Marihart: „Das Vertrauen in den Standort muss wiederhergestellt werden“

Rund 300 Mitglieder und Ehrengäste trafen einander am 25. Juni zum traditionellen Sommerfest der Industriellenvereinigung (IV) Niederösterreich auf der Rosenburg im Waldviertel

Wien (OTS) - "Die heimische Industrie ist nach wie vor der Motor für Wohlstand, Wachstum und Arbeitsplätze in unserem Land. Darauf können wir stolz sein, besonders angesichts schwierigster Rahmenbedingungen!" - mit diesen Worten begrüßte der Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV), DI Johann Marihart, die Gäste beim diesjährigen Sommerfest der Industriellenvereinigung Niederösterreich. Niederösterreich sei "ein Industrieland par excellence, die Industrie ist der stärkste Wirtschaftsfaktor der Region. Ein Drittel - genau 31 Prozent - der gesamten NÖ Wirtschaftsleistung wird von ihr bestritten. Direkt und indirekt sichern mehr als 33.000 Unternehmen im servoindustriellen Sektor heute sogar 54 Prozent des erwirtschafteten Wohlstandes". Rund 158.000 Personen seien im produzierenden Bereich direkt beschäftigt. Gemeinsam mit den industrienahen und produktionsorientierten Dienstleistungen sichere die Industrie in Niederösterreich sogar rund 297.000 Jobs. "Daran sehen wir, dass wir es uns nicht leisten können, die Industrie als Wachstums- und Wohlstandsmotor zu vernachlässigen", betonte Marihart. Dennoch scheine genau dies aber immer öfter zu passieren, denn in der Industrie sei zu spüren, dass "die Grundstimmung einfach nicht passt. Das Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Österreich ist erschüttert", so der Präsident.

Marihart: Standortvertrauen durch konkrete Taten wieder herstellen

Die verbesserte Konjunkturlage in Europa gehe an Österreich nahezu spurlos vorüber - mit dramatischen Auswirkungen. Die Ursachen des Vertrauensverlustes in den Standort seien größtenteils hausgemacht. Chancen für Strukturreformen würden ungenützt bleiben, Entlastungsmaßnahmen für Wirtschaft und Industrie nicht gesetzt. "Nicht nur die Industriellenvereinigung hat daher immer wieder Reformvorschläge auf den Tisch gelegt. Denn eines ist völlig klar:
Vertrauen lässt sich nicht durch Worte, sondern nur durch gemeinsame, konkrete Taten festigen", stellte der IV-NÖ-Präsident klar. Politische Signale und Forderungen, wie eine Erhöhung der Lohnnebenkosten, Arbeitszeitverkürzung, eine allgemeine sechste Urlaubswoche, ein Überstundeneuro, diverse Quotenmodelle für Ältere oder auch eine Wertschöpfungsabgabe seien schlichtweg kontraproduktiv. "Die Unternehmen sind verunsichert, investieren weniger und darunter leidet der Arbeitsmarkt", gab Marihart zu bedenken. Es müsse daher endlich Schluss sein mit ständigen Steuer-und Belastungsdebatten. Stattdessen brauche es ernsthafte Reformdiskussionen und vor allem Resultate. "Gerade im Unternehmensbereich bremsen wir uns durch eine überbordende Bürokratie zunehmend selbst aus. Keineswegs geht es darum unsere hohen Standards aufzuweichen. Sehr wohl aber darum, zu prüfen, wie man sie schneller und effizienter erreichen kann", so der Präsident, der hervorhob: "Wohlstand, Wachstum und sichere Arbeitsplätze kann man nicht durch Reglementierungen, Quotenregelungen und Gesetze verordnen. Man muss jenen Möglichkeiten und Anreize bieten, die Jobs schaffen. Und das ist die Wirtschaft, das ist die Industrie!"

Wilfing: Industrie und Land Niederösterreich sind starke Partner

"Niederösterreichs Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, sind Innovationsbringer und generieren Wertschöpfung für unser Land. Gerade die Industrie ist ein besonders wichtiger Wirtschaftsfaktor -immerhin wird ein Drittel der gesamten niederösterreichischen Wirtschaftsleistung von der Industrie bestritten", unterstrich Landesrat Mag. Karl Wilfing, der die Grußadresse in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll überbrachte: "Umso wichtiger ist, dass die Politik jene Rahmenbedingungen schafft, die für den heimischen Wirtschaftsstandort notwendig sind, um Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen. Gemeinsam mit den industrienahen und produktionsorientierten Dienstleistungen sichert die Industrie rund 297.000 Jobs. Daher ist für uns die Industriellenvereinigung NÖ ein wichtiger Partner, um unsere Wirtschaftsstrategie noch besser auf die Bedürfnisse der Betriebe abzustimmen und so gemeinsam für Wachstum und Beschäftigung zu sorgen."

Industrietechnikerdiplom verliehen

Im Rahmen des Sommerfestes zeichnet die IV-Niederösterreich auch immer Fachkräfte mit dem "Industrietechnikerdiplom" aus. "Der Titel ‚Industrietechniker‘ ist eine Anerkennung der herausragenden Leistungen von technischen Fachkräfte in der Industrie", so die Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung (IV) Niederösterreich Mag. Michaela Roither: "Wer zusätzlich zu einer mit zumindest gutem Erfolg abgeschlossenen technischen Lehre auch noch die Berufsreifeprüfung und die Werkmeisterprüfung absolviert, erhält die Anerkennungsurkunde Industrietechniker." Diese wurde, gemeinsam von Landesrat Mag. Karl Wilfing und IV-Niederösterreich Präsident DI Johann Marihart, in diesem Jahr an Christoph Reisenbichler von der Busatis Ges.m.b.H. in Purgstall verliehen.

Im Publikum fanden sich dabei auch in diesem Jahr einmal mehr zahlreiche nationale und internationale Gäste aus Wirtschaft und Politik, die seitens der IV Niederösterreich herzlich auf der Rosenburg willkommen geheißen wurden. Für die musikalische Begleitung des Abends sorgten auch heuer wieder die "Swinging Leaders" unter Leitung des ehemaligen IV-Niederösterreich-Präsidenten Mag. Norbert Zimmermann und dem jetzigen IV-NÖ-Vizepräsidenten Dr. Peter Pichler von der Berndorf AG, die ihre Gage dem Malteser Care Ring spendeten.

Fotos finden Sie unter: www.iv-niederoesterreich.at/b698

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