Steuerreform: Wiener Handel fordert Gleichbehandlung für alle Wirtschaftssektoren

Wien (OTS) - "Die geplante Registrierkassenpflicht wird dem heimischen Handel massive Kosten verursachen und ist für Unternehmen mit Kleinstprodukten und hoher Frequenz praktisch nicht umsetzbar. Umso unverständlicher erscheint es, dass Landwirte von dieser Regelung ausgenommen werden sollen", meinen der Obmann des Wiener Handels Dr. Rainer Trefelik und dessen Stellvertreter KommR Akan Keskin.

Von der Neuregelung sind insbesondere Unternehmen betroffen, bei denen ein Ausstellen des Belegs aufgrund der hohen Kundenfrequenz nur äußerst schwer möglich wäre (z.B. Markthändler, Lebensmittelhändler, Schausteller, Eisstände, Schirmbars). Eine Registrierkassenpflicht in der geplanten Form führt zu einer hohen zusätzlichen administrativen Belastung und behindert die eigentliche Geschäftstätigkeit erheblich. "Es ist nicht einzusehen, warum Ab Hof-Verkäufe bei Landwirten nicht unter diese Regelung fallen, aber Verkäufe von Markfahrern schon", zeigt sich der Obmann des Landesgremiums Wien des Markthandels Akan Keskin verärgert. "Sowohl für den Konsumenten als auch den Unternehmer wird es nicht nachvollziehbar sein, warum der Markthändler eine Registrierkasse haben muss, der Landwirt daneben aber nicht. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen", führt Keskin weiter aus.

"Die Landwirtschaftsunternehmen haben ohnehin die Möglichkeit zusätzlich zu Subventionen zu kommen, weshalb es nicht fair ist, dass sie darüber hinaus noch von etlichen Reglungen der Gewerbeordnung ausgenommen sind, wie z.B. bei der Betriebsanlagengenehmigung, bei erweiterten Nebenrechten, bei der Grunderwerbssteuer oder der Umsatzsteuer (diese liegt bei Ab Hof-Verkäufen von Wein bei 13% und nicht wie im Handel bei 20 %), bei den Öffnungszeiten, der Sonn- und Feiertagsruhe, Preisauszeichnung, etc.", merkt Trefelik an.

"Wir fordern einerseits, dass der Schwellenwert für die Erfordernis einer Registrierkasse erhöht und keine Wertgrenze für die "Kalte Hände-Regelung" eingeführt wird, um die Kleinstunternehmen zu entlasten und andererseits keine sachlich nicht gerechtfertigte Sonderregelungen für nur einen Wirtschaftszweig - denn schließlich sind auch Landwirte Unternehmer", so Keskin und Trefelik abschließend.

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