Stöger: Intelligente Stromnetze sind Erfolgsfaktor für österreichischen Wirtschaftsstandort

BMVIT investiert 95 Mio. Euro pro Jahr in Energieforschung – „Sind bei Energietechnologien Weltmarktführer“

Wien (OTS/SK) - Technologieminister Alois Stöger hat heute, Montag, im Rahmen eines Pressegesprächs die Bedeutung von intelligenten Energietechnologien und -Infrastrukturen für den österreichische Wirtschaftsstandort betont: "Energiesysteme sind für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes entscheidend und sie unterliegen heute einem dynamischen Wandel." Die Energieversorgung hänge heutzutage von vielen Faktoren ab, dazu zählen steigende Rohstoffpreise genauso wie politische Abhängigkeiten. "Wir wollen die Energieversorgung in Österreich so robust und flexibel wie möglich gestalten", das bedeute, vor allem auf heimische, verfügbare Energielieferanten zu setzen. "Eine funktionierende Energieversorgung ist das Rückgrat einer Gesellschaft und eine der große Herausforderungen unserer Zeit", machte Stöger klar. Die Zugänglichkeit und Leistbarkeit von Energie sei dabei auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit. Die Kosten für einen Infrastrukturumbau müssen fair verteilt werden, sagte Stöger. Das Technologieministerium nehme hier eine zentrale Rolle ein, indem es intelligente Energietechnologien und -Infrastrukturen und die optimale Zusammenarbeit dezentraler Energieerzeuger unterstützt. "95 Millionen Euro investiert das BMVIT jedes Jahr in die Energieforschung. Das ist viermal so viel wie noch 2007", stellte Stöger klar. ****#

Österreich sei in Bezug auf Energietechnologien Weltmarktführer, so der Minister. Auch im Bereich intelligenter Netze hat sich Österreich im Spitzenfeld positioniert. Ein großer Teil der in Österreich produzierten Energie entstammt bereits aus erneuerbaren Quellen, wie Wind- und Solarkraft. Auch immer mehr private Haushalte produzieren ihren Strom mithilfe von Photovoltaikanlagen selbst. Die Stromnetze müssen diesen neuen Herausforderungen einer zunehmend dezentralisierten Energieproduktion nachkommen. "Dazu braucht es neue technische Lösungen, die in unseren Forschungsprogrammen entwickelt werden", betonte Stöger. Das BMVIT habe schon frühzeitig in die Entwicklung intelligenter Systeme investiert. Diese sogenannten "Smart Grids", bei denen es um eine optimale Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern, Speichern, Verbrauchern und Netzbetreibern geht, bilden auch weiterhin einen wichtigen Förderungsschwerpunkt. Es gehe darum, "zum Nutzen aller" zu einem intelligenten Energiemanagement zu kommen, denn das führe auch zu erheblichen Kostendämpfungen, erklärte Stöger.

Ein Beispiel für den großen internationalen Erfolg Österreichs im Energiebereich stellt die Modellregion Köstendorf bei Salzburg dar, in der 50 Prozent der Energieerzeugung durch Photovoltaikanlagen im Ort produziert und die Verteilung intelligent gesteuert wird. In dieser Modellregion zeige sich, "wie die Energiezukunft in Österreich" aussieht, bei der es nicht nur um alternative Energiequellen, sondern um einen verständigen Systemwechsel hin zu einer digital gesteuerten, intelligenten und flexiblen Energieversorgung geht.

Mit dem derzeit laufenden Strategieprozess "Smart Grids 2.0" bietet das BMVIT Stakeholdern eine Plattform zum Erfahrungsaustausch mit dem Ziel der Erarbeitung weiterer Entwicklungsschritte. Als ein erstes Ergebnis wurde vor kurzem bereits die "Technologie Roadmap Smart Grids Austria" präsentiert. Als ein nächster Schritt sollen "Smart Grids Innovationsregionen" in Partnerschaft mit der Energie Control Austria weiter ausgebaut werden. Nach dem Sommer lädt das BMVIT dazu alle Akteure zu einem Dialog ein. "Wir wollen den Wirtschaftsstandort Österreich weiter stärken und heimischen Unternehmen die Chance eröffnen, im Energiebereich bei Dienstleistungen und Forschung international weiter vorne mit dabei zu sein", betonte Stöger. (Schluss) sc/ve

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