Seniorenbund Bundesvorstand III: Sozialminister muss Arbeit wieder aufnehmen! Offene Punkte im Gesundheitsministerium!

Arbeitnehmer-Bonus für längeres Arbeiten, echtes Pensionsmonitoring in allen Sparten, Reha für Pensionisten, Nationaler Aktionsplan gegen Demenz, Hausapotheken …

Wien (OTS) - In seiner heutigen Bundesvorstandssitzung berät der Österreichische Seniorenbund über aktuelle Entwicklungen, Projekte und die weitere Vorgehensweise zu noch ausstehenden Forderungspunkten der Seniorinnen und Senioren. Der Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes, Univ.-Prof. Dr. Andreas Khol, hält dazu fest:

"Leider sind weiterhin viele Punkte offen, die wir im Regierungsprogramm 2013 vereinbart hatten. Menschen, die freiwillig nach 60/65 weiter arbeiten und nicht in Pension gehen, erhalten noch immer keinen versicherungsmathematisch korrekten - nämlich höheren -Pensionsbonus. Erwerbstätige Pensionisten zahlen weiterhin Pensionsversicherungsbeiträge, obwohl wir dessen Abschaffung diskutiert hatten. Statt der echten Teilpension haben wir eine neue Variante der Altersteilzeit - gleitender Ausstieg aus dem Beruf ist damit noch immer nicht so möglich, wie wir uns das vorstellen. Noch immer liegt uns kein Pensionsmonitoring vor, das alle Sparten umfasst. Die Frage in welchem Bundesland die meisten Antritte einer Invaliditätspension geschehen - und aus welchen Gründen - bleibt weiter unbeantwortet. In den vorliegenden provisorischen Varianten des Monitorings erfolgen verschiedene Betrachtungsweisen je nach gesetzlichen oder öffentlichen Pensionen und bleibt der Vorwurf der statistischen Schönung im Raum. Hinsichtlich des Bonus und Malus für Arbeitgeber, der erst ab 2017 vorgesehen war, haben sich beide Seiten einbetoniert. Wenn man als Verantwortlicher erkennt, dass man mit seinem Quotenmodell nicht weiter kommt, sollte man wohl dringend über Alternativen nachdenken. Sonst wird man nicht fristgerecht zu ordentlichen Lösungen finden. Weitere Reformansätze in der Pensionssystematik sind und bleiben nötig. Nur wer laufend und ausreichend vorzeitig Reformen ansetzt, kann das System sozial verträglich und finanzierbar halten!"

Offene Baustellen auch im Gesundheitsministerium: Demenz, ELGA, Reha für Pensionisten und ärztliche Hausapotheken!

Khol weiter: "Vereinbart war ein Nationaler Aktionsplan gegen Demenz per Ende 2014. Gekriegt haben wir einen Status-Bericht im Februar 2015. Wir müssen hier dringend einen konkreten Plan erarbeiten, finanzieren und umsetzen. Dementiell Erkrankte und ihre Angehörigen brauchen dringend ein umfassendes Unterstützungsnetz. Berichte alleine helfen da nicht. Auch die weitere Verzögerung von ELGA stößt den Seniorinnen und Senioren sauer auf. Seit Jahren warten wir auf die Umsetzung in die Praxis. Die Älteren haben es satt, ihre Medikamentenlisten und Befund-Koffer zu jedem Termin selbst mitzuschleppen. Es ist Zeit, dass Österreich hier den nächsten Schritt setzt. Die im Regierungsprogramm vereinbarte Reha für alle Pensionisten ist ebenfalls noch nicht umgesetzt, aber dringend nötig. Diese Rehamaßnahmen können zwar logischerweise die Erwerbsfähigkeit der Betroffenen nicht mehr herstellen - sie bewirken aber die Wiederherstellung der Fähigkeiten zur selbständigen Lebensführung. Damit wird Pflegebedarf aufgeschoben oder sogar ganz verhindert, können ungewünschte Übersiedlungen in Pflegeheime abgewendet werden. Ein besonders wichtiger Punkt ist den Senioren zudem der Erhalt ihrer wohnortnahen ärztlichen Hausapotheke. Hier muss man endlich eine langfristige Regelung mit Sicherheit für alle Betroffenen finden."

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Österreichischer Seniorenbund, Susanne Walpitscheker, stv. Generalsekretärin, Tel.: 0650-581-78-82, swalpitscheker@seniorenbund.at, www.seniorenbund.at

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