Khol zur Pensionsversicherung: Horror-Prognosen erneut nicht eingetreten. Angstmache stoppen – Strukturreformen angehen!

Prognose zum Staatszuschuss lag in nur einem Jahr um satte acht Prozent daneben.

Wien (OTS) - Zum gestern Abend veröffentlichten Rechnungsabschluss der Pensionsversicherung hält Univ.-Prof. Dr. Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und Präsident des Österreichischen Seniorenrates heute fest:

"Die Prognose hatte gelautet: Der Staatszuschuss zu Pensionen würde in nur einem Jahr um 8,4 Prozent ansteigen. Verbunden wurde diese Prognosezahlen mit Angstmache und Verunsicherung. Der Rechnungsabschluss aber zeigt: Der Staatszuschuss blieb mit einem Plus von 0,4 Prozent de facto stabil. Das Ergebnis weicht von der Prognose um satte 8 Prozent ab. Zwar waren die gesamten Kosten der Pensionsversicherung um 3,5 Prozent gestiegen, die Einnahmen waren zugleich aber um 4,5 Prozent angewachsen. Weil es mehr Beschäftigte gibt als erwartet und weil diese mehr verdienen als zuvor angenommen. In absoluten Zahlen lässt sich das Ergebnis noch besser verstehen:
Statt Mehrkosten von 63 Millionen für den Staat, lag der Staatszuschuss um 80 Millionen niedriger! Es ist an der Zeit die Angstmache im Pensionssystem zu stoppen!"

Khol weiter: "Diese Entwicklung zeigt sehr klar die wichtige Bedeutung der Arbeitsmarktlage für die Finanzierung dieses Umlagesystems: Wenn die Generationen zwischen 15 und 64 (die so genannten "Jungen" im Pensionssystem) über ausreichend und ordentlich bezahlte Arbeit verfügen, können sie ihren Beitrag zur Altersversorgung der 65plus leisten. Das Ziel der umfassenden Beschäftigung bis 65 ist daher für die Sicherung dieser Systeme entscheidend. Es ist bekannt, dass knapp die Hälfte aller Arbeitssuchenden höchstens über einen Pflichtschulabschluss verfügt. Damit ist klar, was zu tun ist: Qualifizieren statt Pensionieren! Auch für Menschen nach dem 50. Geburtstag!"

Strukturreformen dennoch nötig - Reformverweigerung und Blockade beenden!

Khol betont abschließend: "Dieses stabile Ergebnis zeigt dennoch einen klaren Anstieg der Gesamtkosten um 3,5 Prozent. Es gibt keinen Grund den weiteren Handlungsbedarf in diesem Bereich zu übersehen! Daher muss man ohne Zeitverzögerung die nötigen Strukturreformen angehen, die alle Pensions-Systeme umfassen müssen: Reformen von teuren Sondersystemen - insbesondere in Wien. Überarbeitung des 2014 eingeführten Reha-Geldes, um dessen Ergebnissicherheit deutlich zu erhöhen. Umsetzung der vereinbarten Erhöhung des Pensionsbonus für Arbeitnehmer, die freiwillig über 60/65 hinaus arbeiten. Berücksichtigung der steigenden Lebenserwartung in den jeweils geltenden Altersgrenzen - für Frauen und Männer. Diese Änderungen sind die Zuständigen allen Generationen schuldig: nur so können die Beitragsleistungen der Erwerbstätigen niedrig gehalten werden und die Pensionsbezüge der Älteren stabil und kaufkraftsichernd bleiben. Dieses System funktioniert, es bietet langfristige Stabilität -solange man laufend auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Änderungen reagiert und entsprechende Strukturreformen zeitnahe und sozial verträglich einsetzt!"

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Österreichischer Seniorenbund, Susanne Walpitscheker, stv. Generalsekretärin, Tel.: 0650-581-78-82, swalpitscheker@seniorenbund.at, www.seniorenbund.at

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