Asyl: Katholische Aktion kritisiert Landeshauptleute

KAÖ-Präsidentin Schaffelhofer erwartet nach Ablehnung der Quotenregelung für Bezirke bei Flüchtlingsaufnahme Alternativvorschläge, denn "nur nein zu sagen genügt nicht" - "Auf die vielen hilfsbereiten Österreicher schauen, nicht auf die Maulhelden der Fremdenhetze"

Wien (KAP) - Mit scharfer Kritik am Krisenmanagement der österreichischen Politik hat sich die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) zur laufenden Asyldebatte geäußert. Präsidentin Gerda Schaffelhofer nahm in ihrer Aussendung am Freitag angesichts der Tatsache, "dass in zwei Drittel der Gemeinden bisher kein einziger Flüchtling beherbergt wird", vor allem die Landeshauptleute in die Pflicht. Sie warte "gespannt darauf, was die Landeshauptleute, die eine Quotenregelung für Bezirke aus welchen Gründen auch immer für nicht sinnvoll halten, nun für alternative Vorschläge anbieten", so Schaffelhofer. "Nur nein zu sagen wird ja wohl nicht alles sein, was man von einem Politiker in diesem Verantwortungsrang erwarten darf."

"Besonders empörend" nannte Schaffelhofer, dass in Traiskirchen 1.200 unbegleitete Minderjährige zwischen 14 und 18 Jahren "zusammengepfercht" seien. Sie erneuerte ihren schon einmal gemachten Vorschlag, dass junge Flüchtlinge in Familien untergebracht, betreut und als Pflegekinder aufgenommen werden können. Erforderlich sei dafür freilich Personal, das aufnahmewillige Familien vorbereitet und begleitet und zu den Flüchtlingen Kontakt hält. "Wieso soll sich das mit gutem Willen nicht machen lassen?", so Schaffelhofer.

In Österreich gebe es viele engagierte Privatpersonen, kirchliche Einrichtungen, zivile Initiativen und auch Bürgermeister, die bereit seien, Flüchtlinge aufzunehmen und zu versorgen, wies die KAÖ-Präsidentin hin. Statt diese Bereitschaft aufzugreifen und zu unterstützen, "werden Hilfswilligen nicht selten möglichst viele Hürden in den Weg gelegt". Schaffelhofer forderte, "auf die Helfer statt auf die Hetzer zu schauen", deren Engagement von Spenden bis hin zu täglicher persönlicher Unterstützung im Alltag reiche. "Anders als die Maulhelden der Fremdenhetze machen diese Menschen meist wenig Aufsehen um ihren Einsatz für andere und für ein gedeihliches Miteinander."

((forts. mgl.)) RME/GPU
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