Frauenberger präsentiert Buch „Zu spät? Dimensionen des Gedenkens an homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus“

Der Tagungsband dokumentiert die Wiener Fachkonferenz „Gedenken neu gedacht – Wien gedenkt vergessener Opfer“

Wien (OTS) - "Wien bekennt sich zur Errichtung eines permanenten Mahnmals für LGBT-Opfer des Nationalsozialismus", betont die für Antidiskriminierung zuständige Wiener Stadträtin Sandra Frauenberger anlässlich der Präsentation des Buches "Zu spät? Dimensionen des Gedenkens an homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus" am vergangenen Donnerstag.

Das Buch wird von QWIEN, dem Zentrum für schwul/lesbische Geschichte und Kultur, gemeinsam mit der WASt-Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen herausgegeben und ist im Wiener Zaglossus-Verlag erschienen. "Die Stadt Wien nimmt ihre Verantwortung für das Gedenken an die homosexuellen und transgender NS-Opfer aktiv wahr, indem bisher vier spezifische temporäre Mahnmale in Wien realisiert wurden", so Frauenberger, "aufbauend auf den Erfahrungen aus diesen spannenden temporären Installationen möchten wir nun die Form des Gedenkens neu denken."

Wolfgang Wilhelm, Leiter der WASt, erläutert: "Mit der Fachkonferenz hat die Stadt Wien neue Impulse des Erinnerns an die Verfolgung von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen in der NS-Zeit gesetzt. Die Tagungsdokumentation "Zu spät?" soll eine wissenschaftlich fundierte und thematisch breit gefächerte Grundlage für einen stadtweiten Diskurs bieten, der in den kommenden Monaten wichtige nächste Schritte auf dem Weg zur Errichtung eines permanenten Mahnmals klären soll. Es geht unter anderem um die Frage des Standortes, die angesprochene Opfergruppe und um eine zeitliche Eingrenzung des Gedenkzeitraumes. Die Verfolgung von LGBT-Personen erlebte zwar im NS-Regime einen traurigen Höhepunkt, es gab sie jedoch auch schon vor 1938 und leider auch über 1945 hinaus."

Andreas Brunner und Hannes Sulzenbacher von QWIEN gingen in ihren Statements auf Systematiken der NS-Verfolgung ein und erläuterten die im Buch versammelten Aufsätze zu den vielfältigen und unterschiedlichen Dimensionen, die den Bogen von zeithistorischen über gesellschaftliche und queere bis hin zu künstlerischen Betrachtungen spannen. Der Künstler Willi Landl las abschließend Passagen aus Heinz Hegers Buch "Die Männer mit dem rosa Winkel". (Schluss)grs

Rückfragen & Kontakt:

Stefanie Grubich
Mediensprecherin Stadträtin Sandra Frauenberger
+43 1 4000 81853
stefanie.grubich@wien.gv.at
www.sandra-frauenberger.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0014