Pröll übt im ÖSTERREICH-Interview heftige Kritik an Faymann: "Von der Realität keinen Tau ..."

NÖ-Landeshauptmann: "Zustrom der Flüchtlinge muss eingedämmt werden."

Wien (OTS) - Im Interview für die Freitagausgabe der Tageszeitung ÖSTERREICH übt Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll nach dem gescheiterten Asyl-Gipfel heftige Kritik an Bundeskanzler Werner Faymann. Pröll begründet seine Ablehnung der Bezirksquoten: "Dieser Vorschlag wurde von jemandem gemacht, der von der Realität keinen Tau hat. Da ging es nur um einen PR-Gag des Kanzlers ... so eine schlechte Vorbereitung habe ich noch nie erlebt."

Bei der gescheiterten Quotenregelung wären die "Bezirke gegeneinander ausgespielt" worden, so Pröll: "Es ist ja nicht so, dass die Länder nichts tun: Für die nächsten zwei Wochen haben wir 2.500 Plätze zugesichert - bis Ende Juli 6.500."

Das könne aber, so Pröll, keine Dauerlösung sein: "Wenn es nicht gelingt, den Zustrom der Flüchtlinge einzudämmen, kann die Unterbringung durch die Länder nicht weiter garantiert werden."

Pröll fordert eine Lösung auf EU-Ebene ein: "Ich bin aber nicht so blauäugig zu glauben, dass das morgen gelingt. Ich verlange deshalb vom Bundeskanzler bilaterale Gespräche mit den Nachbarländern. Denn das, was sich in Ungarn andeutet, kann sich ausweiten. Stattdessen fährt der Kanzler zum Herrn Tsipras für ein Foto - ohne ihn auch nur auf das Thema Asyl anzusprechen."

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