Zugangsbeschränkungen – Kuntzl: Verlängerung eingehend prüfen

AK-Studie sieht Beschränkungen als sozial selektiv

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl will eine eingehende Prüfung und Abwägung der Zugangsbeschränkungen an den Universitäten. Der Evaluierungsbericht des IHS zur Auswirkung der Zugangsbeschränkung, der heute im Wissenschaftsausschuss diskutiert wird, gebe ein ambivalentes Bild, der Beobachtungszeitraum sei zu kurz gewesen. Gleichzeitig stellt eine aktuelle AK-Studie sehr wohl eine soziale Selektion durch die Zugangsbeschränkungen fest. "Eine reflexartige Ausweitung von Zugangsbeschränkungen kann es jedenfalls nicht geben", betonte die SPÖ-Abgeordnete am Donnerstag. ****

Der Beobachtungszeitraum für die Auswirkungen der Zugangsbeschränkungen sei mit zwei Jahren jedenfalls zu kurz gewesen, um daraus den Schluss zu ziehen, dass Zugangsbeschränkungen unproblematisch sind. "Im Gegenteil - Studien zeigen, dass die soziale Durchmischung an den Unis sehr wohl darunter leidet." Besonders deutlich zeigten sich die negativen Auswirkungen in den medizinischen Fächern, wo der Beobachtungszeitraum am längsten ist. "In der Humanmedizin hat sich der Anteil an Studierenden aus AkademikerInnenfamilien deutlich erhöht und ist von rund 40 Prozent vor der Zugangsbeschränkung auf über 50 Prozent gestiegen."

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Veterinärmedizin, wo es seit 2005 Eignungstests samt Aufnahmegesprächen gibt. Dort lag der Anteil der Akademikerkinder an den Studienanfängern im Jahr vor der Beschränkung bei 34 Prozent und stieg bis ins darauffolgende Studienjahr auf 46 Prozent. "Auch wenn ein Teil des höheren Akademikerfamilien-Anteils auf ausländische Studierende zurückzuführen ist, so gilt auch unter Abzug dieses Effekts, dass österreichische Akademikerkinder von Zugangsbeschränkungen ‚profitieren‘", auf Kosten von Studierenden aus Familien mit niedrigerem Bildungsniveau", so die SPÖ-Wissenschaftssprecherin.

Von Wissenschaftsminister Mitterlehner erwartet Kuntzl ein klares Bekenntnis zum Wissenschaftsstandort Österreich: "Wir brauchen mehr hochqualifizierte Menschen, nicht weniger. Notwendig sind frühe Beratung und eine wirkliche Orientierung für junge Studierende."(Schluss) sc/ah/mp

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