FPÖ-Hofer: Soziales Wien hat Handlungsbedarf

UN-Behindertenrechtskonvention muss auch in Wien Umsetzung finden

Wien (OTS) - Nachdem im ersten Primärversorgungszentrum Wiens in der Mariahilferstraße, das erst im Mai feierlich eröffnet und nicht nur von der Gemeinde Wien kräftig subventioniert wurde, auf den barrierefreien Zugang mittels behindertengerechtem Aufzug vergessen wurde, hinke die Bundeshauptstadt auch bei adäquaten barrierefreien Unterbringungsmöglichkeiten junger Menschen mit Behinderung noch immer hinterher, moniert der freiheitliche Pflege- und Behindertensprecher und Dritte Präsident des Nationalrates, Ing. Norbert Hofer.

Nach wie vor lebt eine große Anzahl sehr junger behinderter Menschen in Altenwohnheimen des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV). Diese Pflegeeinrichtungen seien zwar barrierefrei, doch gebe es in diesen keine Beschäftigung oder Förderung der jungen Menschen, kritisiert Hofer: "Dies entsprecht nicht einem selbstbestimmten Leben nach den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention." Das Pflegewohnhaus Baumgarten des KAV beispielsweise, das im Mai 2014 in Betrieb ging, werbe online damit, dass "es einen Pflegewohnbereich für jüngere Bewohnerinnen und Bewohner (26 Plätze)" gibt.

Die Zahlen des kürzlich präsentierten Wiener Sozialberichts 2015 zeigen, dass gerade im vollbetreuten Wohnen in Wien der Anteil junger Menschen mit Behinderungen sehr hoch ist. Hier "überwiegt bei den Frauen die Altersgruppe der 40- bis unter 50-Jährigen mit 27 Prozent und bei den Männern die Altersgruppe der 25- bis unter 40-Jährigen mit 31 Prozent". Der Anteil der 18- bis unter 25-Jährigen liegt dem Bericht zufolge bei 14 Prozent bei Männern und 18 Prozent bei Frauen in der Vollbetreuung.

Zwar gebe es einen Trend in Richtung teilbetreutes Wohnen, "hin zu einer stärkeren Ausrichtung an den individuellen Bedürfnissen", entnimmt Hofer dem Bericht, doch angesichts der in den Pflegehäusern des KAV noch immer untergebrachten jungen Menschen besteht dringender Handlungsbedarf", zeigt der freiheitliche Behindertensprecher auf, "denn gerade jüngere Menschen mit Einschränkungen verlieren in Pflege- oder Seniorenheimen ein Stück Selbstbestimmung und Eigenständigkeit, ganz besonders aufgrund der nicht vorhandenen Förderung und der erzwungenen Untätigkeit."

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