Gemeinnützigkeit: der unterschätzte Wirtschaftsfaktor

Studie zeigt Wertschöpfung von zehn Milliarden Euro – es gibt noch viel Potenzial, so das Resümee einer Podiumsdiskussion mit Staatssekretär Mahrer und Gesundheitsstadträtin Wehsely

Wien (OTS) - Viele Bereiche des öffentlichen Lebens könnten ohne das Miteinander von privaten und öffentlichen gemeinnützigen Einrichtungen nicht mehr funktionieren. Daher müssen die Rahmenbedingungen für gemeinnützige Unternehmen verbessert und die Wertschätzung von gemeinnützigem Engagement Einzelner spürbarer werden. Darüber waren sich gestern, Mittwoch, Abend in der Wiener Urania die Teilnehmer an der Diskussion über die von Univ. Prof. Dr. Gottfried Haber (Donau-Universität Krems) präsentierten und von der Vinzenz Gruppe in Auftrag gegebenen Studie "Ökonomische Bedeutung der Gemeinnützigkeit in Österreich" einig. An der anschließenden Diskussion nahmen Staatssekretär Dr. Harald Mahrer, die Wiener Gesundheitsstadträtin Mag.a Sonja Wehsely und Dr. Michael Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe teil.

Sukkus der volkswirtschaftlichen Analyse Habers: Zieht man einige wesentliche Bereiche der Gemeinnützigkeit - wie etwa Freiwilligkeit/Gemeinnützigkeit/Non-Profit-Organisationen über Spenden und CSR bis hin zur informellen Freiwilligkeit - heran, ergibt das für Österreich eine jährliche Wertschöpfung von rund zehn Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von rund drei Prozent am BIP. Darüber hinaus können rund 70.000 Arbeitsplätze dem Bereich Gemeinnützigkeit zugerechnet werden. Dabei sind in diesen Zahlen noch gar nicht die Effekte privater gemeinnütziger Einrichtungen wie etwa Krankenhäuser enthalten, die alleine eine direkte Wertschöpfung von mehr als 1,1 Milliarden Euro, mit Folgeeffekten sogar knapp 2,4 Milliarden Euro bringen. Direkt finden in diesen Krankenhäusern 31.000 Menschen ihren Arbeitsplatz, indirekt hängen sogar 45.000 Menschen von diesem Bereich ab.

Die beeindruckende Leistung privater gemeinnütziger Einrichtungen wird heuer auch erstmals im aktuellen Wirtschaftsbericht 2015 der Bundesregierung abgebildet. "Wir wollen damit zeigen, welch unschätzbaren Beitrag private gemeinnützige Einrichtungen für unsere Gesellschaft erbringen", begründet Staatssekretär Mahrer und weist darauf hin, dass die Bundesregierung an einem Gemeinnützigkeitspaket arbeitet, mit dessen Hilfe "wir vorhandene Ressourcen weiter aktivieren und schlummernde Innovationspotenziale heben wollen."

Die Ergebnisse der Studie belegen einmal mehr, dass wir endlich von dem Vorurteil wegkommen müssen, dass Soziales und Gesundheit nur Kosten verursachen würden", betont Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely. Das Gegenteil ist der Fall: "Gerade Gesundheit und Soziales sind wachsende Bereiche, die viele Arbeitsplätze schaffen und eine beeindruckend hohe Professionalität aufweisen." Dabei es geht auch um die Wertschätzung von gesellschaftlichem Engagement. Städträtin Wehsely greift in diesem Zusammenhang einen Vorschlag von Heinisch auf: "Es ist eine gute Anregung, dass die Stadt Wien als Arbeitgeber künftig bei Bewerbungen verstärkt auf soziales Engagement achtet."

Michael Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe - einer der größten privaten Träger von gemeinnützigen Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen - fordert, dass der Rahmen für gemeinnütziges Engagement verbessert wird. "Wir müssen insgesamt die Leistungen und den Nutzen der Gemeinnützigkeit öffentlich stärker herausstreichen", sagt Heinisch. Ein Ansatz dazu wäre eine Reform der gängigen Kennziffern für die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Heinisch: "Der gemeinnützige Sektor muss da besser und sichtbarer integriert werden. Es ist dringend nötig, ähnlich der Schattenwirtschaft auch die Gemeinnützigkeit in das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hineinzurechnen." Weiters fordert Heinisch eine Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen wie etwa Start Up-Förderungen auch für gemeinnützige Einrichtungen oder Förderung von Bürgerstiftungen, die sich nachhaltig für das Gemeinwesen einsetzen.

Rückfragen & Kontakt:

Vinzenz Gruppe Krankenhausbeteiligungs- und Management GmbH
Annemarie Kramser
0664/412 50 39
annemarie.kramser@vinzenzgruppe.at
www.vinzenzgruppe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VGK0001