PVÖ-Sozialkonferenz: Blecha: Ausgleichszulagenbezieher dürfen bei Steuerreform nicht vergessen werden

PVÖ fordert Gutschrift auch für AZ-Bezieher - 4. Industrielle Revolution – Wertschöpfungsabgabe ist unabdingbare Forderung des PVÖ

Wien (OTS) - "Die Steuerreform bringt die größte Entlastung, der Pensionistinnen und Pensionisten seit den 1970er Jahren. Aber sie war und ist ein Marathon! Wir, der Pensionistenverband, haben als erste Massenorganisation bereits 2011 eine Steuerentlastung und ‚mehr Geld ins Börsel‘ für Pensionistinnen und Pensionisten gefordert! Wir haben 2014 eine Kampagne und eine große Unterschriftenaktion gestartet, wir haben gekämpft, nächtelang verhandelt und uns durchgesetzt. Ab 2016 haben alle PensionistInnen spürbar mehr Geld im Börsel! Auch jene, die so niedrige Pensionen haben, dass sie keine Steuer zahlen, erhalten erstmals eine Gutschrift! Ein großer Erfolg! Aber wir sie noch nicht zufrieden! Jetzt gilt es noch die letzten Meter in diesem Marathon zu bestreiten, damit auch die Bezieher der Ausgleichszulage, die, die wirklich jeden Cent brauchen, entlastet werden", donnerte Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbands Österreichs (PVÖ) bei der Eröffnung der PVÖ-Sozialkonferenz in den vollbesetzten Saal. Zahlreiche hochrangige ExpertInnen und SeniorenvertreterInnen aus ganz Österreich sind heute, Donnerstag, in das Gartenhotel Altmannsdorf gekommen um die wichtigsten sozialpolitischen Herausforderungen zu diskutieren und unmissverständliche Forderungen an Politik und Gesellschaft zu richten. ****

"Noch vor einem Jahr erklärt die ÖVP, dass eine Steuerreform unmöglich sei, dass es sicher keine Negativsteuer für Pensionisten geben kann. Aber der Pensionistenverband Österreichs hat sich - mit großer Unterstützung von Bundeskanzler Werner Faymann und Sozialminister Rudolf Hundstorfer - allen Unkenrufen zum Trotz durchgesetzt. Alle Pensionisten zahlen ab 2016 deutlich weniger Steuer, die kalte Progression konnte gestoppt werden, Pensionisten, mit Pensionen unterhalb der Steuerfreigrenze erhalten bereits im Juli 2016 - und das war ein besonders harter Kampf, bis zur letzten Sekunde - eine Gutschrift auf bezahlte Krankenversicherungsbeiträge (die sogenannte ‚Negativsteuer‘)! Große Etappensiege! Aber wir sind noch nicht am Ziel", so der Präsident der größten und durchsetzungsstärksten Seniorenorganisation Österreichs.

Gutschrift über pensionsauszahlende Stellen anweisen

"Wir fordern, dass die Gutschrift direkt von den pensionsauszahlenden Stellen angewiesen wird. Denn in Zeiten, in denen wir von Verwaltungsreformen sprechen, in denen die Verwaltung vereinfacht werden soll, ist es sicher nicht sinnvoll, dies kompliziert über die Finanzbehörden abzuwickeln, so wie es die ÖVP gerne hätte", stellte Blecha klar.

PVÖ lässt nicht locker - Bonus-Malus-System muss kommen

"In einem Jahr ist die Arbeitslosigkeit bei den Älteren um unglaublich 16,8 Prozent gestiegen - das ist Rekord! Alle Experten sind sich einig - nur die ÖVP legt sich, auf Druck der Wirtschaft quer. Österreich braucht das Bonus-Malus-System, das Betriebe finanziell belohnt, die Ältere einstellen und beschäftigen und jene einen Malus zahlen lässt, die das schändlicherweise nicht tun", so Blecha, der unmissverständlich fordert: "Das Bonus-Malus-System ist im Regierungsübereinkommen festgeschrieben! Es muss kommen! Und zwar rasch und in Kombination mit einem detaillierten und umfassenden Beschäftigungs- und Pensionsmonitoring!"

4. Industrielle Revolution - Sozialsysteme müssen gesichert werden

"Wir brauchen den Sozialstaat, wir wollen den Sozialstaat. Aber unser Sozialstaat ist gefährdet! Gefährdet durch die hohe Arbeitslosigkeit, aber auch durch etwas, das als ‚4.Industrielle Revolution‘ bekannt ist. Wenn computergesteuerte Roboter über das Internet in menschenleeren Industriehallen Autos und Konsumgüter erzeugen, wenn alles immer technisierter wird, so muss uns auch klar sein, dass diese Computer und Roboter keinen Beitrag für die Finanzierung der Sozialsysteme zahlen! Die Wertschöpfung dieser Unternehmen steigt immer mehr, die Zahl der Beschäftigten nimmt ab. Lohnsubventionen dürfen in Zukunft nicht mehr die entscheidenden Indikatoren für Sozialabgaben sein. Daher ist die Wertschöpfungsabgabe eine unabdingbare Forderung des Pensionistenverbandes. Wir brauchen sie! Wir müssen jene Firmen entlasten, die Lehrlinge ausbilden, die Menschen beschäftigen und altersgerechte Jobs bieten! Das ist eine unverzichtbare Notwendigkeit!", so der PVÖ-Präsident abschließend. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

GS Andreas Wohlmuth, Pensionistenverband Österreichs, Telefon: 0664-48 36 138

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