Greenpeace-Konferenz zur ökologischen und bienenfreundlichen Landwirtschaft

Umweltschutzorganisation fordert echte Fruchtfolge und nimmt Handel und Politik in die Verantwortung

Wien (OTS) - Wie könnte eine ökologische und bienenfreundliche Landwirtschaft in Zukunft gestaltet sein? Dieser Frage widmet sich die heutige Konferenz "Ökologische Landwirtschaft - Wissenschaftliche Perspektiven zur Pestizidreduktion und politische Strategien", ein Kooperationsprojekt im Rahmen der ORF-Initiative "Mutter Erde". Vortragende wie der anerkannte Agrarpolitik-Experte Markus Hofreither von der Universität für Bodenkultur Wien beleuchten in Vorträgen und der anschließenden Podiumsdiskussion, was es braucht, um eine Ökologisierung der Landwirtschaft voranzutreiben. "Eine ökologische Landwirtschaft schützt Honig- und Wildbienen, arbeitet im Einklang mit der Natur, stellt gesunde Nahrungsmittel für alle zur Verfügung und sichert Landwirtinnen und Landwirten ein faires Einkommen. Dafür braucht es sowohl Teilmaßnahmen wie ein Verbot der bienengefährlichsten Pestizide, als auch umfassende Strategien, beispielsweise eine flächendeckende, echte Fruchtfolge und politische Rahmenbedingungen, die den Bedürfnissen der Menschen und der Umwelt gerecht werden", so Huem Otero, Landwirtschaftssprecherin von Greenpeace in Österreich.

Auch Hermann Strasser von der Universität Innsbruck fordert konkrete strategische Pläne zur Fruchtfolge, eine Sofortmaßnahme zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers. "Notwendige Anreize zur Umsetzung müssten natürlich gesondert von der Politik sichergestellt werden", erklärt der Experte. In seinem Vortrag behandelt er alternative Methoden zur Bekämpfung des Schädlings. In der Vergangenheit setzten die LandwirtInnen Neonicotinoide gegen den Maiswurzelbohrer ein. Heute sind diese Gifte aufgrund der Gefahr, die sie für Bienen darstellen, mit einem EU-Teilverbot belegt. Im Rahmen des auf der Konferenz vorgestellten Projekts INBIOSOIL wird an alternativen Pflanzenschutzkonzepten geforscht, welche u.a. eine nachhaltige Reduktion von chemisch-synthetischen Pestiziden ermöglichen sollen. Eines davon ist ein mit Pilz verkapseltes CO2-Mikrogranulat.

Auch der Raps ist wie der Mais vom Teilverbot der Neonicotinoide betroffen. Hansueli Dierauer vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz erklärt in seinem Vortrag, wie sich der Markt für Bioraps vor Ort verändert hat. Der Ackerbauexperte präsentiert zudem Methoden, die auch in der konventionellen Landwirtschaft angewendet werden können.

"Neben konkreten Maßnahmen wie Fruchtfolgen und biologischem Pflanzenschutz ist es wichtig, sich über die politischen Rahmenbedingungen für deren Umsetzung zu unterhalten. Die besten ökologischen Methoden sind nichts wert, wenn sie nicht umgesetzt werden. Aus diesem Grund war es uns wichtig, über die Rolle der Europäischen Agrarpolitik, der KonsumentInnen und des Handels zu sprechen", so die Greenpeace-Landwirtschaftssprecherin.

Die Europäische Agrarpolitik ist das wichtigste Steuerungsinstrument für die Landwirtschaft der EU. Markus Hofreither von der Universität für Bodenkultur Wien referiert über die letzte Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) und spart nicht mit Kritik: Er wendet ein, dass der letzte Reformbeschluss der GAP primär Partikularinteressen widerspiegelt und im Kontrast zu der anfänglich geführten Debatte steht. Diese hatte auch wissenschaftlich gut analysierte Problemfelder der Landwirtschaft wie Biodiversitätsverlust und Einfluss auf den Klimawandel berücksichtigt.

Die Vortragsreihe und die anschließende Podiumsdiskussion, bei der über die Rolle der KonsumentInnen und des Handels diskutiert werden soll, dienen dem Austausch verschiedener Positionen. Diese spiegeln nicht zwingend die Meinung der Umweltschutzorganisation Greenpeace wider.

Weitere Informationen zur Konferenz sowie zu den Vorträgen:
http://bit.ly/1Bi8hp7
Bildmaterial finden Sie unter http://bit.ly/1Hjqo0m
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(C) Greenpeace / Georg Mayer

Rückfragen & Kontakt:

Huem Otero
Landwirtschaftssprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 192 55 74
E-Mail: huem.otero@greenpeace.org

Réka Tercza
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 85 74 598
E-Mail: reka.tercza@greenpeace.org

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