Salon A: Die Welt im Wandel – Österreich im Stillstand und der Österreicher auf Urlaub?

Wien (OTS) - Am 23. Juni 2015 traf sich der Salon A erneut zu einer seiner spannenden Diskussionsrunden. Diesmal zum Thema Welt- und Wertewandel und die Position Österreichs in diesem Kontext. Als Ehrengast referierte Erich Foglar, Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und Vorstandsmitglied der Arbeiterkammer Wien. Die anwesenden Vertreter aus Apothekerschaft und dem Gesundheitssystem lauschten dem Impuls gespannt und diskutierten im Anschluss angeregt.

"Über viele Jahre kennzeichneten niedrige Arbeitslosenzahlen, ein dicht geknüpftes soziales Netz und konkurrenzfähige Unternehmen mit hohen Exportquoten sowie ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum die heimische Volkswirtschaft. Klein- und Mittelbetriebe trugen dabei entscheidend zur Sicherung unseres Wohlstands bei. Spätestens seit 2008 wird dieser - etwa durch steigende Arbeitslosenzahlen -zunehmend in Frage gestellt", leitete Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Salon A Obfrau und Präsidentin der Apothekerkammer Oberösterreich, in den Abend ein. Mit 1,2 Mio. Mitgliedern ist der ÖGB die überparteiliche Interessenvertretung der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich. Er vertritt die wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmer gegenüber Arbeitgebern, Staat und Parteien. Erich Foglar ist seit 2008 Präsident des ÖGB. In seiner Impulsrede erläuterte er, dass am Arbeitsmarkt unserer schnelllebigen Zeit mehr Einzelinteressen aufeinandertreffen als je zuvor. Ein gewisses Maß an Dynamik sei dabei für alle Player Voraussetzung um längerfristig bestehen zu können. Der breit gespannte Bogen reichte von der generellen Arbeitsbereitschaft der Österreicher im internationalen Kontext bis hin zu betriebswirtschaftlichen Aspekten wie etwa jenem der Lohnnebenkosten.

Die Zeiten von Wachstum und Wertschöpfung durch Erwerbsarbeit sind vorbei

"Der gesetzliche Urlaubsanspruch in Kombination mit den Feiertagen ergibt in Österreich 38 arbeitsfreie Tage. Damit liegen wir, nach Finnland mit 39 Tagen, europaweit auf Platz 2. Summiert man die bezahlte Dienstfreistellung, also Arztbesuch, Krankenstand und Pflegeurlaub, so liegt die Netto-Arbeitszeit im Jahresschnitt bei nur 73,5 Prozent. Dafür arbeiten wir an den verbleibenden Tagen mehr als viele andere EU-Länder. 2014 hatten die österreichischen Arbeitnehmer übrigens im Schnitt 43 Wochenarbeitsstunden. Damit liegen wir, gemeinsam mit der Schweiz, ebenfalls auf Platz 2", regte Mursch-Edlmayr zu Beginn der Diskussion an und fasste die generelle Situation im europäischen Vergleich zusammen. Nicht zuletzt, weil sich die anwesende Gästeschaft aus Freiberuflern sowie Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammensetze, herrschte eine angeregte Diskussion zum Thema. Dabei wurde auch das hohe Lohnnebenkostenniveau oder die Zukunft der Freiberufler generell aufgegriffen: "Unternehmer schaffen zwar Arbeitsplätze - jedoch nur dort, wo Aussicht auf Entwicklung und Profit besteht. Der ÖGB hat Unternehmensgründungen stets befürwortet. Dennoch haben wir in Österreich eine völlig andere Gründungskultur als etwa in den USA. Wir brauchen mehr Risikobereitschaft. Scheitern ist bei uns noch immer verpönt.

"Die bisher dominierende "Job Economy" - steigende Wertschöpfung durch "Beschäftigung in klassischer Erwerbsarbeit" - verändert sich rasant. Steigende Umsätze bei sinkenden Beschäftigtenzahlen, wie man es z.B. in US-Konzernen wie Walmart beobachten kann, Industrie 4.0, der zunehmenden Einsatz von Robotern sowie die Tatsache dass Dinge und Dienstleistungen aus dem Internet die menschliche Arbeitskraft zunehmend ersetzen, bedeuten für uns alle gravierende Veränderungen auf die wir uns einstellen müssen. Aus unserer Position heraus sind wir bestrebt, unsere Lebensgrundlage als Arbeitnehmer - also den Verdienst bzw. das Erwerbseinkommen als Basis zur Finanzierung unserer Lebenshaltungskosten und Sozialen Sicherheit- zu erhalten", so Foglar.

Dass es eine wichtige Aufgabe ist, diese Entwicklungen - gemeinsam mit den unzähligen weiteren Trends am Arbeitsmarkt - rechtzeitig in die richtige Richtung zu kommunizieren, ergänzt die stellvertretende Salon A Obfrau, Mag. pharm. Corinna Prinz-Stremitzer: "Betroffene Arbeitnehmer - insbesondere aus Klein- und Mittelbetrieben - müssen hier sensibilisiert werden. Jammern bringt uns nicht weiter. Der richtige Zugang kann und muss die gemeinsame Überlegung sein, wo die Reise hingehen soll. Rechtzeitig", so Prinz-Stremitzer unisono mit Obfrau Mursch-Edlmayr.

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Salon A – Gesellschaft der österreichischen Apotheker
Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Obfrau Salon A
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