Alles spricht dafür: Familienfreundlichkeit ist als Wirtschafts- und Standortfaktor für Oberösterreich unerlässlich

Familienministerin Karmasin unterstreicht die Bedeutung von Familienfreundlichkeit für den Wirtschafts-, Lebens- und Zukunftsstandort Oberösterreich

Wien (OTS) - Welche Relevanz die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Oberösterreich hat, wurde in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern der Industriellenvereinigung sowie der Wirtschaftskammer Oberösterreich thematisiert. Im Rahmen eines Vernetzungstreffens mit VertreterInnen der Oberösterreichischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung diskutierte Bundesministerin Karmasin anschließend darüber, worauf es beim Thema Familienfreundlichkeit aus Sicht der Betroffenen wirklich ankommt und welche Anreize es braucht, Österreich zum familienfreundlichsten Land Europas zu gestalten.

"Familienfreundlichkeit ist längst nicht mehr nur eine Frage von sozialem Engagement, sondern von elementarer Bedeutung für den Wirtschafts-, Lebens- und Zukunftsstandort Oberösterreich", erklärte Familien- und Jugendministerin Dr. Sophie Karmasin heute im Rahmen eines gemeinsamen Pressetermins mit Vertretern der Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer Oberösterreich.

Familienfreundlichkeit - alles spricht dafür

Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt für Bundesministerin Karmasin in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. "Familienfreundlichkeit ist der Schlüssel für Wachstum und die Zukunftsfähigkeit Österreichs. Aus diesem Grund wurde vor Kurzem die Initiative ‚Unternehmen für Familien‘ ins Leben gerufen, die dazu beitragen soll, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu einer Selbstverständlichkeit zu machen und Österreich bei diesem Thema an die Spitze Europas zu bringen", so Karmasin. Das Ziel der Initiative ist damit klar definiert - deutliche Akzentsetzung für den Nutzen von Familienfreundlichkeit in der öffentlichen Diskussion. "Wir müssen die theoretischen Erkenntnisse, die wir über den Nutzen von Familienfreundlichkeit in Wirtschaft und Gesellschaft haben, durch Umsetzung gezielter Maßnahmen auf den Boden bringen", so Karmasin weiter.

Mehr als 100 Partner unterstützen bereits die Initiative

Seit Start der Initiative haben sich bereits mehr als 100 Partner aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung angeschlossen. Auch in Oberösterreich treten namhafte Unternehmen wie die Energie AG Oberösterreich, MIBA, Hofer, Pfeiffer oder auch die Johannes Kepler Universität für mehr Familienfreundlichkeit ein und leisten dazu einen aktiven Beitrag - freiwillig, aus Überzeugung und unter Einbindung der MitarbeiterInnen.

Durch "Best Practices", nationale und internationale Studien, Vernetzung und Austausch soll es zu einer gesteigerten Wahrnehmung des Themas bei Entscheidungsträger/innen in Unternehmen und Gemeinden kommen. In weiterer Folge sollen immer mehr familienfreundliche Maßnahmen umgesetzt werden, indem Unternehmen voneinander lernen und bewährte Projekte übernehmen können. Der Beitritt zum Netzwerk "Unternehmen für Familien" steht allen Unternehmen, Organisationen und Gemeinden offen und ist kostenlos möglich.

Klares Ja der Industrie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die industrielle Arbeitswelt hat sich stark geändert, was dazu geführt hat, dass Industrie-Jobs gerade auch für Frauen sehr attraktiv geworden sind", erklärt Dr. Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ). Insgesamt sei die Industrie heute wesentlich besser für das Zusammenspiel von Familie und Beruf geeignet, als dies vor wenigen Jahrzehnten noch der Fall gewesen sei.

Aufgrund dieser Entwicklungen sind die Betriebe der OÖ Industrie sehr daran interessiert, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet ist und weiter verbessert wird. Frauen sollen die Chance vorfinden, nach der Karenzzeit möglichst rasch wieder in den Beruf zurückzufinden. Das Vorhandensein von Kinderbetreuungseinrichtungen ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Berufswiedereinstiegs der Jungmütter.

Frühkindliche Bildung zahlt sich aus

Tatsache sei jedenfalls, dass eine frühzeitige Betreuung der Kinder sich auch positiv auf die frühkindliche Bildung auswirke, der wiederum enorme Bedeutung für erfolgreiches lebenslanges Lernen, soziale Integration, persönliche Entwicklung und spätere Beschäftigungsfähigkeit zukommt. Eine vorliegende Studie des Linzer Volkswirtschaftsprofessors Dr. Friedrich Schneider untermauert zudem den Kosten-Nutzen-Faktor für Investitionen in die frühkindliche Bildung: Jeder vom Staat investierte Euro in die Erhöhung der Betreuungsquote der Unter-3-Jährigen, der Kindergartenplätze nach den Kriterien der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (vif-Kriterien) sowie der Verbesserung des Betreuungsschlüssels und der Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen fließt durch direkte und indirekte Effekte mit einem 6- bis 30-fachen Hebel wieder in die Staatskassen zurück.

