Lunacek: „Einmalige Flussjuwele am Westbalkan nicht durch EU-subventionierte Kraftwerksbauten zerstören“

Österreichische Flussschützer-NGOs heute auf Lunacek-Initiative in der Westbalkan-Arbeitsgruppe des Europaparlaments

Brüssel/Wien (OTS) - "Den größten ökologischen Schatz den die Staaten des Westbalkan in die die EU einbringen können, sind ihre intakten Flusslandschaften. Die Flüsse des Westbalkan sind eines der großen Zentren europäischer Artenvielfalt, 69 Fischarten gibt es nur hier auf der Welt, so wie mehr als 40 Prozent aller in Europa gefährdeten Süßwassermuscheln und Süßwasserschnecken. Gleichzeitig sind diese bislang unverbauten Flüsse derzeit von tausenden Staudämmen bedroht:
Rund 2000 Wasserkraftwerke, davon 535 in hochrangigen Schutzgebieten, 113 in Nationalparks, 133 in Natura2000-Gebieten und 23 in Weltnaturerbe-Regionen, sind in Planung - bei ihrer Umsetzung ist dieser Naturschatz ein für allemal verloren", warnt der Geschäftsführer von RiverWatch, Ulrich Eichelmann, vor dem heutigen Zusammentreffen mit den Mitgliedern der Westbalkan-Arbeitsgruppe des Europaparlaments in Brüssel.

RiverWatch (www.riverwatch.eu) und euroNATUR (www.euronatur.org), vertreten durch Geschäftsführer Gabriel Schwaderer, werden auf Initiative von Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin des Europaparlaments und Kosovo-Berichterstatterin des Europaparlaments, über das schützenswerte Potenzial dieser Flusslandschaften und ihren Bedrohungen berichten, denn viele dieser Projekte werden mit Geldern aus der EU (EBRD, EIB …) sowie aus den Mitgliedsländern (u.a. Österreichische Entwicklungsbank - OeEB) mitfinanziert oder von österreichischen Unternehmen gebaut - beispielsweise enso-HYDRO im albanischen Langarica Nationalpark.

Lunacek: "Während EU-Länder daran arbeiten müssen, die Vorgaben der Wasserrahmen-Richtlinie der EU zu erfüllen, werden am Westbalkan diese Kriterien eingehalten bzw. teilweise sogar übertroffen. Dieser Vorsprung und Vorteil der Westbalkanstaaten wird aber durch diesen geplanten Kraftwerks-Tsunami wieder in Frage gestellt bzw. konterkariert. Ich danke RiverWatch und euroNatur dafür, heute in der zuständigen Arbeitsgruppe des Europaparlaments stärkeres Bewusstein für diese Thema geschaffen zu haben. Und ich fordere sowohl EU-Parlament als auch Kommission auf, hier eindeutig Position zu beziehen und gemäß der eigenen Wasserschutz-Vorgaben auch am Westbalkan zu schützen, was aufgrund seiner Einmaligkeit unbedingt schützenswert ist. Dazu braucht es einen regionalen Masterplan und mehr Überprüfung."

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