„dok.film“-Premiere für Barbara Eders „Blick in den Abgrund“

Preisgekrönte Doku über die Welt des Profilings am Sonntag, dem 28. Juni, um 23.00 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Keiner kommt menschlichen Abgründen so nah wie sie:
Profiler, forensische Psychologen und Psychiater - sie beschäftigen sich tagtäglich mit den Motiven von gefährlichen Verbrechern. Sie rekonstruieren Tatverläufe, erstellen Persönlichkeitsprofile, fügen "blutige Puzzlesteine" zusammen. Freude und Glück verspüren sie bei ihrer Arbeit selten, denn von ungelösten Fällen können sie mitunter ein Leben lang verfolgt werden. Regisseurin Barbara Eder, die aktuell für den ORF an der vierten Staffel der "CopStories" dreht, zeigt in ihrem vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierten, preisgekrönten Dokumentarfilm "Blick in den Abgrund" (u. a. Romy 2014 als Beste Kino-Doku) die akribischen Gehirndetektive im Close-up. Beruflich wie auch privat: Offenherzig und sehr persönlich erzählen sechs internationale Top-Profiler aus Deutschland, Finnland, Südafrika und den USA von ihrer Arbeit und ihren Einsichten. Ein "Blick in den Abgrund", spannend und aufwühlend, zu sehen als "dok.film"-Premiere am Sonntag, dem 28. Juni 2015, um 23.00 Uhr in ORF 2.

Mehr zum Inhalt:

"Es heißt: ,Das Meer verschlingt alle Geheimnisse‘, aber das würde nicht immer stimmen", meint Helinä Häkkänen-Nyholm, forensische Psychologin. Dabei meint sie das gar nicht metaphorisch, vielmehr denkt sie dabei an eine in einen Teppich gehüllte und versenkte Leiche, die wieder an die Oberfläche stieg. Sie arbeitet gerade an ihrem aktuellen Fall: Warum hat der Täter das Opfer in den Keller geschleppt, wo es doch so schwierig ist, sich mit einem toten Körper zu bewegen? Warum die 20 Einstiche, rund um die Augen des Opfers?

Zurück im Büro will sie einen Kollegen in Südafrika anrufen, Profiler Gérard N. Labuschagne. Der junge Mann erklärt das "Übertöten" von Menschen: exzessive Gewalt, die über das "normale" Tötungsdelikt hinausgeht. Seinen Job als Leiter der Einheit hat er bereits im Alter von 29 Jahren angetreten, weil seine Vorgängerin überraschend das Handtuch geworfen hat. Bis heute war er bereits mit mehr als 80 Serienmördern und 100 Vergewaltigungen befasst. Diesmal liegen drei skelettierte Leichen in einem Getreidefeld. So, als würden sie geradezu darauf warten, dass ein Forensiker ihren Fall aufklärt.

Helen Morrison, forensische Psychiaterin aus Chicago, beschäftigt sich schon seit 40 Jahren mit Serienmördern. Mord ist ihrer Erfahrung nach in allen Gesellschaftsschichten vertreten, hat nichts mit dem kulturellen Hintergrund, dem Einkommen oder der Kindheit zu tun. Scheinbar ist jeder dazu imstande. Seit Langem sucht sie auf wissenschaftlicher Basis nach Anomalien im Gehirn von Serienmördern. Gefunden hat sie bis dato noch keine.

Kriminalhauptkommissar Stephan Harbort sitzt im Zug von Düsseldorf nach Berlin. Der Experte für Täterprofile blättert in dicken Aktenordnern und spricht dabei den Tathergang in sein Diktafon. Noch immer kann er nicht verstehen, wieso der Täter sein letztes Opfer am Leben ließ, ihm sogar persönliche Details erzählt hat, die wenig später zu seiner Festnahme führten.

In Virginia sehen sich Roger L. Depue und Robert R. Hazelwood, beide pensionierte FBI-Profiler, den Film "Das Schweigen der Lämmer" an. Autor Thomas Harris hat sie seinerzeit für die Buchvorlage interviewt. Sie betreiben gemeinsam eine Firma, um alte Fälle zu lösen, die nie aufgeklärt wurden. Der Vater eines Tatverdächtigen möchte etwa, dass die beiden ein Persönlichkeitsprofil für seinen Sohn im Teenager-Alter erstellen. Er wird verdächtigt, ein damals 15-jähriges Mädchen mit einem Golfschläger ermordet zu haben. "Das ist kein Job für jeden", sagt Roger, "der hinterlässt Spuren."

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0006