Glühende Hitze, scharfe Worte und kantige Positionen am Bauerntag in Wieselburg

NÖ Bauernbund stellte mit 1600 Landwirten Stärke und Zusammenhalt unter Beweis

St.Pölten (OTS) - Hervorragender Besuch des bereits fünften und schon zur gern angenommenen Tradition gewordenen Bauerntags im Rahmen der "Inter-Agrar-Messe": Trotz des heißen Wetters und der hohen Temperaturen im Festzelt sind am Samstag 1600 Landwirte der Einladung von NÖ Bauernbundobmann NAbg. Hermann Schultes und Direktorin Klaudia Tanner nach Wieselburg gefolgt und haben so die Einigkeit und Stärke des Niederösterreichischen Bauernbunds als politische Interessensvertretung der Bäuerinnen und Bauern und des gesamten ländlichen Raums in Niederösterreich eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Agrarland NÖ erwirtschaftet 30 Prozent der Gesamtwertschöpfung

Gemäß dem Motto "Bauernbund. Unser Bund fürs Leben" und "Niederösterreich, da schaun wir d’rauf" wies Tanner in der Talk-Runde gemeinsam mit NÖ Agrarlandesrat Stephan Pernkopf auf die vielfältigen Leistungen der Bäuerinnen und Bauern für Gesellschaft und Umwelt hin. "Vier Prozent der Bevölkerung Niederösterreichs sind in der Landwirtschaft tätig. Diese vier Prozent versorgen 100 Prozent der Bevölkerung im Land mit regionalen und sicheren Lebensmitteln sowie mit Erneuerbarer Energie und sorgen für eine gepflegte Landschaft und die Erhaltung von Kultur und Tradition", so Tanner. Die 41.000 landwirtschaftlichen Betriebe, das sind rund ein Viertel aller Agrarbetriebe bundesweit, erwirtschaften einen Produktionswert von mehr als 2,2 Milliarden Euro und tragen mit rund 30 Prozent überproportional zur gesamten Agrar-Wertschöpfung Österreichs bei. Für Pernkopf damit ein "äußerst stabiler Sektor der heimischen Wirtschaft und wesentlicher Wirtschaftsmotor im ländlichen Raum." Im Rahmen des neuen Programms für die Ländliche Entwicklung werden bis 2020 in Niederösterreich rund 20.000 bäuerliche und agrarwirtschaftliche Projekte umgesetzt, die ein Investitionsvolumen von 1, 3 Milliarden Euro beinhalten. "Agrarpolitik bedeutet angewandte Wirtschaftspolitik", so Landesrat Pernkopf.

Im Jahr der Republiksjubiläen (70 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges, 70 Jahre 2. Republik und 60 Jahre Staatsvertrag) wurde am Bauerntag besonders das Wirken von Leopold Figl als "Vater des österreichischen Staatsvertrags" in den Vordergrund gestellt. Im ehrenden Gedenken und zum 50. Todestag des großen österreichischen Politikers hat der NÖ Bauernbund auch die Festschrift "Leopold Figl - ein Leben für Österreich" herausgegeben, die am Bauerntag an die Besucher verteilt wurde.

GVO-Freiheit verfassungsrechtlich absichern

Als Ehrengast der Veranstaltung hob Bundesminister Andrä Rupprechter die Bedeutung der Agrarpolitik als verlässlichen Partner für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe hervor. Niederösterreichs Bäuerinnen und Bauern seien maßgebend bei Innovation, Modernisierung und Qualität. Nur so könne, zusammen mit dem Erschließen neuer Absatzmärkte, eine Antwort auf die schwierigen Herausforderungen gefunden werden: "Wir brauchen Verlässlichkeit und Stabilität und keine rot-blaue Cuveé wie im Burgenland bei der das Wort Landwirtschaft im Regierungsprogramm genau einmal vorkommt und das nur in Bezug auf die Ressortzuteilung." Einmal mehr appellierte Bundesminister Rupprechter zu einer geschlossenen Haltung aller Parteien, um das Gentechnik-Anbauverbot verfassungsrechtlich abzusichern.

"Schau drauf wo’s herkommt": Fokus auf die Herkunft legen

Die für die Bauern in vielen Branchen nicht mehr kostendeckende Preissituation auf den Agrarmärkten und im Lebensmittelhandel nahm Bauernbundobmann Hermann Schultes, der seit zehn Jahren an der Spitze des NÖ Bauernbunds steht, in seiner Rede ins Visier: "In Zeiten, in denen sich viele Menschen nicht mehr auskennen, was gut für sie ist, ist es umso wichtiger, dass richtigen, ordentlichen und ehrlichen Produkten vom Bauernhof Wertschätzung entgegengebracht wird. Wir können stolz auf unsere Leistungen sein. Auch wenn es in einigen Betriebs- und Erzeugerbereichen zur Zeit schwer ist, wissen wir, dass wir zu den Besten gehören werden, weil wir die besten Produkte der Welt auf den in- und ausländischen Märkten anbieten."

"Schau drauf wo´s herkommt" wird dazu die Leitlinie für die Qualitäts-produktion der heimischen Landwirtschaft in den nächsten Jahren lauten. Diese werden vom heimischen Handel ebenso eingefordert wie auf der Speisekarte im Wirtshaus und bei den internationalen Verhandlungen über den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. "Die österreichische Herkunft muss allen Beteiligten, Konsumenten wie Handel, etwas wert sein. Wir werden nicht die billigsten Anbieter sein, doch wir können verlangen, dass für unsere ehrlichen und hochqualitativen Produkte, die weltweit Wertschätzung genießen, echte und gerechtfertigte Priese gezahlt werden", so Hermann Schultes.

Scharfe Worte schlug auch Agrar-Landesrat Stephan Pernkopf an:
"Ungelöste Fragen in dieser Republik müssen endlich angegangen werden, statt auf den Sankt Nimmerleins-Tag verschoben zu werden. Figl hat die heißen Eisen angegriffen und geschmiedet, Faymann greift nichts an und verbrennt sich trotzdem ständig die Finger. Den Neiddebatten und der Kontroll- und Regulierungswut muss ein Ende gesetzt werden und soziale Hängematten müssen ausgehängt werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Land der Hämmer zum Land der Hemmnisse wird." In direktem Bezug auf die Landwirtschaft solle ein unter seinem Vorsitz in der Österreichischen Landes-Agrarräte-Konferenz herbeigeführte Beschluss für ein neues, stark vereinfachtes Kontrollsystem für die bäuerlichen Betriebe spürbare Entlastungen bringen und die Entbürokratisierung weiter vorantreiben.

Teilnehmer am Bauerntag waren neben dem gesamten Präsidium und dem Landesvorstand des NÖ Bauernbunds mit zahlreichen Abgeordneten zum Nationalrat, Landtag und Bundesrat auch die Vizepräsidenten der NÖ Landwirtschaftskammer, Theresia Meier und Otto Auer. Ebenfalls am Bauerntag mit dabei gewesen sind unter vielen anderen Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, RWA-Aufsichtsratsvorsitzender Johannes Lang, Messedirektor Werner Roher, Militärkommandant Rudolf Striedinger, Rot Kreuz-Präsident Willi Sauer, Bezirkshauptmann Johann Seper und die Obfrau der NÖ Dorf- und Stadterneuerung Maria Forstner sowie die Landjugend-Leiter Sandra Zehetbauer und Harald Hochedlinger und Jungbauern-Landesobmann Johann Deix.

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