"Die frühkindliche Bildung wirkt sich jedenfalls überaus positiv auf die Kinder aus und ist zugleich Voraussetzung für den Wiedereinstieg der Mütter", fasst IV OÖ-Präsident Greiner zusammen. Umso wichtiger sei es, dass die Betreuungsquote der Unter-3-Jährigen gemäß dem sogenannten Barcelona-Ziel von 33 Prozent gewährleistet wird und auch eine qualitative Verbesserung der Kindergartenbetreuung im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei den 3- bis 5-Jährigen stattfindet.

Viele Eigeninitiativen der Industriebetriebe

Wie wichtig diese Themen für die Industrie sind, zeigt sich auch an den zahlreichen Eigeninitiativen der oberösterreichischen Industriebetriebe. Beispielsweise wurde erst vor wenigen Wochen die Miba AG für ihre firmeninterne Kinderbetreuung für Kinder von 1 bis 3 Jahren mit dem CSR-Preis der OÖ Industrie ausgezeichnet, ebenso die Rosenbauer International AG für die Einrichtung einer überbetrieblichen Krabbelstube für die Firmen Rosenbauer, Silhouette und PEZ/Haas. "Die großen Industriebetriebe gehen mit gutem Beispiel voran, im vergangenen Jahr sind insgesamt 54 österreichische Unternehmen mit dem Audit ‚berufundfamilie’ ausgezeichnet worden", betont Greiner.

Besonders wichtig ist es in weiterer Folge, dass die Kinderbetreuungseinrichtungen auch am Nachmittag und in den Ferienzeiten geöffnet sind und andererseits den Müttern flexible Arbeitszeitmodelle zur Verfügung stehen. "Auch unsere Mitarbeiter -sowohl Mütter als auch Väter - würden von einer weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle profitieren", geht Greiner auf eine seit mehreren Jahren an die Politik gestellte Forderung der Industrie ein. Auch die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung sei für viele Familien etwas Wünschenswertes und habe nichts, wie von manchen Akteuren aus der Sozialpartnerschaft propagiert, mit einer "Teilzeit-Falle" zu tun.

Familienfreundlichkeit steigert die Motivation

Insgesamt kommt von der Industriellenvereinigung und der Landesgruppe Oberösterreich ein klares "Ja" zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Damit diese weiter erhöht werden kann, braucht es flexible Kinderbetreuungsmodelle für Unter-3-Jährige, längere Öffnungszeiten von Kindergärten auch am Nachmittag und während der Sommermonate sowie ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für alle, nicht nur für jene, die es brauchen, da optimale Chancengleichheit gewährleistet werden soll. "Familienfreundliche Maßnahmen sind letztlich für ein positives Arbeitsklima im Unternehmen enorm wichtig und führen zu einer gesteigerten Mitarbeitermotivation auf allen Ebenen sowie einer geringeren Fluktuation", betont IV OÖ-Präsident Dr. Axel Greiner abschließend.

Familienfreundlichkeit: ein wichtiger Standortfaktor für Oberösterreichs Wirtschaft

"Der Wirtschafts- und Bildungsstandort Oberösterreich sowie unsere Betriebe haben in den letzten Jahren sehr viel in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf investiert. Sämtliche aktuelle Analysen bestätigen, dass wir uns dabei auf dem richtigen Weg befinden", erklärt KR Dr. Rudolf Trauner, Präsident der Wirtschaftskammer Oberösterreich. So zeigen aktuelle Erhebungen der Oberösterreichischen Landesregierung, dass es gelungen ist, die Anzahl der Krabbelstubenplätze seit 2009 zu verdoppeln bzw. die Nachmittagsbetreuung an Schulen und Hort um 70 Prozent auszubauen.

Warum das wichtig ist, bringt Trauner wie folgt auf den Punkt: "Nur wenn die Mitarbeiter/innen ihre Kinder gut versorgt wissen, haben sie einen ‚freien Kopf‘ und können am Arbeitsplatz ihr Leistungspotential abrufen. Familienfreundlichkeit ist auch für Oberösterreichs Unternehmen ein immer wichtigerer Faktor. Vor allem, da der Wunsch nach Erfolg im Job und der Gründung einer Familie heutzutage Hand in Hand gehen. Und damit einher auch das Anliegen, die Kinder tagsüber bestmöglich zu betreuen".

