Rasinger: Pro Jahr sterben 15.000 Menschen am Rauchen - Tabakgesetz ist Schritt, um Risikofaktor Rauchen zurückzudrängen

ÖVP-Gesundheitssprecher fordert langfristige nationale Anti-Rauch-Strategie

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Das Gastronomie-Rauchverbot ist ein Schritt, um den Risikofaktor Rauchen zurückzudrängen, aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Genauso wichtig ist es, dass wir eine langfristige Anti-Rauch-Kampagne starten, die vor allem an Jugendliche und Ausstiegswillige gerichtet sein sollte, appelliert heute, Mittwoch, ÖVP-Gesundheitssprecher Abg. Dr. Erwin Rasinger an die Gesundheitsministerin, hier tätig zu werden.

"Der Jugendschutz muss im Vordergrund stehen", weist Rasinger darauf hin, dass schon sehr viele Zwölfjährige zum "Glimmstängel" greifen. Österreich sei neben Grönland hier negativer Weltmeister, obwohl erst ab dem 16. Lebensjahr geraucht werden darf und vor dem "Hintergrund", dass in vielen Staaten sogar erst ab 18 Jahren Rauchen erlaubt ist. Hier sei auch die Verantwortung der Eltern gefragt, so Rasinger.

Der Staat nimmt durch Tabak 1,7 Milliarden Euro ein, die Kosten, die das Rauchen verursacht, liegen aber laut einer IHS-Studie um 500 Millionen höher. Das heißt, die Nichtraucher zahlen an den Rauchschäden mit. Nicht zuletzt fordert die WHO daher eine Erhöhung der Tabakpreise als effizientes Mittel zur Reduktion des Tabakkonsums. Die Preise liegen in Österreich um zirka 50 Cent pro Packung unter Deutschland. In der Schweiz, Frankreich, England oder Griechenland sind Zigaretten noch wesentlich teurer, so Rasinger weiter.

Rasinger, selbst Hausarzt, weist darauf hin, dass Rauchen der weitaus größte Einzelfaktor sei, der die Gesundheit schädigt. "Pro Jahr sterben 15.000 Menschen an den Folgen von Rauchen. Wer raucht, stirbt etwa acht Jahre früher", so der Abgeordnete weiter. 30 Prozent aller Krebserkrankungen - etwa 13.000 - seien durch Rauchen bedingt, 90 Prozent der Lungenkrebserkrankungen sind zigarettenbedingt, aber neuesten Studien zufolge sei sogar ein Konnex zu Bauchspeicheldrüsenkrebs und Prostatakrebs festgestellt worden. "Die Herzmortalität ist um das Dreifache gesteigert, ebenso das Risiko für arterielle Verschlusskrankheiten. Etwa 80 Prozent der chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen gehen ebenfalls auf das Rauchen zurück", so der Hausarzt weiter. Aber auch Passivrauchen schade, verweist Rasinger auf etwa 100 Lungenkrebstote pro Jahr durch Passivrauchen.

"Angesichts dieser drastischen Zahlen wollen etwa zwei Drittel der Raucher aufhören. Nikotinabhängigkeit ist aber am einfachsten zu bekämpfen, in dem man gar nicht mit dem Rauchen anfängt. Die Zahlen zeigen, dass eine nationale Anti-Rauch-Strategie dringend benötigt wird. Das Thema Rauchen nur bei den Wirten "aufzuhängen" ist klar zu wenig."

Der Gesetzesentwurf sieht ab dem 1. Mai 2018 ein Rauchverbot für alle Gastronomiebetriebe vor. Neben den klassischen Tabakerzeugnissen sind von der Regelung auch Wasserpfeifen und verwandte Produkte wie etwa die E-Zigaretten erfasst. Als Anreiz für einen vorzeitigen und freiwilligen Umstieg von Betrieben schon vor dem 1. Juli 2016 wird es eine steuerliche Prämie in der Höhe von 30 Prozent für getätigte Umbauinvestitionen geben. In der Hotellerie gilt ein Rauchverbot auch in den der Nächtigung von Gästen dienenden Zimmern. Allerdings wurde den Beherbergungsbetrieben mit der Begründung, dass die Verweildauer der Gäste auch mehrere Tage oder Wochen betragen könne, die Möglichkeit eingeräumt, streng abgetrennte Raucherräume ohne Konsumation und Service einzurichten.
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