AK: Erste Klagen gegen Banken für geschädigte Franken-Kreditnehmer

Wegen Stop-Loss-Order Verluste entstanden – Einige Banken kooperativ, andere nicht, rund 100 Fälle im Schlichtungsverfahren

Wien (OTS) - Die AK hat im Februar den Verein für Konsumenteninformation (VKI) beauftragt, ein Sammelschlichtungsverfahren für Stop-Loss-Order geschädigte Franken-KreditnehmerInnen durchzuführen. Bis Mitte März haben sich rund 160 Betroffene gemeldet. Bei einigen konnte bereits eine Einigung mit der Bank erzielt werden, rund 100 Fälle sind derzeit noch im Schlichtungsverfahren. Einige Banken wollen sich aber nicht am Schlichtungsverfahren beteiligen. Die AK bringt jetzt gegen zwei Banken Klagen ein und kündigt weitere an.

Wer bei der Freigabe des Frankenkurses am 15. Jänner durch die Schweizer Nationalbank viel Geld verloren hat, weil der Fremdwährungskredit mit einer Stop-Loss-Order abgesichert war und eine nachteilige Konvertierung erfolgte, konnte sich an der AK Aktion beteiligen. Die AK hat den VKI mit Sammel-Schlichtungsverfahren beauftragt, um Betroffenen bei der Durchsetzung von allfälligen Schadenersatzansprüchen zu unterstützen. Durch den Wegfall der Kursstützung ist der Wechselkurs im Jänner regelrecht abgestürzt. Die Fremdwährungskredite vieler KonsumentInnen wurden auf Basis derartiger Order erst zu einem Kurs von rund 1:1 oder schlechter in den Euro konvertiert, woraus sich ein Schaden in oft beträchtlicher Höhe ergab. Das Angebot der AK hat sich an jene Franken-KreditnehmerInnen gerichtet, die im Euro blieben.

Bis Mitte März haben sich rund 160 KonsumentInnen bei der AK-Aktion angemeldet.

Der Stand der Dinge:
+ Laufende Sammel-Schlichtungsverfahren: Etwa 100 Fälle befinden sich im Schlichtungsverfahren, beteiligt sind 36 Banken. Die durchschnittliche Schadenshöhe beträgt 38.000 Euro.
+ Banken zahlen: Bei 14 Fällen mit einem Schadensvolumen von 320.000 Euro konnte mit insgesamt zehn regionalen Raiffeisen- und Volksbanken und einer Sparkasse eine Einigung erzielt werden.
+ Banken zahlen nicht und wollen sich nicht am Schlichtungsverfahren beteiligen: Gegen die Volksbank Salzburg und die Landeshypothekenbank Steiermark bringt die AK nun erste Klagen ein, weitere sind geplant.

Der Gesamtschaden der noch offenen Fälle beträgt 4,4 Millionen Euro.

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