafür ist Basel III", erklärte Nachbaur, "dieses Regelwerk ist ein absoluter KMU-Killer, der der gesamten Wirtschaft in Europa schadet, weil es zwischen Staaten und Unternehmen als Kreditnehmern unterscheidet. Während Banken Staatsanleihen kaufen können, ohne dies mit Eigenmitteln unterlegen zu müssen, wird es aufgrund der vielen Auflagen immer unattraktiver für Banken, die Realwirtschaft zu finanzieren." Nachbaur mahnte: "Die Banken müssen wieder ihrer eigentlichen Kernaufgabe nachkommen können, nämlich Gelder einsammeln und Kredite an Menschen und Firmen vergeben." Deshalb solle sich Österreich "auf europäischer Ebene dafür stark machen, Basel III zumindest temporär auszusetzen", forderte sie.

Österreich könne aber auch unabhängig von der EU etwas für die Jungunternehmer und Start-ups tun. Nachbaur schlug vor, dass ein Privater, der sein Geld in ein Jungunternehmen bzw. nicht börsennotiertes Unternehmen hineingibt, "für sein erhöhtes Risiko auch etwas haben soll, nämlich einen um die Hälfte ermäßigten Steuersatz wenn seine Anteile im Laufe der Zeit etwas wert werden!" Zudem müsse ein Verlustvortrag auf eine spätere Veranlagung zulässig sein. Das Wagniskapital sollte im Falle von Verlusten sofort abgeschrieben werden können, statt - wie es heute der Fall ist - nur im Verlauf von sieben Jahren, "es würde sich dann viel stärker als Geldanlageform etablieren, insbesondere angesichts der Tatsache, dass durch die Niedrigzinspolitik der EZB das Geld am Sparbuch beim Dahinschmelzen beobachtet werden kann", erklärte die Mandatarin.

Nachbaur erwartet von der Regierung, brauchbare Ideen durchsetzen, die helfen, Arbeitsplätze zu schaffen: "Zum Beispiel sollen für die ersten 3 Mitarbeiter eines jungen Unternehmens drei Jahre lang nur die halben Lohnnebenkosten verrechnet werden. Und die Mindest-KÖSt gehört gestrichen, sie ist eine Ertragssteuer, die auch anfällt, wenn kein Ertrag da ist - das ist ja absurd", erklärte Nachbaur. Nur in der Realwirtschaft könne man Wohlstand schaffen, "niemals durch diese sozialistischen Ideen, die am Ende des Tages nur die Staatsverschuldung in die Höhe treiben und damit den nächsten Generationen das Leben schwer machen", betonte die Team Stronach Mandatarin.

Rückfragen & Kontakt:

Team Stronach Parlamentsklub
++43 1 401 10/8080
parlamentsklub@teamstronach.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TSK0003