Rudi Kaske im management club: Es gibt keine einfachen Antworten!

Bei „Ofner&Ofner“ am Montag, 22. Juni 2015 stellte sich AK-Präsident Rudi Kaske kritischen Fragen von mc-Vizepräsident Dr. Günther Ofner und WKW-Vizepräsident DDr. Anton Ofner.

Wien (OTS) - Grundsätzlich positiv beurteilt der Präsident der Arbeiterkammer die ausverhandelte Steuerreform. Diese stellt eine der größten Entlastungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Österreich dar, die Auswirkungen werden von den Menschen aber noch nicht wahrgenommen. Allerdings braucht es laut Kaske mehr Wachstumsimpulse, zum Beispiel durch Investitionen im Bau- und Infrastrukturbereich. Eine Wohnbauoffensive der Bundesregierung harrt nach wie vor auf Umsetzung.

Kritisch angesprochen auf das hohe Maß an Regularien in Österreich, auf den Staatsinterventionismus, die Bürokratie, usw. entgegnete Kaske, dass es hier keine simplen Antworten geben kann. Dass Verfahren beschleunigt werden müssen und v.a. die vielen unterschiedlichen Verwaltungsebenen besser zusammenarbeiten, bzw. Synergien gehoben werden müssen, steht für Präsident Kaske außer Frage. Bei den Lohnnebenkosten kann sich Kaske eine Diskussion um die Beiträge zur Wohnbauförderung vorstellen, sollte nicht rasch wieder eine Zweckwidmung der Wohnbauförderungsmittel und der Rückflüsse daraus erfolgen. Keine Diskussionsbereitschaft signalisierte er hingegen beim 13. und 14. Gehalt.

Kontroversiell diskutiert wurde der Ansatz, dass Arbeit krank machen kann. Anton Ofner führte hier ins Feld, dass ein Jahr Frühpension eine durchschnittliche Senkung der Lebenszeit um drei Monate bedeutet und arbeitslose Menschen statistisch gesehen mehr und länger krank sind. Kaske argumentierte dagegen, dass man die Frage anders stellen müsse, nämlich, wie man überhaupt Arbeit in Zukunft verteilt. Österreich hat EU-weit die zweitlängste faktische Wochenarbeitszeit. 2014 wurden 270 Millionen Überstunden geleistet, rund ein Fünftel davon unbezahlt. Zugleich haben von den ca. 3,5 Mio erwerbstätigen Menschen in Österreich über eine Million eine Teilzeitbeschäftigung. Damit hängt nicht nur die individuelle Pensionshöhe, sondern die gesamten sozialen Sicherungssysteme zusammen, Kaske sieht also darin, neben den massiven Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt, Stichwort Digitalisierung und Industrie 4.0, die großen Herausforderungen der Zukunft.

Abschließend wurde auch das Thema Bildung diskutiert. Rudi Kaske möchte einen Ausbau der Ganztagsschulen, da Lernen in der Schule stattfinden soll. Dazu bedarf es mehr Überzeugungsarbeit für die Ganztagsschule bei den LehrerInnen und Eltern. Eine stärkere Durchlässigkeit zwischen den Ausbildungsgängen und besser auf den Biorhythmus abgestimmte Unterrichtszeiten wären seiner Meinung nach wichtig. Einen pädagogischen Schwerpunkt fordert Kaske im Volksschulbereich, um die zu große Zahl der RisikoschülerInnen im Lesen und Rechnen zu reduzieren. Er spricht sich für eine Erweiterung der frühkindlichen Bildung und für bessere Angebote die berufliche Weiterbildung aus.

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