AK: Mehr Personal im Pflegebereich für bessere Vereinbarkeit

Frauenanteil liegt in der stationären Pflege bei 80 Prozent

Wien (OTS) - Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf braucht es in der Pflege aus AK Sicht vor allem mehr Personal. Der permanente Mangel an Arbeitskräften führt dazu, dass die im Betrieb vorhandenen ArbeitnehmerInnen häufig einspringen müssen. Das wirft jede Planbarkeit über den Haufen. Die Arbeitsabläufe können daher nur bis zu einer gewissen Grenze von den ArbeitnehmerInnen im Team selbst verbessert werden. Für die von den ArbeitnehmerInnen gewünschten Verbesserungen ist die Führungsebene verantwortlich. Problematisch auf lange Sicht ist auch der hohe Teilzeitanteil in diesem Bereich, der nicht gleichzusetzen ist mit einer besseren Vereinbarkeit. Der Anteil liegt In der stationären Pflege bei 51 Prozent. In der mobilen Pflege bei 88 Prozent. Die Folge sind niedrige Einkommen und fehlende Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt in der Pflege durch Rand- und Nachtdienste eine besondere Schwierigkeit dar. Die heute vom Familienministerium präsentierte Studie zeigt, dass ArbeitnehmerInnen und Führungspersonal die Vereinbarkeit sehr unterschiedlich bewerten. Auffällig ist auch die unterschiedliche Bewertung der Bezahlung. Der Frauenanteil bei der stationären Pflege liegt bei rund 80 Prozent. Die Situation der mobilen Pflegekräfte, wo der Frauenanteil mit 90 Prozent sogar noch höher liegt, sollte ebenso bedacht werden.

Aus AK Sicht sind folgende Maßnahmen notwendig:
+ Weniger Arbeitsdruck durch mehr Personal: Die Belastungen im Pflegeberufen sind im Vergleich zu anderen Berufen besonders hoch.
+ Bessere und verlässlichere Arbeitszeiten: Einerseits durch mehr Personal, andererseits sollen Arbeitsabläufe durchforstet werden, sodass mehr Vereinbarkeit und bessere Planbarkeit für die Beschäftigten erreicht werden kann. Besonders in der mobilen Pflege sollen zerstückelte Arbeitszeit und hohe Teilzeiten vermehrt in zusammenhängende Vollzeitarbeitsplätze umgewandelt werden.
+ Bessere Bezahlung: Da der Großteil der Arbeitskräfte im Bereich Frauen sind, ist eine bessere Bezahlung auch eine Frage der Gleichberechtigung von Frauen und Männern.
+ Kinderbetreuung: Einige Einrichtungen haben selbst Kinderbetreuungseinrichtungen, die zu den geforderten Rand- und Nachtzeiten offen sind. Die Kinderbetreuung muss in Pflegeeinrichtungen mit geplant werden.

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