Die Angst vor dem Zeugnis

Wie gehen Eltern und Schüler am besten mit schlechten Noten um

Wien (OTS) - Kurz vor Schulschluss steigt der Leidensdruck vieler SchülerInnen aus Angst vor schlechten Noten bzw. aus Angst vor dem Zeugnis. Vor allem die Tatsache, es den Eltern sagen zu müssen, macht Kindern- und Jugendlichen oft schwer zu schaffen. Auch wenn der Umstand eines schlechten Zeugnisses für die Eltern wenig angenehm ist, ist es wichtig, die Kinder- und Jugendlichen in dieser Zeit mit ihren Problemen nicht alleine zu lassen, damit man ihnen den Druck von der Seele nimmt. Hier gilt: Reden hilft!

Warum haben Schüler Angst vor dem Zeugnis?

Die häufigsten Gründe sind Versagensängste, Schamgefühl dem Umfeld gegenüber und Enttäuschung. Vor allem aber die Angst, die Eltern zu enttäuschen. Viele fürchten sich auch vor eventuellen Wutausbrüchen oder Bestrafungen durch die Eltern. Auch wenn diese Bestrafungen unterschiedlich sein können, bedeuten sie immer eine Bedrohung und das wiederum führt zu Angst.

Wie sollten Eltern reagieren?

- Trösten: Trösten Sie Ihr Kind! Bei aller Wut die Eltern empfinden, vergessen Sie nicht, dass Kinder Trost und Liebe am meisten brauchen, wenn etwas schief gegangen ist.

- Keine Vorwürfe: Überhäufen Sie Ihr Kind nicht mit Vorwürfen und Bestrafungen! Nach Ursachen für die schlechten Noten zu forschen ist in Ordnung, dies muss aber nicht am Tag der Zeugnisverteilung sein. Lassen Sie Ihr Kind die Sache erst einmal verdauen und sprechen Sie dann in Ruhe darüber mit ihm.

- Nicht ins Lächerliche ziehen: Machen Sie sich nicht lustig über schlechte Noten Ihres Kindes! Benützen Sie diese vor allem nicht als Druckmittel und halten Sie es Ihrem Kind nicht den ganzen Sommer über vor.

- Sachlich die Meinung vertreten: Machen Sie dem Kind klar, dass Sie mit der Leistung nicht einverstanden sind und sich damit auseinandersetzen wollen, aber bleiben Sie dabei sachlich und lassen Sie sich nicht zu emotionalen Diskussionen hinreißen.

- Unterstützung anbieten: Lassen Sie Ihr Kind Vorschläge machen, wie es selbst tun kann, damit die Noten wieder besser werden und bieten Sie Ihre Unterstützung an wie Hausaufgaben kontrollieren, Vokabel abprüfen und gemeinsames Lernen.

- Teilnehmen am Schulalltag: Wenn Sie sich das ganze Jahr über für den Schulalltag Ihres Kindes interessieren, ist das Zeugnis keine böse Überraschung.

- Vertrauen aufbauen: Zeigen Sie dem Kind, das ganze Schuljahr hinweg, dass es mit Problemen nicht alleine ist und sich mit allen Problemen an Sie wenden kann - so nehmen Sie ihm auch die Angst vorm Zeugnis

"Wie sage ich es meinen Eltern?" - Kinder sollen zu dem stehen, wie es ist

- Eltern rasten oft deshalb aus, weil sie selber nicht wissen wie Sie mit der Situation umgehen sollen und wie sie sich bei einem schlechten Zeugnis verhalten sollen: Wenn das Kind ihnen signalisiert, dass es an seinen schlechten Noten arbeiten will, müssen die Eltern es nicht dazu "zwingen", etwa mit Hausarrest.

- Für schlechte Noten gibt es zahlreiche Gründe, aber auf dem Zeugnis sind sie nicht mehr zu ändern: "Kinder und Jugendliche sollten dabei unterstützt und gefördert werden, ehrlich zu sein und dazu stehen, wie es ist. Sie sollten dazu "beraten" werden, Hilfe und Unterstützung für das nächste Schuljahr (oder die Nachprüfung) zu ersuchen, wobei ihnen die Eltern in altersgerechter Form, die Bedeutung der Schule für ihre Zukunft, als Motivation vor Augen halten können", rät Peter Stippl, Präsident des ÖBVP.

Hier finden Kinder und Eltern Rat:

Rat auf Draht Tel: 147, http://rataufdraht.orf.at/
Psychosozialer Dienst Wien: Tel: 01/31330

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Mag. Barbara Zsivkovits
01/512 70 90-23 Fax 01/512 70 91
oebvp.zsivkovits@psychotherapie.at
http://www.psychotherapie.at/oebvp

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OBP0001