Österreichs Psychiatrie steht wieder nicht zu ihrer Folter-Vergangenheit

Untersuchungskommission beweist: Foltermethoden waren nur „State of the Art“

Wien (OTS) - Es musste erst eine parlamentarische Anfrage gemacht werden, um die bereits für 2014 versprochenen Untersuchungsergebnisse zur Klinik Hoff öffentlich zu erfahren.

Nun erklären Historiker, dass psychiatrische Folter "State of the Art" war, also eine legitime Behandlungsmethode. Alles war rechtens und gut.

Allerdings hören sich die Aussagen Dr. Max Friedrichs oder der Psychologin Rotraut Erhard über die "Goldstandards" der Psychiatrie und Klinik Hoff nicht nach Heilung, Menschenwürde und ärztlichen Ethos an:

"Es hat ‚Fieberkuren‘ gegeben, es hat Insulinschocktherapien am laufenden Band gegeben, es hat Elektroschocks am ‚Band‘ gegeben. Wir haben in den 1970er-Jahren noch immer Methoden gehabt, für die ich mich geschämt habe …".

"Die Leute haben die Ärzte vorher angefleht, dass sie keine Schocks bekommen. Und wenn sie diesen elektrischen Schlag bekommen haben, hat sich der Körper aufgebäumt, wie man es normalerweise nicht sieht, wie das Menschen normalerweise nicht tun."

Auch weiß man durch Fr. Stadträtin Wehsely, dass Foltern von psychiatrischen Patienten ein "Goldstandard" war und daher legitim.

Das ist nicht, wie man mit Geschichtsaufarbeitung umgehen sollte:
hier wird nicht die Wahrheit zum Thema gemacht, sondern wie kann man sie beschönigen, wenn nicht sogar verschleiern.
Auch schon in der "Aufarbeitung" der noch vor wenigen Jahren veröffentlichten aktuellen Skandale der Baumgartner Höhe wurden Patienten und Betroffene scheinbar gezielt und bewusst nicht angehört. Ihre Darstellung der Behandlung hätte ein völlig anderes Licht auf die Anklagen und Vorwürfe gegen die Psychiatrie geworfen.

Nach der Art der Aufklärung in dem Skandal um die Zustände auf der Baumgartner Höhe und Klinik Hoff ist zu schließen, dass auch die wenigen noch lebenden Betroffenen der Kinderstation Pavillon 15 von der zuständigen Untersuchungskommission nicht angehört werden. Denn dann müsste man sich dazu bekennen, dass Schlagen von wehrlosen Kindern und Kleinkindern, ins eiskalte Wasser tauchen, Überdosierung von Psychopharmaka zur Ruhigstellung, Vertuschung der körperlichen Misshandlungen und vieles mehr ein "Goldstandard" der Psychiatrie war. Vielleicht wird man aber auch herausfinden, dass Pavillon 15 eine bedauerliche Ausnahme war, und nur ein boshaftes Personal Schuld an der Misere trug.

Natürlich wird sich kein Hinweis in den Krankenakten finden - ganz wie in der Klinik Hoff, dass diese Therapien als Bestrafung gedacht waren oder als erprobte Methoden, Menschen mittels brutaler Gewalt ruhig zu stellen. Der logische Schluss - ganz wie bei der Klinik Hoff: Es steht nicht in der Krankenakte, daher waren diese Behandlungen auch nicht böswillig, sondern legitime Therapien.

Die Opfer der menschenunwürdigen Methoden der Psychiatrie sollen nicht gehört werden. Sie werden von der Psychiatrie ausgeschlossen und mundtot gemacht - wenn nicht mit Krankheitserregern, Insulinschocks, E-Schocks, mittels Psychopharmaka, oder durch wissenschaftlich klingende Scheindiagnosen, die Geisteskrankheit vorgaukeln, dann eben politisch und medial. Nach der Methode Gutmensch - "man möchte die Betroffenen nicht noch einmal schmerzlich erregen oder psychischer Belastung aussetzen".

Die Opfer der psychiatrischen Therapien werden lächerlich gemacht, als nicht mündige Menschen betrachtet und zum Schweigen gebracht. Vielleicht auch eine wirtschaftliche Frage - Opfern, die unter dem Deckmantel von "Goldstandard" und "State oft he Art" misshandelt wurden, gebührt keine Entschädigung oder Entschuldigung. Das ist auch heute so.

Armutszeugnis und Feigheit - Österreichs Psychiatrie bekennt sich nicht zu ihrer Vergangenheit als Juden- Roma-, und Kindermörder sowie als Designer und Antriebskraft der Euthanasie und des Holocausts, auch nicht zu ihren Folterungen in der Nachkriegszeit. Sie ist nicht daran interessiert, diese Wahrheit zu veröffentlichen und sich dazu zu stellen.

Die Österreichischen Untersuchungskommissionen sollten sich ein Beispiel an dem deutschen Historiker Dr. Hans-Walter Schmuhl nehmen, der den Mut hatte öffentlich zu bestätigen, dass Zwangsterilisation, Euthanasie und Holocaust direkt und ausschliesslich auf das Betreiben der Psychiater als gesamter Stand zurückzuführen ist.
Zwang, Folter und Mord waren deren Geschäft. Was ist es heute?

Die Österreichischen Psychiatriegesellschaften sollten sich die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie (DGPPN) zum Vorbild nehmen. Diese hat sich nämlich schon 2010 zur ihrer verbrecherischen Vergangenheit öffentlich bekannt.

Die Erkenntnis ist und bleibt, das Gutmensch-Image der Psychiatrie soll möglichst sauber gehalten und beschützt werden. Alles andere ist wohl schädlich für die Strategien des wirtschaftlich so erfolgreichen Produzenten-Verkäufer Teams namens Pharmafirmen-Psychiatrie.

DVD Empfehlung zu den Hintergründen für Zwangssterilisation, Euthanasie, Holocaust und Nazi-Regime - die bis heute unterschlagenen Aspekte der Wahrheit:

Dokumentation "Der Schein trügt - Ein Blick in die Psychiatrie" Bestellbar bei der Bürgerkommission für Menschenrechte

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Bürgerkommission für Menschenrechte
Präsidentin Birgit Karner
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