Presseinformation: NEOS Lab Diskussion: „Europa, quo vadis“

Matthias Strolz und Christian Lindner über die Zukunft unseres Kontinents

Wien (OTS) - Europa, quo vadis -unter diesem Motto stand heute Abend die Diskussionsveranstaltung im NEOS Lab, die von Angelika Mlinar, ALDE-Vizepräsidentin und NEOS EU-Abgeordnete, eröffnet wurde. FDP Vorsitzender Christian Lindner diskutierte gemeinsam mit NEOS Parteichef Matthias Strolz über die Zukunft Europas. Diese Diskussion wurde naturgemäß durch die aktuellen Geschehnisse in Griechenland dominiert. "Wenn die griechische Regierung zu Reformen bereit ist, um ihre Wirtschaft zu stärken, dann muss sich Europa auch solidarisch zeigen. Aber nur dann. Wir dürfen nicht Gefahr laufen, eine Europäische Union der organisierten Unverantwortlichkeit zu werden. Das geht nicht", nahm Lindner dann auch gleich Bezug auf die aktuellsten Entwicklungen in und um Griechenland. In ein ähnliches Horn tönte auch Strolz: "Die Stunde der Wahrheit rückt näher: Europa muss endlich anfangen, eine klare Sprache zu sprechen. Wir müssen auch über die Möglichkeit einer Insolvenz sprechen dürfen - alles andere wäre auch unrealistisch, angesichts des aktuellen Schuldenstandes Griechenlands."

Dass allerdings in den vergangenen Jahren möglicherweise auch einmal fehlerhafte Entscheidungen getroffen wurden, will Lindner allerdings so nicht stehen lassen. Noch dazu, da sich die politische Lage in den vergangenen fünf Jahren auch deutlich verändert hat. "Als Professor an einer Universität kann man leicht reden. Liegt er am Ende des Tages falsch, so löscht er die Tafel einfach wieder. Das geht als Politiker einfach nicht", so Lindner. Im Kern ist er allerdings der Überzeugung, dass die marktwirtschaftliche Erneuerung, wie sie von Europa eingefordert wurde, richtig war und ist. "Dass der griechischen Jugend die Zukunft geraubt wurde, wird nicht durch Angela Merkel verschuldet, sondern durch die Untätigkeit der griechischen Regierungen in den vergangenen Jahrzehnten", so Lindner. Ähnlich dann auch die Entwicklung 2015: Griechenland sah sich bereits mit vorsichtig positiven Wachstumsprognosen konfrontiert. Doch "dann kam Tsipras und hat durch seine unfinanzierbaren Versprechungen erneut wieder ein Chaos angerichtet", betont Lindner.

Allerdings hätten die Griechen ihr Schicksal in freien Wahlen selbst gewählt. "Bei Wahlen geht es um mehr als einen kurzsichtigen Protest - man wählt einen Schritt in die Zukunft, muss dann auch die entsprechenden Konsequenzen tragen - und dann auch den Preis dafür zahlen. Keine Freiheit ohne Verantwortung", erklärt Strolz. Mehr denn je bräuchte Europa daher eine entschlossene Vorwärtsstrategie - ein Weg dorthin könnten verstärkte partizipative Prozesse - kurz: eine verstärkte Bürger_innenbeteiligung sein. "Wir brauchen ein Europa der Bürgerinnen und Bürger", fordert Strolz. Dem kann auch Lindner zustimmen, schränkt aber ein: "Zur Zeit wird der Begriff "Bürgerbeteiligung" einseitig verwendet: Griechenland zeigt: es sollen nur die Bürgerinnen und Bürger befragt werden, die das Geld nehmen. Nie ist aber von denen die Rede, die das Geld geben. Das ist ein erstaunliches Ungleichgewicht."

Einig sind sich die beiden Politiker in einem Punkt: Die Eskalation der Krise in Griechenland hat zu sehr deutlichen Reaktionen der Eurogruppe geführt - womit nicht unbedingt zu rechnen war. "Ich sehe die Chance, dass durch die Krise Konsequenzen gezogen werden, die Euro-Gruppe und die EU als Gesamtes auf neue Regeln besinnt", so Lindner. Und Strolz abschließend: "Daraus ergibt sich jetzt die Chance auf einen Neustart in der Europäischen Union. Die Umsetzung eines Insolvenzrechts für Mitgliedsstaaten gehört für so einen Neustart jedenfalls dazu."

Bildmaterial steht Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/6847 , FotoCredit APA/Richard
Tanzer

Rückfragen & Kontakt:

Alexa Kazda-Klabouch
NEOS Lab - Leiterin Kommunikation
Tel: 0664 8878 2434
mail: alexa.kazda@neos.eu

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEL0001