SPÖ-Rathausklub: Richtigstellung ad FP-Lasar - Gesundheit

Wien (OTS/SPW-K) - ad Hausärzte:

Herr Lasar (FPÖ) spricht von einer Lösung, wenn Hausärzte Personal künftig anstellen könnten. Demzufolge würden PatientInnen ein Spital weniger häufig aufsuchen.
Richtig ist allerdings, dass PatientInnen eine verbesserte Koordination durch das Gesundheitssystem brauchen und das Spital wirklich nur dann aufsuchen, wenn es notwendig ist. Gleichzeitig braucht es verbesserte Angebote im niedergelassenen Bereich -Stichwort Primärversorgungszentren. Mit dem "PHC Mariahilf" ist ein erster Schritt in Richtung Entlastung gelungen, das 2. Primärversorgungszentrum ist gegenüber dem Donauspital geplant und soll dort die Notaufnahme entlasten. Die PatientInnen profitieren von den langen Öffnungszeiten, von einem interdisziplinären Team und von einer verbesserten Koordination durch das Gesundheitssystem.

ad Wiener ÄrztInnen verdienen zu wenig:

Zum Vorwurf der Benachteiligung bzw. des geringen Gehalts von ÄrztInnen in Wiener Spitälern:
Wir machen die FPÖ darauf aufmerksam, dass drei bis fünf Prozent der arbeitenden ÖsterreicherInnen über 4.000 Euro brutto verdienen. Ab 1. Juli verdienen die KAV-ÄrztInnen bei weniger Stunden mehr. TurnusärztInnen bekommen künftig ein Einstiegsgehalt von brutto 3.400 Euro (Erhöhung pro Monat um 1.200,- Euro). Das Anfangsgehalt für FachärztInnen liegt künftig bei 5.200 Euro (Erhöhung um 1.600 Euro pro Monat). TurnusärztInnen verdienen bis zu 4.000 Euro, FachärztInnen bis zu 7.900 Euro. Wegen des höheren Grundgehalts werden in der Folge natürlich auch die Überstunden deutlich besser bemessen. Von einer Benachteiligung gegenüber anderen Berufsgruppen kann bei diesen Einkommenshöhen nicht die Rede sein! Das neue Ärztearbeitszeitgesetz sorgt außerdem für bessere und kürzere Arbeitszeiten, das kommt ÄrztInnen und PatientInnen zugute.

ad KAV baut 382 Dienstposten ab, während bei den Barmherzigen Brüdern Personal aufgestockt wurde:

Die Forderung der Opposition nach zusätzlichen Ärzteposten im Wiener Krankenanstaltenverbund ignoriert geflissentlich wesentliche Fakten:
Pro 100 Spitalsbetten stehen den PatientInnen heute in den Spitälern des KAV 51 ÄrztInnen zur Verfügung. In den Ordensspitälern kommen auf 100 Spitalsbetten im Schnitt 41 ÄrztInnen. Das ist in allen Statistiken transparent nachzulesen. Die Versorgungsqualität in KAV Spitälern ist sohin deutlich intensiver.

Mit 1. Juli werden nicht, wie behauptet, 382 Dienstposten gestrichen, es werden auch keine ÄrztInnen entlassen! Bei diesem Thema hat es eine Einigung zwischen den Sozialpartnern und der Ärztekammer gegeben: Ein Abbau von Stellen wird ausschließlich in jenen Bereichen stattfinden, in denen die strukturellen Voraussetzungen zu 100 Prozent bleiben. Bei der ärztlichen Personalausstattung wird nach dem Prinzip "Umschichtung vor Dienstpostenreduktion" vorgegangen. Dort, wo derzeit zu wenige ÄrztInnen zur Verfügung stehen, wird dieser Personalbedarf durch frei werdende Dienstposten vorrangig gedeckt. Dies wird auch durch einen transparenten Prozess innerhalb des KAV begleitet..

ad Gangbetten:

Kein Krankenhaus der Welt kann stets für alle möglichen Extremfälle ausreichend Betten zur Verfügung haben. Unbestritten ist aber, dass Gangbetten für die PatientInnen und ihre BesucherInnen, aber auch für das Personal, äußerst unangenehm sind.
Der KAV bemüht sich seit Jahren umfassend, durch abgestimmte Abläufe Gangbetten kurzfristig gänzlich zu verhindern oder auf ein Minimum zu reduzieren. Aber auch langfristige Planungen finden statt. So wird zum Beispiel gerade das von der Opposition immer wieder generell in Frage gestellte Krankenhaus Nord im Bereich der Unfallchirurgie neue Kapazitäten bringen. Klar ist allerdings auch: Gangbetten können zum Beispiel bei einer saisonalen Grippewelle oder in ähnlichen Fällen nie ganz ausgeschlossen werden. Alle bisherigen Maßnahmen des KAV haben Erfolge gezeigt. Im Frühjahr 2015 wurde von der KAV-Generaldirektion eine Taskforce ins Leben gerufen, die sich ganz speziell der Frage von Gangbetten auf den Unfallchirurgien annimmt.

Ad lange Wartezeiten bei Kniegelenks-OP:

Notfälle werden selbstverständlich sofort behandelt. Aber natürlich sind auch Wartezeiten bei geplanten OPs eine Belastung für die PatientInnen. Wartezeiten können aus medizinischen Gründen entstehen, oder weil es eine außergewöhnliche Häufung von Notfällen gibt. Und ja, es gibt manchmal einen Zusammenhang zwischen Wartezeiten und Ärztearbeitszeiten. Grund für die Wartezeiten sind aber sehr oft die alten starren Ärztearbeitszeiten. Um drei Uhr in der Nacht haben viele Abteilungen gleich viele ÄrztInnen im Dienst wie um drei Uhr am Nachmittag - da brauchen wir sie aber in der Regel nur für Notfälle! Geplante OPs finden aber eben nicht in der Nacht statt. Das derzeitige System ist also starr und richtet sich nicht nach den Bedürfnissen der PatientInnen. Gerade die Arbeitszeitumstellung wird hier massive Verbesserungen bringen - sie ist somit Teil der Lösung, nicht des Problems! Mit dem neuen Arbeitszeitmodell werden wir am Nachmittag deutlich mehr ÄrztInnen im Dienst haben.

Ad Semmelweisklinik und Einsparung des Nachtdienstrads bei Kindern:

Die Umstellung in der Semmelweis-Klinik hat nichts mit dem neuen Ärztearbeitszeitgesetz zu tun. Bei Problemgeburten bleibt die Akutversorgung gewährleistet - es kommt zu keiner Leistungsverkürzung! Risikogeburten, für die ein Kinderarzt erforderlich ist, werden ausschließlich auf gynäkologischen Abteilungen in Spitälern mit neonatologischen Abteilungen durchgeführt. Das ist bei der Semmelweisklinik nicht der Fall, da diese Geburtenstation für "Normalgeburten" vorgesehen ist. Natürlich kann es auf einer gewöhnlichen Geburtenstation während eines Geburtsvorgangs mit zuvor normal gesunden Ungeborenen zu Problemen kommen, die die Gesundheit des Kindes akut beeinträchtigen. Dafür stehen Notfallteams in den neonatologischen Abteilungen der anderen Häuser zur Verfügung.

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