ÖAMTC-Lokalaugenschein an Autobahnbaustellen zum Sommerreiseverkehr

Generell hohes Niveau, aber verstärkte Qualitätssicherung wichtig

Wien (OTS) - Baustellen können ein Ärgernis sein, sind aber zur Aufrechterhaltung der Straßeninfrastruktur unvermeidbar. Dass im Bereich von Baustellen auch Gefahren lauern, zeigen die Zahlen der Statistik Austria: Von 2007 bis 2014 passierten in Baustellenbereichen am hochrangigen Straßennetz insgesamt 561 Unfälle mit Personenschaden - 850 Personen wurden dabei verletzt, 13 kamen ums Leben. Für den ÖAMTC Grund genug, vor Beginn des Sommerreiseverkehrs einige Baustellen im österreichischen Autobahn-und Schnellstraßennetz einem Lokalaugenschein zu unterziehen.

"Grundsätzlich wirken sich Maßnahmen wie z. B. bauliche Mitteltrennung der Gegenverkehrsbereiche oder spezielle Markierungen in den Überleitungsbereichen positiv auf das Unfallgeschehen aus", hält ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé fest. "Das diesbezügliche Niveau ist generell hoch, was sich auch in den meist selbsterklärenden Anfahrtsbereichen zeigt." Allerdings hat die stichprobenartige Überprüfung des ÖAMTC auch gezeigt, dass es bei einigen Baustellen nach wie vor Schwachpunkte gibt, die es zu beheben gilt:

* Bodenmarkierungen: In manchen Baustellen geben orange Markierungen die Linienführung vor. "Allerdings sind häufig auch noch 'alte', weiße, zum Teil fehlleitende Bodenmarkierungen zu sehen, was zu Unsicherheit und Verwirrung bei den Verkehrsteilnehmern führen kann", erklärt Nosé. "Der ÖAMTC fordert eine dringende Entfernung irreführender Markierungen - und zwar noch vor Beginn der sommerlichen Reisewelle."

* Absicherung seitlicher Hindernisse: Fahrzeugrückhaltesysteme (z. B. Betonleitwände) sollen das Fahrzeug bei einem Unfall im Fahrbahnbereich halten. Allerdings bringt die Absicherung mit alleinstehenden Betonelementen keine Verminderung der Unfallschwere. "Besser sind durchgehende Absicherungssysteme. Auch Ankündigungs-bzw. Infotafeln zur Baustelle sind besser abzusichern", fordert der ÖAMTC-Experte.

* Pannenbuchten: Die Ankündigung und Ausführung von Pannenbuchten unterscheidet sich häufig von Baustelle zu Baustelle. "Manche Pannenbuchten verfügen nur über eine minimale Dimensionierung und haben in vielen Fällen sehr kurze Einfädelungsbereiche. Zudem geht aus den Vorankündigungen nicht eindeutig hervor, ob die Pannenbucht z. B. mit einem Notruftelefon ausgestattet ist", kritisiert der ÖAMTC-Verkehrstechniker. "Hier sollte ein einheitlicher Standard geschaffen werden."

"Auch die beste Baustellenabsicherung hilft nichts, wenn man die entsprechenden Verkehrsregeln nicht einhält", stellt Nosé klar. Verbote, Gebote und Hinweiszeichen müssen daher unbedingt beachtet werden." Der Zeitverlust durch korrektes Verhalten steht in keinem Verhältnis zu einem durch einen Unfall verpatzten Urlaub. Daher gilt weiterhin: "Nimm dir Zeit und nicht das Leben".

ÖAMTC-Tipps für sicheres Fahren im Baustellenbereich

* Geschwindigkeitsbeschränkungen einhalten und auf Hinweiszeichen achten.

* Im Falle einer Fahrstreifenreduktion kommt das Reißverschlusssystem zur Anwendung.

* Abstand halten und vorausschauend fahren. Vor allem einspurige Verkehrsführungen bieten in Notfallsituationen keine Ausweichmöglichkeit.

* Ablenkungen wie das Bedienen des Radios oder Trinken vermeiden und volle Konzentration auf das Fahren richten.

* Die rechte Spur ist zumeist breiter als die linke. Wer sich beim Fahren unsicher fühlt, sollte deshalb rechts bleiben.

* Vorsicht ist geboten, wenn ein Lkw oder ein anderes längeres Gespann in einen Verschwenkbereich - der Versatz von Fahrspuren, entweder auf der gleichen Fahrbahn oder auf die Gegenfahrbahn -einfährt. Lkw brauchen mehr Platz, was bei einer ohnehin engen Streckenführung für Fahrzeuge auf gleicher Höhe gefährlich werden kann.

* Richtig handeln im Pannenfall: Kommt es im Baustellenabschnitt zur Panne, Warnblinkanlage einschalten und versuchen, das Fahrzeug außerhalb der Fahrspuren, etwa zwischen zwei Baken, abzustellen. Wenn keine Pannenbuchten vorhanden oder erreichbar sind, sofort das Fahrzeug verlassen, Warnweste anziehen und sich einen sicheren Platz auf der dem Verkehr abgewandten Seite suchen.

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