Wirtschaftskammer sieht noch großen Handlungsbedarf

Trotz zuletzt positiver Entwicklungen sieht die Wirtschaftskammer Oberösterreich jedoch in einigen Bereichen noch dringenden Handlungsbedarf. "Umso wichtiger ist es, jetzt nicht auf halber Strecke umzudrehen oder vom Kurs abzukommen. Vielmehr gilt es, die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch zukünftig weiterzuentwickeln und das Tempo bei der Umsetzung zielführender Maßnahmen noch zu erhöhen", appelliert Wirtschaftskammerpräsident Trauner und ergänzt: "Wir haben das ambitionierte Ziel, im internationalen Vergleich als Wirtschafts- und Lebensregion Oberösterreich in der Champions League mitzuspielen. Dazu benötigt es eine gute Strategie und ambitionierte Ziele. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist ein gutes Zusammenspiel auf allen Ebenen. Dazu gehört neben der Politik, die optimale Rahmenbedingungen gestalten muss, aber auch die betriebliche Ebene, auf der das Zusammenspiel zwischen ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen gut funktionieren muss."

Die Wirtschaftskammer Oberösterreich freut es daher sehr, dass es bereits voriges Jahr gelungen ist, einen Vertrag abzuschließen, in dem die Schaffung von 30.000 Betreuungsplätzen für unter 3-Jährige in den nächsten drei Jahren vereinbart wurde. Über einen Zeithorizont von vier Jahren werden dafür über 300 Millionen Euro aus Bundesmitteln sowie weitere 135 Millionen Euro von den Ländern zur Verfügung gestellt.

Forderungen aus Sicht der Oberösterreichischen Wirtschaft

Als brennende Forderungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht Wirtschaftskammerpräsident Trauner die Anpassung der Verfügbarkeit und der Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen. So entsprechen diese vor allem in den Ferienzeiten sowie an schulfreien bzw. schulautonomen Tagen nicht überall den Erfordernissen einer modernen Arbeitswelt. Die Wirtschaftskammer Oberösterreich tritt daher für eine lösungsorientierte und konstruktive Diskussion hinsichtlich der Vereinheitlichung der schulautonomen Tage sowie einer Verkürzung der Sommerferien ein. Diese könnten gegebenenfalls auch durch die Einführung von Herbstferien kompensiert werden.

"Wir bekennen uns klar zur sozialen Absicherung und einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Genau deshalb müssen wir auch dafür sorgen, dass der Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig bleibt, um auch zukünftig in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und somit in unsere Kinder, die unsere Zukunft sind, investieren zu können", ergänzt Wirtschaftskammerpräsident Trauner.

Vernetzungstreffen in Oberösterreich: Vernetzung schaffen - Ideen generieren

"Für eine Zukunft mit mehr Kindern in Österreich ist es schlichtweg notwendig, dass Gesellschaft, Wirtschaft und Politik Familienfreundlichkeit als entscheidenden Wettbewerbsfaktor anerkennen und leben. Aus diesem Grund lud Bundesministerin Karmasin am 29. Juni 2015 zu einem Vernetzungstreffen mit VertreterInnen der Oberösterreichischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung bei MIBA. Der weltweit erfolgreiche Spezialist in der Fahrzeug- und Maschinenindustrie mit Sitz in Laakirchen hat die Wichtigkeit von Familienfreundlichkeit selbst schon längst erkannt und ist aus diesem Grund auch Mitglied der Initiative "Unternehmen für Familien".

"Aus dem Vernetzungstreffen nehme ich viele spannende Eindrücke und Vorschläge mit. Die heutige Diskussion bestärkt mich darin, dass wir mit den Zielen der Initiative auf dem richtigen Weg sind. Gemeinsam und unter Einbindung aller Beteiligten können wir es schaffen, Österreich zum familienfreundlichsten Land Europas zu machen. Ich lade alle Oberösterreichischen Unternehmen und Gemeinden ein, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen", zieht Bundesministerin Karmasin ein erfolgreiches Resümee über ihren Aufenthalt in Oberösterreich.

Weitere Informationen über die Initiative "Unternehmen für Familien", Vorstellung von Best-practice Beispielen und Möglichkeiten, wie Unternehmen und Gemeinden kostenlos beitreten können unter www.unternehmen-fuer-familien.at.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Claudia Riebler
Bundesministerium für Familien und Jugend
Mail: claudia.riebler@bmfj.gv.at
Tel.: 01 711 00 3412

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MFJ0001