Start des „Sentinel“-Satelliten: Umweltmonitoring in neuer Qualität

BMVIT/FFG fördern eine Reihe von Projekten zur Auswertung der Daten

Wien (OTS) - Heute Dienstag, 23.6., startete um kurz vor vier Uhr früh (österreichische Lokalzeit) der Satellit Sentinel-2A vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou. Als Teil des europäischen Programmes "Copernicus" soll er dazu beitragen, neue und bessere Daten für die Erd- und Umweltbeobachtung zu gewinnen. Heimisches Know-how befindet sich nicht nur an Bord des Satelliten: "Für österreichische Projekte zur Auswertung und Nutzung der Satellitendaten haben wir bisher über drei Millionen Euro aus dem Österreichischen Weltraumprogramm bewilligt", so der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie, Alois Stöger. "Das dient etwa der Überwachung von Schneebedeckung und Gletschern im alpinen Bereich, oder von Veränderungen in der Landnutzung und Vegetation. Auch die Landwirtschaft soll künftig davon profitieren."

Sentinel-2A ist Teil einer Satellitenflotte, die mit jeweils unterschiedlichen Messgeräten umfangreiche Erdbeobachtungsdaten liefern soll. Der Satellit hat mit einem weltraumtauglichen GPS-Empfänger und der Thermalisolation von Ruag Space auch Technik aus Österreich an Bord, Siemens Österreich entwickelte und lieferte zudem eine Reihe von Testgeräten. "Sentinel-2A ist mit einer hochauflösenden Multispektralkamera ausgestattet, die Daten zur Landnutzung und Vegetation, zum Waldzustand, zur Wasserverschmutzung, aber auch aktuelle Daten, etwa über Vulkanausbrüchen, oder zur Unterstützung bei der Katastrophenhilfe bereitstellen wird", berichten die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner.

Copernicus, das mit insgesamt sechs Milliarden Euro dotierte Programm der Europäischen Union, der Europäischen Weltraumagentur und EUMETSAT, soll die Möglichkeiten der Erd- und Umweltbeobachtung wesentlich verbessern und Daten für eine Vielzahl an Anwendungen zur Verfügung stellen. Copernicus umfasst sechs Anwendungsbereiche: Land, See, Atmosphäre, Klimawandel, Notfallmanagement und Sicherheit. Copernicus nutzt dafür - neben den Sentinel-Satelliten -unterschiedliche Daten von Wetterstationen, Flugzeugen, Pegelständen und anderen Satelliten. Der erste Satellit, Sentinel-1A, wurde vor über einem Jahr in den Orbit gebracht, bis 2021 sollen acht weitere Satelliten gestartet werden.

Für die Auswertung und Nutzung der gewonnenen Daten wurden im Rahmen von zehn bisher bewilligten Projekten über drei Millionen Euro aus dem Österreichischen Weltraumprogramm ASAP des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) zugesagt. Auch das an der Technischen Universität Wien eingerichtete Earth Observation Data Centre, das sich mit der Datenaufbereitung, -verarbeitung und -bereitstellung beschäftigt, wurde aus dem Weltraumprogramm maßgeblich gefördert. Das Weltraumprogramm des BMVIT wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG umgesetzt.

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